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Atomenergie

Atomwaffentests

Die GREENPEACE-Gruppe Aachen hat viele Jahre lang gegen Atomwaffentests protestiert. Insgesamt wurden weltweit 1170 Atomtests durchgeführt.

Die überirdischen Atomtests, die vorwiegend in Nevada durchgeführt wurden, wurden erst 1963 verboten. Nach einer bisher unveröffentlichten Studie starben 15.000 Amerikaner an Krebs, der direkt auf radioaktive Verstrahlung durch Atomwaffentests zurückgeführt werden könne. Ähnliches gilt für die ehemalige Sowjetunion und die Pazifikinseln.

Am 20. Oktober 1987 beim Besuch des französischen Staatspräsidenten Francois Mitterand in Aachen gelang es Greenpeace vom streng bewachten Dom ein riesiges Banner abzuollen und gegen die französischen Atomwaffentests auf Moruroa zu protestieren.

Auf dem Südsee Atoll hat Frankreich in den sechziger Jahren ohne Rücksicht auf die dort lebende Bevölkerung 46 Atombomben oberirdisch gezündet, die USA 66. Diese waren bis zu 1000 mal stärker als die Hiroshima Bombe. Die meisten der Einheimischen starben. Überlebende bekamen Leukämie oder Schilddrüsenkrebs und dienten den Forschern als Versuchskaninchen. Frauen brachten "Quallenbabys" zur Welt, Säugline ohne Knochen und mit durchsichtiger Haut, durch die man Gehirne sehen und schlagende Herzen beobachten konnte, bevor die Babys qualvoll starben. Greenpeace hat die Insulaner umgesiedelt. Insgesamt sind bei den weltweit 528 überirdischen Atombombentests ca. eine Million Menschen an Krebs gestorben.

Der Protest von Greenpeace führte dazu, dass der französische Geheimdienst das Greenpeace Flaggschiff "Rainbow Warrior" mit zwei Minen versenkte, wobei ein Mensch ums Leben kam. Der weltweite Aufschrei führte dazu, dass die Atombombentests daraufhin unterirdisch durchgeführt wurden.

Bis heute ist der Rüstungswahnsinn nicht beendet. Die USA geben heute JEDEN TAG eine Milliarde US Dollar für Rüstung aus - auch für eine neue Generation von Atomwaffen.


Atomenergie - eine tickende Zeitbombe!

2006 hätte sich in Schweden um Haares Breite ein zweites Tschernobyl ereignet. (siehe unten)
Den gleichen Konstruktionsfehler wie in Schweden gibt es auch in deutschen AKWs.
Es ist ein Märchen, dass europäische Reaktoren sicherer seien als russische.

Tschernobyl

Nach der Reaktor Katastrophe in Tschernobyl sind inzwischen 70.000 der Aufräumarbeiter ("Liquidatoren") an Krebs oder "Tschernobyl AIDS" (einer strahlenbedingten Immunschwäche) gestorben! Viele von ihnen wurden einer Strahlendosis ausgesetzt, die die Grenzwerte um das 13.000 fache überstieg.

92% der 860.000 "Liquidatoren" waren 2002 krank.

Tschernobyl Liquidatoren vor Selbstmord Einsatz

Tschernobyl Liquidatoren

Auch die Hubschrauberpiloten, die in einem selbst-aufopfernden Einsatz mit 5000 Tonnen Sand, Bor, Lehm und Blei den Brand löschten, haben längst mit ihrem Leben dafür bezahlt.
Ebenso starben 60 Feuerwehrleute innerhalb der folgenden 2 Wochen, die nichts ahnend die zehnfache tödliche Strahlendosis abbekamen.

Tschernobyl war KEIN Unglück, Tschernobyl war ein Experiment!

Tschernobyl Block 4

Im April 1986 sollte mit einem Atomreaktor ein Experiment durchgeführt werden,
das Hunderttausenden das Leben kosten würde.

  • 25.April 1986:
    Das Notkühlsystem wird abgeschaltet, der Reaktor vom Netz genommen.
  • 26.April 0:30 Uhr:
    Block 4 wird auf 1% der Nennleistung heruntergefahren - ein äußerst gefährlicher und streng verbotener Betriebszustand.
  • 26.April 1:03 Uhr:
    Alle acht Pumpen des Primärkreislaufes werden eingeschaltet - auch dies ist verboten.
  • Das Sicherheitssystem wird ausgeschaltet.
  • 26.April 1:22 Uhr:
    Nur noch 7 Bremsstäbe befinden sich im Reaktor! Es ist strengstens verboten, den Reaktor mit weniger als 15 Bremsstäben zu betreiben. Trotzdem entschließt sich der Schichtführer, das Experiment fortzusetzen.
  • 26.April 1:23 Uhr:
    Der Reaktor ist inzwischen instabil geworden. Die Leistung beginnt schnell zu steigen
  • Als der Operator den Notfall-Abschaltknopf betätigt, ist es schon zu spät: Die Rohre, in denen die Bremsstäbe gleiten, sind durch die enorme Hitze verbogen.
  • Innerhalb von 4 Sekunden erreicht Block 4 das 100-fache seiner Nennleistung.
  • 26.April 1:24 Uhr:
    Uran schmilzt in Brennstäben und verdampft das Kühlwasser - eine Dampfexplosion sprengt die 1000 Tonnen schwere Abdeckung von Block 4 weg.
  • Dann reagiert das Wasser mit dem heißen Graphitblock: es entsteht Wasserstoff. Eine zweite Explosion findet statt. Das hochexplosive Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch sprengt Trümmer und radiaktive Partikel bis zu anderthalb Kilometer in die Höhe.

Wie es weiter ging (die Tage 27.April bis 6.Mai) können Sie bei der Greenpeace Gruppe Berlin nachlesen.

200 mal mehr Radioaktivität als in Hiroshima und Nagasaki wird freigesetzt.
130.000 Menschen mussten ihre Heimat für immer verlassen.

Unglaublich aber wahr:

Nach der Explosion von Reaktoblock 4 wurde Reaktorblock 3 noch 14 Jahre lang weiterbetrieben!

 

Tschernobyl - schwer missgebildetes Kind, Strahlenfolgen
Tschernobyl missgebildetes Kind

© Greenpeace Deutschland

Das tödliche Erbe Tschernobyls

Zum 17. Jahrestag der Katastrophe (26.4.1986) ist eine Greenpeace Studie fertig geworden, die den Zustand des explodierten Reaktors untersucht hat:

"Wenn wir die Radioaktivität sehen könnten, würde eine Rauchwolke über dem Sarkophag aufsteigen." (der ehemalige Direktor der Schutzanlage)

Der Sarkophag (eine Umhüllung aus 300.000 Tonnen Beton und 7.000 Tonnen Stahl), in den der Reaktor eingegossen wurde, ist inzwischen marode. Darunter liegen noch 180 Tonnen Uran und eine Tonne Plutonium. Dach und Seitenwände der Umhüllung weisen bereits Öffnungen auf einer Fläche von 1000 Quadratmetern auf, durch die bisher ca 3.000 Kubikmeter Regenwasser eingedrungen sind, das radioaktive Substanzen herauswäscht. Durch den Wind wird radioaktiver Staub herausgeblasen. Es besteht weiterhin akute Gefahr.

Die Überwachungssysteme für den Sarkophag wurden aus finanziellen Gründen nicht in Stand gehalten. Sanierungsmaßnahmen ziehen sich mit jahrelangen Verzögerungen hin, weil nur noch 5% des Staatshaushalts dafür ausgegeben werden.

Ein Hochwasser der Flüsse Pripjat und Djnepr würde eine radioaktive Verseuchung nach sich ziehen. Außerdem wurde bei den Aufräumarbeiten radioaktiver Müll einfach eingegraben, der das Grundwasser verseucht. 2001 wurde überdies bekannt, dass aus dem zerstörten Block 4 Tritium in den Boden einsickert. In dieser Gegend gibt es auch Erdbeben.

Die Zahl der als krank anerkannten Menschen ist nach ukrainischen Angaben in der betroffenen Bevölkerungsgruppe von 37% im Jahr 1987 auf 84% im Jahr 2002 gestiegen. Allein 2 Millionen Kinder sind in den ersten Katastrophentagen mit radioaktivem Jod verseucht worden. Vor der Kathastrophe waren 85% der Kinder gesund, jetzt nur noch 5 - 15%. Jedes dritte Kind wird hier im Laufe seines Lebens Schilddrüsenkrebs bekommen. In Weißrussland ist die Häufigkeit von Schilddrüsenkrebs auf das 200fache erhöht! (Tendenz steigend) Aber auch andere Krebserkrankungen, Immunschwäche, Missbildungen, Jugend-Diabetes, grauer Star etc. sind stark angestiegen.

Inklusive der Renten hat die Katastrophe Weißrussland bisher 235 Milliarden Dollar gekostet. 6% des Staatshaushaltes fließen in Tschernobyl Programme. Der Großteil der Hilfe stammt aber aus Spenden aus dem Ausland.

Auswirkungen in Deutschland

Auch in Deutschland ist die Rate von Totgeburten und und frühen Säuglingstoden ein Jahr nach Tschernobyl um 9% angestiegen.
Die Fälle von Down-Syndrom bei Neugeborenen in Berlin sind genau 9 Monate nach dem Tschernobyl-GAU sprunghaft angestiegen.
Selbst noch 19 Jahre nach der Katastrophe (2005) wurden in Bayern so stark erhöhte Cäsium-137 Werte in Pilzen und Fleisch von Wild gefunden, dass diese nicht zum Verzehr geeignet sind. (> 600 Becquerel / kg)

Weitere Infos beim Bundesamt für Strahlenschutz.

Die finanziellen Schäden in Deutschland durch Entschädigungszahlungen an Bauern und Jäger liegen bereits bei einer viertel Milliarde Euro!

Eine neue Schutzhülle

Der Sarkophag war von Anfang an auf eine maximale Lebensdauer von nur 25 Jahren ausgelegt. Geplant ist eine neue Schutzhülle. Diese soll wegen der tödlichen Strahlung nicht vor Ort sondern außerhalb gebaut werden und auf Schienen über den Reaktorblock 4 geschoben werden. Diese Stahlbeton-Hülle soll 13 Meter dick, 125 Meter hoch (dies entspricht einem 35-stöckigen Haus) und 20.000 Tonnen schwer werden. Diese Konstruktion soll weitere 100 Jahre halten und eine viertel Milliarde Euro kosten. Dieses Projekt, das im Zeitraum von 2006 bis 2016 fertig werden soll, ist umstritten.

Eine komplette Sanierung (Entfernung des radioaktiven Materials) würde 2,5 Milliarden Euro kosten! Diese ist aber nicht geplant. Damit überlassen wir die Probleme von Tschernobyl den nachfolgenden Generationen, weil niemand in der Lage ist, die Folgen der Katastrophe auch nur annähernd zu lösen.

Fazit:

Tschernobyl zeigt: Der Mensch beherrscht nicht einmal die Aufräumarbeiten eines Atomunfalls. Geschweige denn die Atomkraft selber.

Weitere Informationen

Download der Studie "17 Jahre nach Tschernobyl" (25 Seiten)

 

Tschernobyl im Jahr 2004 - ein menschenleere Geisterstadt
200.000 Menschen mussten ihre Häuser für immer verlassen. Bevor
hier wieder Menschen leben können müssen mindestens 600 Jahre vergehen.

Tschernobyl im Jahr 2004 - ein menschenleere Geisterstadt

© Elena, Zabolotnogo, Ukraine

Weitere Fotos aus Tschernobyl im Jahr 2004 gibt es hier.

Verharmlosung durch IAEO

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) und die WHO verharmlosen die Tschernobyl Katastrophe mit gefälschten Zahlen. Sie behaupten, der Super GAU habe "nur" 4000 Krebstote gefordert. Die IAEO fordert sogar, wieder Menschen in den hochbelasteten Gebieten außerhalb der 30 Kilometer-Sperrzone anzusiedeln!

Im Mai 2006 übergab Greenpeace der IAEO in Wien Studien u.a. der Russischen Akademie der Wissenschaften, die von 270.000 Krebserkrankungen als Folge des GAUs sprechen, davon 93.000 tödliche. Andere Studien sprechen von noch höheren Zahlen. Aber Krebs / Leukämie ist nicht die einzige Folge der Radioaktivität sondern auch Immunschwäche (Tschernobyl AIDS), Herz-Kreislauferkrankungen, Nervenleiden, Diabetes u.a.

Schäden am Erbgut werden noch in den folgenden Generationen zu Fehlgeburten und behinderten Kindern führen. Sogar Kinder sterben schon an Herzinfarkten.

Der Neurochirurg Juri Orlow (Kiew) wies nach, dass Anfang der 90er Jahre 8 mal so viel Kinder unter 3 Jahren an Gehirntumoren erkrankten wie vor dem Unfall - Kinder also, die zum Zeitpunkt des Unglücks noch garnicht geboren waren!

Greenpeace brachte auch Bodenproben mit, die 50 km vom explodierten Reaktor stammen. Sie strahlten so stark, dass Greenpeace diese Proben in einem 200 Kilo schweren Betoncontainer mit Bleiummantelung schützte, damit niemand durch die Strahlung gefährdet wird. Die Bodenproben müssen nach EU-Richtlinie als radioaktiver Abfall entsorgt werden.

Greenpeace fragte die IAEO: "Was für uns hier hochgefährlicher Atommüll ist, soll in der Ukraine der Boden sein, auf dem die Menschen wieder leben sollen?"

Greenpeace fordert, dass die IAEO eine neue Aufgabe bekommen soll: Sie soll den weltweiten Ausstieg aus der Atomkraft beaufsichtigen.

 

Greenpeace übergibt strahlende Bodenprobe an IAEO

Tschernobyl mißgebildetes Kind

© Greenpeace Deutschland

 


Atomkraft weltweit

Auf der ganzen Welt sind 438 Atomkraftwerke am Netz, 42 sind in Bau und 142 in Planung. Sie decken 16% des globalen Strombedarfs.
Weltweit sind bereits 150.000 Tonnen Atommüll angefallen, der noch 100.000 Jahre strahlen wird. In Deutschland fallen jährlich 450 Tonnen hochradioaktiven Mülls aus Atomkraftwerken an (in den USA 2000 Tonnen), außerdem rund 4700 Kubikmeter mittel- und geringstrahlende Abfälle aus Forschungseinrichtungen, der Medizin und der Energieversorgung. Es gibt auf der ganzen Welt kein Endlager, das so sicher ist, dass keine Radioaktivität ins Grundwasser gelangt.

Russland ist das verstrahlteste Land der Erde. Z.B. in der Karasee wurde der Atommüll jahrzehntelang einfach versenkt, die Insel Nowaja Semlja wurde duch Atombomben Tests verseucht. In den Eismeerhäfen bei Murmansk verrotten Atom U-Boote.

Abhängigkeit von Atomkraft (2004)

Litauen

2 Kernreaktoren

80% Atomstrom

Frankreich

59 Kernreaktoren

78% Atomstrom

Deutschland

18 Kernreaktoren

28% Atomstrom

USA

104 Kernreaktoren

20% Atomstrom


Atomstrom in der EU

In der EU wurde im Jahr 2002 die Atomstrom Produktion gesteigert. Die Kernkraftwerke haben mit 853 Milliarden Kilowattstunden mehr als ein Drittel der gesamten Strommenge produziert. 7 Milliarden kWh mehr als in 2001.

An der Spitze stand Frankreich mit einem Atomstromanteil von 78%.

Deutschland hat dagegen seine Kernenergie-Produktion auf 29% reduziert und liegt im Mittelfeld. Der deutsche Atomausstieg ist kein Alleingang: Schweden, Österreich, Belgien, die Niederlande und Großbritannien haben den Atomausstieg auch beschlossen. Italien und Luxemburg haben garkeine Atomkraftwerke.

Bis 2035 wird der Atomstrom-Anteil auf 1% sinken.

Siehe dazu auch unsere Seite über die Karlspreisverleihung 2003.

Deutschland: Fakten über Atomkraftwerke

Atomkraftwerk Start Betriebsende
Kahl, Bayern 1962 1985
Karlsruhe, Baden Württemberg 1965 1984
Rheinsberg, Brandenburg 1966 1990
Grundremmingen A, Bayern 1966 1977
Jülich, NRW 1966 1988
Lingen, Niedersachsen 1968 1977
Großwelzheim, Bayern 1969 1971
Würgassen, NRW 1971 1994
Niederaichbach, Bayern 1972 1974
Greifswald I, Meckl. Vorpomm. 1973 1990
Greifswald II, Meckl. Vorpomm. 1974 1990
Karlsruhe (KNK II), Bad. Württemberg 1977 1991
Greifswald III, Meckl. Vorpomm. 1977 1990
Greifswald IV, Meckl. Vorpomm. 1979 1990
Hamm Uentrop, NRW 1983 1988
Mühlheim Kährlich, Rheinland Pfalz 1986 1988
Greifswald V, Meckl. Vorpomm. 1989 1989

 

Atomkraftwerk Start Betriebsende
Obrigheim, Baden Württemberg 1969 2005
Stade, Niedersachen 1972 2003
Biblis A, Hessen 1975 2007
Neckarwestheim I, Baden Württemberg 1976 2008
Biblis B, Hessen 1977 2009
Brunsbüttel, Schleswig Holstein 1977 2009
Isar I, Bayern 1979 2011
Unterweser, Niedersachsen 1979 2011
Phillipsburg I, Baden Württemberg 1980 2011
Grafenrheinfeld, Bayern 1982 2014
Krümmel, Schleswig Holstein 1984 2016
Grundremmingen B, Bayern 1984 2016
Grundremmingen C, Bayern 1985 2017
Grohnde, Niedersachsen 1985 2017
Phillipsburg II, Baden Württemberg 1985 2017
Brokdorf, Schleswig Holstein 1986 2018
Isar II, Bayern 1988 2020
Emsland, Niedersachsen 1988 2020
Neckarwestheim II, Baden Württemberg 1989 2021

Greenpeace Aktion bei CDU Wahlkampf

Juli 2005: Wenn die Union ihr Wahlprogramm berät, könnte man meinen, Angela Merkel stünde im Rampenlicht. Weit gefehlt: In Berlin stehlen die Aktivisten von Greenpeace der Kanzlerkandidatin die Show.

Lange bevor die ersten Politiker erscheinen fährt Greenpace bereits mit 2 Leihwagen mit Hebebühnen vor dem Gebäude vor, in dem die Union tagen wird. Die Polizisten, die das Gebäude bewachen, halten die Wagen für Fensterputzer und lassen sie vorfahren. Greenpeace Aktivisten entrollen ein Transparent vom Dach. Weitere Greenpeace Aktivisten haben Dutzende gelber Fässer entladen auf denen sie mit Stöcken trommeln.

Als Angela Merkel erscheint, müssen ihre drei breitschultrigen Helfer hart arbeiten, um sie durch die Menschenmenge aus Reportern und Kameras zu manövrieren.

Grund der Aktion: Die CDU will bei einem Wahlsieg die Laufzeiten der deutschen AKW's verlängern.

Mai 2006:
Die FDP bezeichnet die Atomkraft nur noch als "Übergangstechnologie".

 

Greenpeace Aktivisten auf dem Dach

Greenpeace Aktion bei CDU Wahlkampf

© Greenpeace Deutschland


Greenpeace Studie

Die Greenpeace Studie "Risiko Restlaufzeit" befaßt sich mit den 4 ältesten Reaktoren in Deutschland: Biblis A, Biblis B, Brunsbüttel und Neckarwestheim. Diese sind es, die in den nächsten Jahren abgeschaltet werden sollen und die die CDU länger laufen lassen will. Aber gerade diese gehören zu den unsichersten und gefährlichsten. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in Biblis A ein schwerer Unfall ereignet, ist 18-mal höher als bei neueren Anlagen. Er würde maximal den Absturz einer langsam fliegenden Sportmaschine aushalten.

Warum sollen trotzdem die Laufzeiten verlängert werden?
Weil jedes weitere Jahr dem Betreiber 200 Mio Euro pro AKW einbringt.

Download der sehr detaillierten Studie hier (PDF)

Subventionen

In Deutschland sind 18 Atomkraftwerke am Netz. Sie produzieren 30% des verbrauchten Stromes.

Der angeblich so günstige Atomstrom wäre nie konkurrenzfähig gewesen, hätte er sich unter Marktbedingungen durchsetzen müssen. Nur durch gezielte staatliche Subventionen, Steuergeschenke, und die jahrzehntelange Monopolstellung der Stromkonzerne konnte die Atomenergie ihre heutige privilegisierte Position einnehmen.

Forschungsförderung in der BRD in Milliarden Euro 1974-2000

Der Bau eines AKW dauert 5 bis 10 Jahre und verschlingt mehrere Milliarden Euro. Gaskraftwerke gleicher Leisung kommen mit einem Drittel der Zeit und einem Viertel des Geldes aus. Unter fairen Bedingungen hätte Atomkraft keine Chance.

Dies zeigte sich in Großbritannien, wo durch die Privatisierung am frühsten klar wurde, dass sich die Atomkraft in der freien Markwirtschaft nicht rechnet. Das EVU British Energy machte jährlich rund 1 Million Euro Verluste.

Eine detaillierte Tabelle der Subventionen findet sich auf unserer Ökostrom Anbieter Seite.

Rückstellungen

Die Betreiber können dabei für die Kosten des jahrtausende strahlenden Atommülls garnicht aufkommen. Der wird an die nachfolgenden Generationen vererbt. Zwar muss der Stromkunde 2 Cent Rückstellungen pro kWh Atomstrom für Entsorgung des Atommülls und den Abriß der AKWs an die RWE und VEBA zahlen, aber es ist fraglich, ob das Geld ausreichen wird.
Ebenso unsicher ist, ob das Geld überhaupt noch vorhanden sein wird, wenn es gebraucht wird. Denn statt das Geld auf der Bank anzulegen wird damit im Telekommunikationsmarkt spekuliert! Eine Studie des Wuppertal Instituts weist nach, dass die Hälfte der deutschen Atomkraftwerke nur wegen dieser Nebeneinnahmen wirtschaftlich arbeitet. Geht eine dieser Telekommunikations Firmen Pleite (wie z.B. bei otelo) ist das Geld für die Entsorgung verloren!

Oder die Betreiber nutzen die Rückstellungen, um den Atomstrom mit Dumping Preisen künstlich zu verbilligen (Yello).

Haftung

Müssten die Betreiber auch für die Folgen eines GAU haften, wäre Atomstrom unbezahlbar. Satt dessen stecken sie den vollen Profit ein und riskieren Krankheit und Tod für mehrere Generationen, Verlust der Wohnung, der Arbeit und Verseuchung ganzer Landstriche. Die geschätzten Kosten für einen GAU in einem deutschen AKW liegen bei 5 Billionen Euro (5.000.000.000.000) Keine Versicherung der Welt ist bereit, ein AKW zu versichern.

RWE will den Rückschritt

Statt endlich in regenerative Energien zu investieren baut RWE weitere klimaschädliche Braunkohlekraftwerke und will die Kerntechnik Forschung an der RWTH Aachen und im Forschungszentrum Jülich mit 3,5 Millionen Euro fördern. An der RWTH sollen 3 Professorenstellen wiederbesetzt werden.

Umweltzerstörung durch Uranabbau

Das Uranerz enthält einen Urananteil von unter 0,1%. Mit dem Uranabbau im Tagebau sind gewaltige Umweltzerstörungen verbunden und es müssen riesige strahlende Abfallberge entsorgt werden. Pro Tonne Yellow Cake fallen 40.000 Tonnen radioaktiver Abraum an. Die Arbeiter atmen dabei radioaktiven Staub und radioaktives Radongas ein. Die Folge ist Lungenkrebs.

Das Material wird durch mechanische und chemische Prozesse in eine Form gebracht, in der die Schadstoffe viel mobiler sind und leichter in die Umwelt gelangen können. Daher kann der Abraum nicht einfach in den Bergwerkshohlräumen gelagert werden, denn dort käme er nach Abschalten der Wasserpumpen direkt in Kontakt mit dem Grundwasser.

Milliardenbeträge (s.o.) zur Sanierung ausgebeuteter Uranlagerstätten (wie z.B. in Wismut in der ehem. DDR) bleiben schließlich am Steuerzahler hängen, oder auf die Sanierung wird ganz verzichtet.

Die Uranvorräte der Erde werden ca 2070 aufgebraucht sein.

Die sogenannte "Wiederaufarbeitung"

Der größte Teil des deutschen Atommülls wird in die sogenannten "Wiederaufarbeitungs Anlagen" in Sellafield (Großbritannien) und La Hague (Frankreich) abgeschoben. Diese beiden gehören zu den gefährlichsten Anlagen der Welt. Dort werden die abgebrannten Brennstäbe chemisch aufgelöst und Putonium und Uran abgetrennt. Teile des entstehenden Flüssigmülls werden einfach ins Meer geleitet. Von Entsogung kann hier keine Rede sein: Das Volumen des Atommülls wird dadurch verzehnfacht. Für jeden Hintransport kommen mehrere Rücktransporte zurück, denn die Atomkraftwerksbetrieber müssen die bei der "Wiederaufarbeitung" entsehenden Abfälle zurücknehmen.

Im Übrigen besteht die Gefahr, dass das Plutonium für den Bau von Atombomben verwendet wird (Plutonium Schmuggel s.u.).

 

Greenpeace Taucher nimmt Proben vom Abwasserrohr,
La Hague
Die Radioaktivität liegt 3900-fach über dem Normalwert.
Diese Einleitung in die Nordsee findet seit Jahrzehnten statt!

La Hague radioaktives Abwasser

© Greenpeace Deutschland

 

Sellafield pumpt jeden Tag 8 Millionen Liter radioaktive Abwässer ins Meer. Beide Anlagen zusammen jährlich 3,5 Milliarden Liter.
Greenpeace Messungen an den Abwasserrohren der Anlagen zeigten, dass der Meeresboden so viel Plutonium enthält, dass die entnommenen Proben nach deutschem Recht als Kernbrennstoff einzustufen sind!

Die Verseuchung von Krebsen, Muscheln und Fischen ist vergleichbar mit der Kontamination nach einem nuklearen Großunfall.
Das Leukämie Risiko liegt für Kinder bei La Hague 3mal, bei Sellafield 10mal höher als im Landesdurchschnitt. In den Zähnen britischer Kinder wurde Plutonium gefunden!

Untersuchungen des Ökoinstitutes (Freiburg) ergaben, dass im Gebiet um La Hague die Strahlenbelastung 7 -fach, um Sellafield 20 -fach die zulässigen deutschen Grenzwerte übersteigt. Die schleichende Vergiftung, die von diesen Anlagen ausgeht, ist höher als die Radioaktivität, die bei der Reaktorkathastrophe in Tschernobyl freigesetzt wurde!

In den Abklingbecken der Atomanlage La Hague lagern rund 7500 Tonnen abgebrannte Brennelemente. Hinzu kommen 55 Tonnen abgetrenntes, pulverförmiges Plutonium, sowie mehr als 10.000 Kubikmeter radioaktive Flüssigkeiten und Schlämme.

Das Einatmen von einem Millionstel Gramm Plutonium ist bereits tödlich! (weniger als ein Staubkorn)

Sellafield: Die Kosten für den Abbau des seit den frühen 50er Jahren ständig anwachsenden Berges aus instabilen Abfallprodukten der Kernindustrie werden vorläufig auf 1,8 Billionen Pfund für die nächsten 20 Jahre geschätzt. Geld, das vom britischen Steuerzahler aufgebracht werden muss.

Außer Frankreich und Großbritannien liefern Deutschland, (19 AKWs) Niederlande (1 AKW) und die Schweiz (5 AKWs) ihren Atommüll dort ab. Deutschland ist in La Hague mit bisher 5000 Tonnen der größte ausländische Kunde und in Sellfield mit bisher 800 Tonnen der zweitgrößte.

Die Bundesregierung hat den Export von weiteren 3000 Tonnen Atommüll genehmigt. Aus rechtlicher Sicht ist dies illegal, denn das deutsche Atomgesetz schreibt eine "schadlose Verwertung" vor. Ursprünglich wollte die rot-grüne Regierung dies ab 1999 verbieten, doch unter dem Druck der Atomkraftwerks­betreiber knickte sie ein.

In Stahlbetonbecken wird radioaktiver Abfall noch aus den 50er Jahren unter freiem Himmel aufbewahrt.

Eine 2004 vorgenommene Videountersuchung hat ergeben, dass sich rund 400 Kilogramm des Plutoniums aus verrosteten Brennelementen im Schlamm auf dem Grund der Becken abgesetzt haben.

Der Ort ist so hoch verstrahlt, dass ein Mensch weniger als eine Stunde am Tag bei der Anlage arbeiten darf.

Bei den jährlichen Inspektionen wird regelmäßig der Betreiber BNFL darauf hingewiesen, dass zufriedenstellende Erkenntnisse unter den gegebenen Umständen nicht möglich sind, da vorhandene Unterlagen unzulänglich sind und ein direkter Zugang zu den Anlagen fast unmöglich ist.

Die EU-Kommission hat im März 2004 Großbritannien aufgefordert, die Lagerstätte endlich zu sanieren. Anderenfalls würden rechtliche Schritte eingeleitet. Ein seit 14 Jahren überfälliges Ultimatum, das Greenpeace nur begrüßen kann.

Radioaktives Grundwasser in der Normandie

Mai 2006: Das französische Labor ACRO untersuchte Wasserproben um die sogenannte "Wiederaufarbeitungsanlage " in La Hague. Zwischen 1967 und 1994 wurden über eine Million Container mit 527.000 Kubikmetern schwach- und mittelradioaktiven Atommüll auf die CSM-Müllhalde gekippt. Auf der Halde liegt auch deutscher Atommüll.

Um die Abfallhalde herum wurden im Grundwasser Tritiumwerte von 750 Becquerel pro Liter gemessen. Der europäische Grenzwert sind 100 Bq / Liter. Das Wasser wird von ortsansässigen Bauern zum Tränken ihrer Tiere benutzt.

In den Grundwasser führenden Schichten liegt die durchschnittliche radioaktive Belastung bei 9.000 Bq /Liter.

 

Die obigen Messergebnisse beweisen, dass die Atomindustrie nicht einmal in der Lage ist, schwach- und mittelradioaktiven Atommüll sicher zu lagern, geschweige denn hochradiaktiven.

Vor mehr als 30 Jahren wurde der französischen Öffentlichkeit versichert, dass die Wahl des Standortes der CSM-Abfallhalde aufgrund von intensiven geologischen und hydrologischen Untersuchungen getroffen wurde.

In Deutschland versucht die Atomindustrie wider besseren Wissens der deutschen Bevölkerung weiß zu machen, dass man Atommüll sicher in Gorleben und im Schacht Konrad lagern könne.

 

Radioaktive Vergiftung der Mosel

Seit Jahren schon leitet das französische Atomkraftwerk Cattenom radioaktive Abwässer in die Mosel.
Im Aug. 2003 hat der Betreiber beantragt die Einleitung um 25% zu steigern, da "die Grenzwerte noch nicht ausgeschöpft seien"!
Es sollen 100 Tonnen Borsäure, 12 Tonnen Kupfer, 8 Tonnen Zink und 336 Tonnen Natrium pro Jahr in die Mosel gepumpt werden, ebenso das giftige Hydrazinhydrat. Die Einleitung für das radioaktive Tritium soll auf 200.000.000.000.000 Becquerel angehoben werden.

"Zwischenlager"

Ein Dauerparkplatz für Atommüll sind die sogenannten "Zwischenlager", wo das hochradioaktive Material für 40 Jahre abgestellt werden kann. Damit wird das Atommüll Problem nicht gelöst, sondern lediglich vertagt. Ein Zwischenlager wie z.B. Gorleben bietet bei einem Terror Anschlag nicht mehr Sicherheit als eine Kartoffelscheune.

Lager Morsleben

Hier ist ein Teil der Decke des Salzstocks eingestürzt. Ein Brocken von 1000 Tonnen ist aus 10m Höhe auf den Atommüll gefallen. Umweltminister Töpfer hatte damals diese Gefahr abgestritten, vor der GREENPEACE schon immer gewarnt hat.

Im Okt 2003 wurden wegen akuter Einsturzgefahr riesige Hohlräume (670.000 Kubikmeter) mit Salzbeton gefüllt. Der Bund ließ sich diese Stabilisierung 100 Millionen Euro kosten.

 

Atommüllager Morsleben

Atommüll Lager Morsleben

© Greenpeace Deutschland

 

"Endlager"

Weltweit gibt es inzwischen Atommüll der gigantischen Menge von 150.000 Tonnen. Es gibt aber welweit kein Endlager, das so sicher ist, dass in 100.000enden von Jahren keine Radioaktivität ins Grundwasser gelangt.

Die CDU möchte die Einrichtung eines Endlagers im niedersächsischen Gorleben vorantreiben.

Die USA wollen in Nevada ihren Atommüll "endlagern".

 

Förderturm Gorleben

Greenpeace besetzt Gorleben

© Greenpeace Deutschland

Erst wenn der letzte Tropfen Grundwasser verstrahlt ist, werdet ihr feststellen, dass Gorleben kein sicheres End- lager für Atommüll ist. - Stopp Castor!

Im Okt 2003 protestieren 100 Greenpeace-Aktivisten auf
dem Gelände des geplanten Atommüll-Endlagers Gorleben.

Bereits 1981 stellten Wissenschaftler fest, dass es über dem Salzstock keine durchgehende Tonschicht gibt, die ihn vom Grundwasser trennt.

Dennoch halten Bundesregierung und Energieversorgungsunternehmen bis heute am Standort Gorleben fest: Die Energieversorger weigern sich, die Kosten für die Suche nach einem anderen Endlager-Standort in Deutschland zu tragen.

 

Plutonium 239
Erhöhte Leukämieraten in Deutschland

Wohngebiete um Atomanlagen in Hanau und Geesthacht (Schleswig- Holstein und Hessen) sind radioaktiv belastet. In Bodentiefen zwischen 5 und 15 cm wurden bis zu 1mm große Kügelchen mit PAC- Kernbrennstoff gefunden, die Plutonium, Americium und Curium enthalten. Vermutlich stammen sie aus Unfällen der 80er Jahre. Die Leukämierate bei Kindern in dieser Gegend ist bezogen auf die Einwohnerzahl ein weltweiter Rekord!

 

Atomtransporte durch NRW

Atomtransporte durch NRW

© Greenpeace Bonn

 

Castortransporte

Unfälle bei Castortransporten können katasthrophale Folgen haben. Die Transportrouten führen mitten durch Ballungszentren. Millionen Menschen leben und arbeiten in der Nähe von Straßen und Bahnstrecken, über die der Atommüll transportiert wird.

Im Abstand von 12 Metern von einem Castor ist die Neutronenstrahlung noch 230 mal stärker als die natürliche Hintergrundstrahlung.
Es gibt keinen wirksamen Kathastrophen Schutz. Die zuständigen Behörden und Hilfsdienste werden nicht einmal über die Transporte informiert! Castor Behälter müssen bei einem Feuertest eine halbe Stunde einen 800 Grad heißen Brand unversehrt überstehen. Ein realer Brand dauert länger und ist heißer. Für Terroranschläge sind Castoren eine rollende Zielscheibe.

 

Entgleister Castor Transport

Entgleister Castor Zug

© Greenpeace Deutschland

 

Atommüll Tourismus

Da es kein Entsorgungs Konzept gibt, wird der Atommüll völlig sinnlos hin und her geschoben:
Anfang der 90'er wurden 82 Brennelemente mit 500 Kg Plutonium, - dem giftigsten Stoff der Welt - von Dessel (Belgien) nach Dounreay (Schottland) transportiert. 2001 wurden sie wieder nach Hanau (Deutschland) zurückgebracht, wo sie aber auch bloß bis 2005 bleiben dürfen. Plutonium verliert auch in mehreren 1000 Jahren nicht seine Gefährlichkeit.

Plutonium Transporte durch Paris

Im Februar 2003 stoppte Greenpeace in Paris einen LKW, der mit 150 Kilogramm hochgiftigem Plutonium quer durch Frankreich fuhr.
Diese Menge reicht für 20 Atombomben! Bereits 1 Millionstel Gramm Plutonium ist tödlich!

Jede Woche, in der Regel montags, dienstags und mittwochs fahren LKW mit solch tödlicher Fracht ohne Gefahrenkennzeichnung und unbewacht quer durch Frankreich! Immer um die gleiche Zeit, immer auf derselben Route von der so genannten "Wiederaufarbeitungsanlage" La Hague/Nordfrankreich zu den atomaren Anlagen von Marcoule oder Cadarache in Südfrankreich. 90 Transporte pro Jahr - rund 12 Tonnen pulverförmiges Plutonium, ausreichend für 1500 Atombomben. Ein Anschlag auf die Transporte oder ein Unfall würde ganze Landstriche verseuchen, Paris müsste komplett evakuiert werden.

Im Dez. 2005 stoppte Greenpeace erneut einen LKW mit 150 kg Plutonium. Die Greenpeace Aktivisten wurden danach vom französischen Geheimdienst verhört. Ihnen wird "Gefährdung der Staatssicherheit und des Atomgeheimnisses" vorgeworfen!

 

Plutonium Transport

© Greenpeace International

Plutonium Transport

© Greenpeace International

 

25 Atombomben aus den USA nach Frankreich und zurück

Sept 2004: Greenpeace Aktivisten blockieren die Straße nach La Hague:
140 Kilogramm waffenfähigem Plutonium aus den USA soll in Frankreich zu Kernbrennstäben verarbeitet und dann in die USA zurück geschifft werden. Diese Menge reicht für 25 Atombomben.

Diesen Einstieg in die Plutoniumwirtschaft als "Entsorgung" zu verkaufen ist absurd. Mit jeder Bewegung von Plutonium erhöht sich die Gefahr, dass das Material in falsche Hände gerät (Schmuggel) und LKWs und Schiffe bieten eine perfekte Zielscheibe für Terroristen.

Die unsinnige Atompolitik Frankreichs

Obwohl Frankreich bereits heute große Überkapazitäten an Kraftwerken hat, ist in Penly (Normandie) noch ein neuer Plutonium Reaktor in Bau.

In einer Dez. 2003 veröffentlichten Studie "Wind vs Nuclear 2003" wird nachgewiesen: Würden die Investitionen für diesen Reaktor (3,5 Milliarden Euro) umgelenkt in den Neubau von Windkraftanlagen, so würde das 5-mal so viele Arbeitsplätze schaffen, und mehr als doppelt so viel Strom erzeugen.

Nach dem aktuellen Stand der EU-Energiedebatte werden bis 2010 Windkraftanlagen ans Netz gehen, die den Strom von 14 Atomkraftwerken erzeugen.

Weil EdF die immensen Kosten für den überflüssigen Reaktor nicht selbst tragen will, hat der Konzern ausländische Unternehmen aufgefordert, sich an dem Projekt zu beteiligen - bisher ohne Resonanz.

 

Aktivisten bauen Windräder vor dem AKW Penly auf

Greenpeace Aktion in Penly

© Greenpeace Deutschland

 

China will Plutoniumanlage Hanau kaufen

Ende 2003 hat China den Wunsch geäußert, die Siemens Plutonium-Mischoxid-Fabrik (MOX-Fabrik) Hanau zu kaufen.

Der Verkauf der Plutoniumfabrik nach China wäre ein deutscher Beitrag zur politischen Destabilisierung in Fernost. Denn frischer MOX-Brennstoff ist immer atomwaffenfähiges Material, eine rein zivile Plutoniumtechnik gibt es nicht. Mit der Lieferung der Hanauer Fabrik würde Deutschland China erstmals ermöglichen, dieses Material in großer Menge zu verarbeiten. Nach Schätzungen der Internationalen Atomenergiebehörde lässt sich MOX-Brennstoff innerhalb von zwei Wochen in metallische Bauteile für Atombomben umwandeln.

Greenpeace demonstrierte vor Ort mit einer 2 Meter großen Schrottpresse: "Wer den Atomausstieg predigt, muss die Plutonium-Fabrik Hanau in die Schrottpresse geben statt Geschäfte damit zu machen!"

Schmuggel

Von 1993 bis 2004 registrierte die internationale Atomenergie Agentur (IAEA) in Wien mehr als 662 Fälle, in denen radioaktives Material geschmuggelt wurde.

Die Sicherheit der 96 russischen Atomanlagen ist schlecht. Seit 1991 wurde mindestens 13 mal radioaktives Material gestohlen.

In den USA verzeichnete die "Nuclear Regulatory Commission" seit 1996 mehr als 1500 Fälle von Atomdiebstahl.  Mehr als die Hälfte ließ sich bislang nicht aufklären.

In der EU verschwindet rund 70 mal pro Jahr radioaktives Material. Es eignet sich zum Bau einer sog. "Dirty bomb", einer konventionell gezündeteten Bombe, bei der das radioaktive Material weiträumig verteilt wird und die Umgebung verseucht.

Terroranschläge

Den US Geheimdiensten war bereits 1999 bekannt, dass in Afghanistan Terroristen ausgebildet werden, um in Europa und USA Infrastruktur zu zerstören. Dabei stehen Atomkraftwerke an erster Stelle!

10 der 19 deutschen Atommeiler sind (theoretisch) gegen den Absturz eines 20 Tonnen Militärjets sicher. Die 5 ältesten deutschen Reaktoren würden wahrscheinlich nicht einmal den Absturz eines Sportflugzeuges überstehen.

Aber ein Atomkraftwerk gegen den Absturz einer 400 Tonnen schweren mit 200.000 Litern Kerosin betankten Boeing 747 abzusichern ist unmöglich. Die Betonhülle eines existierenden Reaktors läßt sich nicht beliebig verstärken ohne Fundament und Statik zu gefährden. Das Kerosin brennt stundenlang bei Temperaturen von mehreren 1000 Grad. Stahlträger schmelzen dabei wie Wachs.

Auch das Aufstellen von Flugabwehr Geschützen vor einem Atomkraftwerk wirft Probleme auf : Wer könnte die Verantwortung übernehmen, bei einer Vorwarnzeit von maximal 2 Minuten die Entscheidung zu treffen, ob ein Jet mit 200 Urlaubern sich verflogen hat oder gekapert wurde?

Verschärfte Sicherheits Kontrollen wirken nur als Beruhigungspillen

Auch nach der Verstärkung der Flughafen Sicherheits Kontrollen gelang es Journalistenteams Gegenstände an Bord zu schmuggeln, die man als Waffen nutzen kann.

Am 18.12.2001 gelang es Greenpeace Aktivisten, auf das Dach eines Reaktors in Sydney zu klettern. Damit demonstrierten sie, dass keine Atomanlage sicher ist. Erst nach 10 Minuten griffen die Sicherheitskräfte ein!

Greenpeace stürmt Atomkraftwerk

Am 13.1.2003 haben 19 Greenpeace-Aktivisten das Atomkraftwerk Sizewell B in Großbritannien gestürmt. Ohne größere Probleme gelang es den Aktivisten in das angeblich "sicherste Atomkraftwerk Großbritanniens" hineinzuspazieren und sogar Zugang zum Kontrollraum und zum Reaktorblock des Meilers zu erlangen. Die Aktion war bereits die zweite dieser Art. Die Sicherheitsbeamten brauchten 25 Minuten, bis sie an Ort und Stelle waren. "Es ist einfacher in das Atomkraftwerk Sizewell B zu gelangen, als in einen Nachtclub". Sizewell gilt als Grossbritanniens Vorzeige-Atomanlage.

 

Greenpeace Aktivisten auf der Reaktorkuppel von Sizewell-B

Greenpeace Aktivisten auf der Reaktor Kuppel von Sizewell-B

© Greenpeace Deutschland

 

AKWs in Erdbeben Gebieten

In Belene, Bulgarien sollte ein Atomkraftwerk gebaut werden obwohl das Gebiet erdbebengefährdet ist. 1977 zerstörte ein schweres Beben mehrere Dörfer der Umgebung, 200 Menschen kamen damals ums Leben. Kleinere Erdbeben mehrmals im Monat sind an der Tagesordnung. Die Deutsche Bank und die Hypovereinsbank wollten sich an der Finanzierung beteiligen. Nach massiven Protesten von Urgewald, Ausgestrahlt und Greenpeace haben beide Banken sich 2006 zurückgezogen - ein großer Erfolg.

Was würde bei einem GAU passieren?

Würde es z.B. im Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg zu einer Kernschmelze kommen, rechnet man mit bis zu 4,8 Millionen Todesopfern. Hamburg könnte nicht rechtzeitig evakuiert werden. Die Leute würden versuchen, mit Autos zu fliehen, der Verkehr bräche zusammen, es würden bürgerkriegsähnliche Zustände entstehen. Hamburg würde sich in eine Geisterstadt verwandeln, ganze Landstriche wären auf Jahrzehnte unbewohnbar. Millionen Menschen würden ihre Heimat für immer verlieren.

Noch schlimmer wäre ein Flugzeugabsturtz auf eine der "Wiederaufbearbeitungs" Anlagen im französischen La Hague oder im britischen Sellafield. Hier lagert mehr Strahlenmüll als in 20 Atomkraftwerken zusammen. Bei einem Brand würden ca. 24 Tonnen radioaktives Cäsium 137 freigesetzt - 44 mal mehr als in Tschernobyl. Große Teile Großbritanniens oder Frankreichs wären auf unabsehbare Zeit verstrahlt.

Es gibt nur eine einzige Gegenmaßnahme gegen diese Horrorszenarien: Abschalten!

 

Strahlendes Europa

Atomkraftwerke in Europa Karte

© Greenpeace Deutschland

 

Sicherheit    Die Zeitbombe tickt...

Ein AKW verschleißt - genauso wie ein Auto. Kein Auto fährt 40 Jahre im Dauerbetrieb, von einem AKW wird dies aber verlangt! Rohre bekommen Risse durch den permaneten Neutronenbeschuß, Sicherheitstechnik fällt aus. Das uralte Atomkraftwerk Biblis B hat mindestens 49 schwere Sicherheitsmängel.

Der Stromversorger Energie Baden-Württemberg (Yello) musste Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften an ALLEN seinen AKW Standorten einräumen!

Generell gilt für ALLE AKWs:

Profit ist den Betreibern wichtiger als Sicherheit! (siehe unten Brunsbüttel, Philippsburg...)

Durch den Konkurrenzkampf im Strommarkt wird an der Sicherheit als Erstes gespart, insbesondere GERADE an den ältesten und damit gefährlichsten Kraftwerken, da diese ja bald abgeschaltet werden und sich Investitionen nicht mehr "lohnen".

Nach einer Studie der Gesellschaft für Reaktorsicherheit kommt es in einem deutschen AKW bei einer Betriebszeit von 40 Jahren mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,1% zu einem Super-GAU. Bei EU-weit mehr als 150 AKWs ergibt sich ein Risiko von 16% für einen GAU in der EU. Genauso wahrscheinlich ist es, auf Anhieb eine 6 zu würfeln.

 

Forsmark, Schweden, August 2006 - fast ein zweites Tschernobyl!
Der Direktor der Staatlichen Kernkraftinspektion in Schweden (SKI) sagte, dass es "nur mit purem Glück nicht zu einer Kernschmelze gekommen ist."

 

Atomkraftwerk Forsmark

© Greenpeace Deutschland

 

Durch einen Kurzschluss war das Netz ausgefallen und das AKW war auf die Notstromversorgung angewiesen, die aus 4 Dieselgeneratoren besteht. Bis die Dieselgeneratoren auf Touren kommen müssen 4 starke Battarien über Wechselrichter die Steuerzentrale und die Notkühlung mit Strom versorgen. Dieser Wechselrichter (1992 von AEG geliefert) war falsch verdrahtet, was jahrelang bei Sicherheitskontrollen niemandem aufgefallen war.

Im Kontrollraum gingen die Monitore aus. Die Mannschaft hatte keine Ahnung, wie es im Reaktorkern aussah. Das Atomkraftwerk ist 23 Minuten im Blindflug, im Geisterbetrieb gefahren. Zum Glück erfolgte vor dem Stromausfall noch ein Notstopp des Reaktors. Aber selbst bei beendeter Kettenreaktion muss der Reaktor weiterhin gekühlt werden (mit Notstrom), sonst kommt es zur Kernschmelze, zum Super-GAU.

Nach dem Beihnahe-GAU wurden 4 bauähnliche Atomkraftwerke von der schwedischen Atomaufsicht sofort vom Netz genommen. Die Probleme mit den Wechelrichtern sind seit Jahren bekannt, aber der Betreiber Vattenfall hat an Sicherheitsnachrüstungen gespart.

Auch in Deutschland sind im AKW Brunsbüttel (bei Hamburg) Teile der Notstromversorgung von Wechselstrom abhängig. Obwohl der Betreiber Vattenfall dies weiß, behauptete er, das Gleiche könne in Deutschland nicht passieren. Er behauptete dies sogar schon bevor die genaue Ursache der Störung überhaupt erforscht war!

Das Gegenteil ist der Fall: Eine Studie belegt, dass Brunsbüttel noch unsicherer ist als Forsmark! Greenpeace fordert, Brunsbüttel sofort abzuschalten. Brunsbüttel ist in der Vergangenheit bereits mehrfach durch Störfalle in den Schlagzeilen gewesen. (s.u.)

Sosnowi Bor, Rußland, Dezember 2005
Nordeuropa entgeht nur knapp einem GAU. In einem Atomkraftwerk bei St. Petersburg kommt es zu einer Gasexplosion. Nur 50 Meter entfernt lagert Atommüll.

Sellafield, Großbritannien, Mai 2005
Ein Teil der britischen Atomanlage Sellafield ist nach einem Unfall stillgelegt worden. Plutoniumhaltige Salpetersäure ist aus einem gerissenen Rohr ausgelaufen. Sie enthält ca 200 Kilogramm Plutonium, was für 20 Atombomben ausreichen würde. Die hochgiftige Mischung floss in einen vollständig abgedichteten Raum. Dort kann sie zwar keinen Schaden anrichten, doch wird es ein kostspieliges und langwieriges Unterfangen sein, den Raum zu säubern. Möglicherweise muss dafür erst noch ein Spezialroboter gebaut werden.

Sellafield, Großbritannien - Plutonium Skandal, Februar 2005
In der britischen "Wiederaufarbeitungsanlage" werden ca 40 kg Plutonium vermisst. Ob das Material, das für 7 Atombomben ausreicht, gestohlen wurde, oder ob es sich um Schlamperei in der Buchführung handelt, ist unklar.

Chennai, Indien, Dez 2004
Das Atomzentrum "Kalpakkam Atomic Reprocessing Plant" (Wiederaufarbeitungsanlage und Plutoniumfabrik) 80 km südlich von Madras ist von der gigantischen Flutwelle Tsunami nach dem See-Beben überflutet worden. 30 Angestellte sind zu Tode gekommen. 1200 Menschen in der Umgebung der Anlage sind evakuiert worden.

Biblis B (bei Frankfurt), Februar 2004
Es ereignet sich beihnahe ein Super-GAU als nacheinander FÜNF Stromsysteme ausfallen. Während eines Sturmes kommt es zu einem Kurzschluß im Hochspannungsnetz. Daraufhin fällt in Biblis ein Hauptnetzanschluß aus, dann auch der zweite. Der Reservenetzanschluß funktioniert ebenfalls nicht. Als schließlich noch die Notstandstromversorgung von Block A und die Eigenbedrafsversorgung von Block B versagen ist der gefürchtete "Notstromfall" gegeben: Es besteht die Gefahr, dass die Sicherheitssysteme nicht mehr mit Energie versorgt werden können. Die Notstomdiesel sind die letzte Rettung. Nur weil sie letztlich anspringen, bleibt Deutschland die Katastrophe erspart. Es hätte auch anders kommen können, denn mehrfach in der Vergangenheit waren die Notstromaggregate in Biblis gestört.

Paks, Ungarn, April 2003
Beim Reaktor der sowjetischen Bauart WWER 440-213 ist beim Abkühlen von abgebrannten Brennelementen ein Behälter der Brennstäbe beschädigt worden und Kernmaterial auf den Boden gesunken.

4 Tonnen Uran-Brennstäbe mit Uran 235 liegen am Boden des Abklingbeckens. Es besteht die realistische Chance, dass dieses Material die sog. Rekritikalität erreicht, was eine unkontrollierte Kettenreaktion mit der Emission einer radioaktiven Wolke und Verseuchung der Umgebung zur Folge hat.

Die Kraftwerksleitung verweigerte präzise Auskünfte.

Zwei Budapester Universitäten hatten am 10. April um 17% - 26% erhöhte radioaktive Werte in Budapest festgestellt. Der Vorfall wurde mit Stufe 3 der siebenstufigen IAEA Skala bewertet.

Oak Harbour, Ohio, März 2002
Nur durch Zufall wurde im 25 Jahre alten Atomkraftwerk Davis Besse eine undichte Leitung entdeckt, aus der Borsäure auf den Deckel eines Druckwasserbehälters tropfte. Als der Schaden entdeckt wurde waren bereits 14 cm des 15 cm dicken Stahldeckels weggefressen! Ein Leck im Druckwassersystem hätte wahrscheinlich eine Katastrophe ausgelöst.

Ursache wie üblich: schlechte Wartung und laxe Kontrollen.

Brunsbüttel (bei Hamburg) Dez. 2001
Es kam zu einem Leck im Kühlsystem. Dies ist an sich schon ein schwerer Unfall. Trotzdem läßt der Kraftwerksbetreiber HEW das AKW weiterlaufen und vertuscht den Vorfall denn das Herunterfahren des Kraftwerks würde bedeuten, dass für die Tage der Reparatur keine Einnahmen gemacht werden. Profit ist wichtiger als Sicherheit!

Erst 2 Monate später! entdeckte ein Inspektorenteam bei einer Routinekontrolle das Trümmerfeld im Sicherheitsbehälter des Meilers! Eine Rohrleitung war über etwa 3 Meter völlig zerfetzt. Die Ursache für den Abriß war eine Wasserstoffexplosion von der Sprengkraft einer Handgranate im Sicherheitsbehälter des Reaktors. Wie es zu dieser Explosion kam ist immer noch unklar.

Die geborstene Kühlleitung hat einen Durchmesser von 10 cm und eine Wandstärke von 5mm. Nur ein einziges Rückschlagventil trennt die Schadensstelle vom hochradioaktiven Innenraum des Reaktordruckbehälters. Das Rückschlagventil liegt 1 Meter hinter dem Reaktordruckbehälter.

 

Brunsbüttel - zerfetztes Rohr nach Wasserstoff Explosion

Brunsbüttel - zerfetztes Rohr nach Wasserstoff Explosion

© Greenpeace Deutschland

 

Dies war der bisher gravierendste Unfall in einem deutschen Atomkraftwerk. Nur eine simple Rückschlagklappe verhinderte, dass radioaktiver Wasserdampf über Stunden oder Tage unkontrolliert ausströmte. Und wäre die berstende Leitung nicht von einem stabilen Splitterschutz abgebremst worden, hätte die Wucht der Detonation das Rohr vollständig aus der Verankerung gerissen - mitsamt der Rückschlagklappe. Trümmerteile hätten sogar den Sicherheitsbehälter wie Geschosse durchschlagen können! Dann wäre radioaktiver Dampf abgeblasen worden, der bis ins 60 km entfernte Hamburg gezogen wäre.

Die Weigerung des Betreibers HEW, den Meiler stillzulegen, hat ihm zunächst zweistellige Millionenverluste erspart.
Die Kraftwerksleitung beharrte auch auf Nachfragen auf ihrer Theorie von der "spontanen Dichtungsleckage" und ignorierte den Vorfall, obwohl zwei Thermoelemente an dem zerstörten Rohr binnen weniger Sekunden einen Temperatureinbruch um fast 60 Grad registrierten, obwohl Brandmelder in unmittelbarer Umgebung des Störfalls ansprachen, obwohl ein Verlust von 260 Litern Kühlwasser in nur 4 Minuten anzeigt wurde, obwohl Druck und Temperatur im Sicherheitsbehälter deutlich anstiegen...

Greenpeace fordert, der HEW die Lizenz zu entziehen.
Greenpeace hat beim Verwaltungsgericht Schleswig einen Eilantrag für die Herausgabe der Akten zum Störfall gestellt, die der Betreiber geheim halten will. Wenn in einem Atomreaktor ein so schwerer Unfall passiert, haben die Bürger ein Recht zu erfahren, was passiert ist!

2002 wurde der Reaktor für ein Jahr stillgelegt um zu überprüfen, ob sich solch eine Wasserstoff Explosion wiederholen könnte. Die Politik versäumte aber, auch die anderen 5 deutschen Siedewasser Reaktoren für eine gründliche Überprüfung stillzulegen.

1987 entwichen durch ein Dampfleitungsleck 2 Tonnen radioaktive Gase. Die Betriebsmannschaft manipulierte kurzerhand die Abschaltautomatik und fuhr den Reaktor noch fast 3 Stunden weiter.

Brunsbüttel - der älteste deutsche Reaktor - ist seit 1976 am Netz. Allein 1992 wurden bei einer Routineüberprüfung 61 Risse an Rohrleitungen festgestellt. Seit der Inbetriebnahme summieren sich die Stillstandszeiten durch technische Defekte auf sieben Jahre.

Die Notstromversorgung wurde beim Bau falsch verkabelt. Dies blieb 25 Jahre lang unentdeckt! Die Folge: bei einem Störfall hätten nicht alle Notsysteme des Reaktors mit Strom versorgt werden können.

Krümmel (bei Kiel), 2001
Das AKW war wegen Defekten ein Jahr lang stillgelegt! Die Leukämierate bei Kindern, die in der Nähe des Atomkraftwerks Krümmel wohnen, ist erhöht. Bei einer Überprüfung 2001 ließ sich eine Armatur einer Entwässerungsleitung des Sicherheitsbehälters nicht schließen. Hierbei hat sich gezeigt, dass der Betreiber gegen die Sicherheitsvorschriften verstoßen hat.

Philippsburg (bei Mannheim), Sept 2001
Der süddeutsche Stromversorger Energie Baden-Württemberg (EnBW) hat tagelang wissentlich das AKW Philippsburg ohne ein funktionierendes Not-Kühlsystem betrieben. Profit vor Sicherheit lautet die Formel, mit der die EnBW ihre Atomanlagen betreibt.

Sellafield, Großbritannien, Jan 2001
In mehreren Behältern mit flüssigen, hoch radioaktiven Abfällen stieg die Konzentration explosiver Gase nachdem die Lüftung ausgesetzt hatte. Die Arbeiter nahmen die Panne zunächst nicht ernst und reagierten erst mit 3 stündiger Verzögerung auf die Warnsignale. Die Explosion der Abfalltanks ist der schlimmste denkbare Unfall in einer Wiederaufarbeitungsanlage. Eine solcher GAU würde weite Teile Großbritanniens radioaktiv verseuchen! Die Behälter mit dem hochradioaktiven, flüssigen Müll müssen ständig gekühlt werden, damit sie sich nicht zu sehr aufheizen und explodieren. In den Tanks können bis zu 1500 Tonnen Atommüll gelagert werden. Der flüssige Strahlenmüll enthält rund 30mal mehr radioaktives Cäsium 137 als der Reakorkern von Tschernobyl. Der älteste der insgesamt 21 Tanks ist seit mehr als 40 Jahren in Betrieb. Im Februar 2000 hat die britische Atomaufsicht die Betreiberfirma BNFL scharf für die Vernachlässigung der gefährlichen Abfälle kritisiert. 2000 ist die BNFL bereits in den Schlagzeilen gewesen, als sie die Papiere von Brennelementen gefälscht hat!

Unterweser (bei Bremen), 1998
Nach einer Schnellabschaltung steigt der Dampfdruck. Die Sicherheits Ventile sind verriegelt. Dies wird erst nach ! 2 Tagen ! bemerkt, da die Reaktor Crew grob gegen die Vorschriften verstoßen hat und ein zentrales Sicherheits System außer Kraft gesetzt hat.

Biblis A (bei Frankfurt), 1987
Es konnte nur um Haaresbreite ein Super GAU verhindert werden. Dies wurde vor den Aufsichtsbehörden geheim gehalten und wurde nur durch einen Zufall 1 Jahr später bekannt!

Ein Ventil klemmte und 107 Liter radioaktives Kühlwasser liefen aus. Nur mit viel Glück ließ sich das Ventil trotz des hohen Drucks wieder schließen. Das Auslaufen von Kühlwasser kann eine Kernschmelze zur Folge haben!

Ein Sieb im Notkühlsystem, das bei einem Rohrbruch ausgelaufenes radioaktives Wasser filtert, ist zu klein. Der Fehler wurde 29 Jahre lang nicht entdeckt. Er besteht seit dem Bau des Reaktors. Und das obwohl Biblis A zu den bestgeprüftesten Reaktoren Deutschlands gehört. Der TÜV-Nord beschäftigte sich in den 90'er Jahren sogar speziell mit den Ansaugöffnungen der Notkühlung!

Krümmel (bei Kiel) - Vertuschungs Skandal, 1986
In der Elbmarsch sind 16 Kinder an Leukämie erkrankt - 60 mal so viel, wie im deutschen Durchschnitt.
1986 ist eine Laboreinrichtung auf dem Gelände abgebrannt. Diese Tatsache ist systematisch vertuscht worden.
1992 wurde eine ehrenamtliche Fachkommission zur Ursachenaufklärung eingesetzt.

2004 sind 6 von 8 Mitgliedern dieser Kommission aus Protest zurückgetreten. Sie warfen den Aufsichtsbehörden Verschleierungspolitik vor. Die Landesbehörden haben die Ursachenforschung nicht unterstützt und kritische Berichte unterschlagen.

Auch heute noch erkranken weitere Kinder.

Harrisburg, Pennsylvania, 28 März 1979
Dem Personal unterläuft eine Reihe schwerer Fehler. Nach einer Störung im Kühlsystem überhitzt sich Reaktorblock 2, ein Teil des Kerns schmilzt, radioaktives Gas strömt aus. Jahre später steigt die Zahl der Krebsfälle in der Region Harrisburg. Die Aufräumarbeiten kosten umgerechnet eine Milliarde Euro.

Japan, Vertuschungs Skandal
Im August 2002 wird bekannt, dass die Betrieberfirma Tokyo Electric Power (TEPCO) seit 1986 bis Mitte der 90er Jahre in mindestens 29 Fällen Inspektionsberichte über Risse in 13 Atomreaktoren gefälscht hat. Seit September 2002 wurden daher nach und nach die 17 Reaktoren der TEPCO abgeschaltet und gründlich überprüft.

Japan, Tokio, 12.11.2002:
Bei einem Meiler in der Provinz Fukui trat ein Leck im primären Kühlsystem auf, aus dem radioaktives Wasser austrat. Statt sofort herunterzufahren wurde er noch !3 Tage! weiterlaufen gelassen. Das Leck vergrößerte sich, insgesamt liefen 6 Tonnen Wassser aus, zuletzt 300 Liter pro Stunde!

Japan, Tokaimura, 30.9.1999:
In der Brennelemente Fabrik JCO missachten Mitarbeiter Sicherheits-Vorschriften und füllen zu viel angereichertes Uran in einen Tank. Es setzt eine unkontrollierte Kettenreation ein.

2 Arbeiter kommen ums Leben, die Anwohner werden erst Stunden später evakuiert, 600 Menschen werden verstrahlt.

Trotz der Vorfälle will Japan den Atomstromanteil von 35% im Jahr 2001 auf 42% im Jahr 2010 erhöhen. In Japan stehen bereits 52 Atomreaktoren.

 

Fazit: Diese schweren Störfälle beweisen: Kerntechnologie ist nicht beherrschbar!
Wie viele Unfälle brauchen wir noch?

 

Ab einer Betriebsdauer von 20 Jahren nimmt das Risiko für einen Reaktorunfall deutlich zu.
Es treten Werkstoffprobleme auf, die auch durch Nachrüstungen nicht in den Griff zu kriegen sind!

Die Reaktoren werden immer älter. Die Materialien sind hohen Temperaturen, hohen Drücken und harter Neutronen-Strahlung ausgesetzt. Die Verschleißerscheinungen nehmen zu.

  • Die Betreiber stehen unter dem Kostendruck des liberalisierten Strommarktes. Um die Atomkraftwerke möglichst 365 Tage im Jahr am Netz zu halten, werden die Reaktoren immmer seltener gewartet.
  • Und warum sollte ein Betreiber in die Sicherheit eines AKWs investieren, wenn dieses ohnehin in ein paar Jahren abgeschaltet wird?

Das letzte Deutsche Atomkraftwerk wird erst in 20 Jahren vom Netz gehen.

 

Brunsbüttel

Die Kernfusion ist keine Alternative!

Greenpeace

Kernfusions Reaktor

© Greenpeace Magazin

 

Im südfranzösischen Cadarache wird ab Ende 2005 der internationale thermonukleare Versuchsreaktor (ITER) gebaut, der 2015 fertig sein soll. Geld spielt offenbar keine Rolle: 10 Milliarden Euro und das für nur 20 Jahre Lebensdauer!

Energiegewinnung durch Kernfusion ist ein Traum, der seit vielen Jahren zig Millionen Euro an Forschungsgeldern verschlingt. Bislang ohne jeden Nutzen, und daran wird auch der ITER nichts ändern. Selbst die Befürworter der Kernfusion gehen davon aus, dass die Technologie frühestens in 50 bis 80 Jahren zur Stromerzeugung beitragen kann - wenn überhaupt. Die gleiche Prognose wurde bereits 1958 von den Entwicklern der Wasserstoffbombe gemacht. Damals hieß es, mit der kommerziellen Nutzung der Kernfusion sei frühstens im Jahr 2000 zu rechnen.

Es ist wahrscheinlich, dass das Geld für den ITER in den Sand gesetzt ist, denn die technischen Probleme sind enorm: Kernfusion ist der Versuch, die Vorgänge in der Sonne zu simulieren. Dafür ist im Reaktorkern (s. Bild) eine Temperatur von hundert Millionen Grad Celsius erforderlich, was technisch bisher nicht zu beherrschen ist. Viele neue Erkenntnisse sind vom ITER auch nicht zu erwarten, denn schon seit 1983 ist erwiesen, dass die Kernfusion prinzipiell funktioniert.

Hinzu kommt, dass auch die angeblich so umweltfreundliche Kernfusion radioaktiven Müll erzeugt. Dass dieser nicht Zehntausende sondern nur 200 Jahre strahlt, dürfte denen kein Trost sein, die bei einem eventuellen Störfall mit Austritt von Radioaktivität an Krebs erkranken. Der ITER erzeugt 10 mal mehr radioaktives Tritium als alle 17 deutschen AKWs zusammen. Außerdem werden Materialien im Reaktor durch die harte Neutronenstrahlung angeregt, so dass auch Substanzen mit langen Halbwertszeiten entstehen können. Der verstrahlte Reaktor muss also nach dem Betriebsende wie ein AKW aufwändig und teuer entsorgt werden.

Um die notwendige Hitze im Reaktor zu erzeugen wird der ITER zig Millionen Kilowattstunden aus dem französischen Stromnetz saugen, statt selbst Strom zu erzeugen. Denn schon heute steht fest, dass der Iter niemals Strom produzieren wird. Der Iter ist lediglich eine "Geldvernichtungsmaschine".

Klimafreundliche Alternativen sind längst vorhanden: Erneuerbare Energien sind umweltfreundlich, sicher und wesentlich kostengünstiger. Mit den 10 Milliarden Euro könnten wir Offshore Windkraftanlagen bauen, die 10.000 Megawatt Strom produzieren und rund 8 Millionen Haushalte versorgen.

Wir brauchen die Energiewende JETZT und nicht erst in 50 oder 80 Jahren!

 

 

 
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