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Strom-Kennzeichnung

In der aktuellen Kampagne fordert Greenpeace die Strom-Kennzeichnung. Auf jedem Schokoriegel muss draufstehen, was drin ist. Stromkonzerne verkaufen aber die Katze im Sack. Was für Anbieter ökologischen Stroms längst selbstverständlich ist, soll für alle Stromkonzerne gelten: Greenpeace fordert, dass auf jeder Stromrechnung und auch in jeder Strom Werbung der Verbraucher über die Zusammensetzung und Herkunft seines Stroms informiert wird.

Strommix von E.ON, Yello, RWE

In zunehmendem Maße läuft ein Großteil des Strom-Geschäfts über Zwischenhändler und Strombörsen ab. Dadurch wird immer undurchschaubarer, woher die Elektrizität eigentlich kommt. Der Anteil an grauem Strom wächst. (Strom, dessen Herkunft nicht öffentlich bekannt ist).

In zunehmendem Maße wird auch Strom aus russischen Schrottreaktoren vom Typ Tschernobyl in Deutschland verkauft. Auf Nachfrage von Greenpeace im diesem Frühjahr weigerten sich die großen deutschen Energiekonzerne E.ON, RWE und EnBW, eine detaillierte Auskunft über den von ihnen verkauften Strom zu geben.

Greenpeace Vorschlag: So soll die Stromrechung aussehen

© Greenpeace Deutschland


Eine Kennzeichnung, wie sie Greenpeace fordert, ist in 21 Staaten der USA bereits Pflicht oder in Vorbereitung. Auch in Österreich müssen seit Oktober 2001 Angaben zu Herkunft und Erzeugung des Stroms gemacht werden.

Juni 2005: Der Bundestag beschließt das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG):
Die geplante Stromkennzeichnung wurde komplett verwässert. Der Verbraucher kann auf seiner Stromrechnung nicht erkennen, wie stark der Strom seines Stromversorgers die Umwelt belastet. Greenpeace hatte gefordert, auf der Rechnung und allen Werbematerialien den mit der Stromerzeugung verbundenen Kohlendioxidausstoß und die Belastung durch Atommüll anzugeben. RWE, Eon, Vattenfall und Co. haben jetzt den politischen Freibrief, die Art ihrer Stromproduktion zu verschleiern.

Dagegen wird auf der Homepage von Greenpeace energy schon immer die momentan aktuelle Zusammensetzung des Stromes aus Wasser, Wind, Solar, EEG (Energie-Einspeise-Gesetz) und KWK (Kraft-Wärme-Koppelung) als Balkendiagramm angezeigt.

Der Stromversorger Energie Baden-Württemberg (Yello) musste Verstöße gegen die Sicherheitsvorschriften an ALLEN deutschen AKW Standorten einräumen! Erschreckende Details siehe unsere Atomenergie-Seite.

Erfolg (u.a.) der Greenpeace Kampagne

Am 4.Juni 2003 wurde eine EU Richtlinie verabschiedet, nach der ab 2004 die Elektrizitätswerke auf ihrer Rechnung den gelieferten Strommix aufschlüsseln müssen. Aber damit nicht genug: Auch die Umweltschäden, die der Strom angerichtet hat, müssen berichtet werden: die ausgestoßene Menge an Kohlendioxid oder an Atommüll, die pro Kilowattstunde entsteht. So wird fairer Wettbewerb erst möglich.

Wird Strom über die Strombörse eingekauft (grauer Strom), lässt sich die Erzeugungsart nicht mehr zurückverfolgen. Deshalb setzt man in diesem Fall den so genannten Ucte-Mix an, den Durchschnitt im europäischen Verbundnetz. Marketinggags, wie "Mix-Power" von E.ON, wo jeder seinen persönlichen Mix zusammenstellen konnte -zumindest auf dem Papier- werden auch ausgeschlossen: künftig bekommt jeder Kunde schlicht den einheitlichen Gesamtmix der Firma ausgewiesen.

März 2006:
Greenpeace hat die Umsetzung des Gesetzes unter die Lupe genommen.
Das Ergebnis ist ernüchternd: Die derzeitige Form der Stromkennzeichnung verhindert wegen der unterschiedlichen Darstellungen, dass der Verbraucher die Angebote einfach vergleichen kann. So fehlt z.B. oft die Informationen, wie groß der Anteil an Kohle oder Erdgas bei der Stromerzeugung ist. Greenpeace fordert daher von der Bundesregierung, eine einheitliche From der Stromkennzeichnung gesetzlich festzulegen.


E.ON - der schmutzige Riese

E.ON ist beteiligt an 12 Atomkraftwerken allein in Deutschland, ist Anteilseigner am litauischen Regionalversorger Lietuvous und verdient damit direkt am Verkauf von Strom aus dem Hochrisikoreaktor Ignalina in Litauen - einem RBMK Reaktor der Tschernobyl-Art:

  • Keine Schutzhülle, die im Fall eines Lecks die Freisetzung von Radioaktivität verhindert.
  • Erhebliche radioaktive Belastungen bereits im Normalbetrieb.
  • Hoch brennbares Graphit als Neutronenmoderator (bei einem Unfall gerät der Reaktor durch den Brand völlig außer Kontrolle).
  • Mangelhafte Kühl- und Brandschutzeinrichtungen etc.

Stromabnehmerfirmen wie E.ON halten Hochrisikoreaktoren, die sofort abgeschaltet gehören, weiter in Osteuropa am Netz. Tschernobyl kann morgen überall sein: In Litauen, aber eben auch in Brokdorf, Brunsbüttel, Krümmel, Grohnde, Unterweser, Emsland, Grafenrheinfeld, Gundremmingen oder Isar. An all diesen Reaktoren, die uns ein tagtägliches GAU-Risiko bescheren können, verdient E.ON sich eine goldene Nase.
Für über 50% des Stroms gibt E.ON keinen Herkunftsnachweis an.

In Deutschland krönt sich E.ON durch die Übernahme der Ruhrgas AG zum Energiekaiser. Durch den Aufkauf von Stadtwerken und kleinen Energieversorgern hält E.ON den Energiemarkt längst fest im Griff. Die meisten Verbraucher haben so zwar noch ihren alten Regionalversorger auf der Stromrechnung stehen, der Strom kommt aber von E.ON und sie unterstützen ohne es zu wissen die dreckige Energiepolitik des Riesen-Konzerns.

Auch in Teschechien hat sich E.ON gut eingekauft: Dort ist E.ON inzwischen der zweitgrößte Stromlieferant.

Greenpeace Aktion bei E.ON, München

Schwarzenegger auf E.ON Werbung von Greenpeace

© Greenpeace Deutschland

Am 26.4.2002 montierten Greenpeace Aktivisten dieses Plakat an die Fassade der Münchner E.ON Zentrale.
Es ist eine Satire auf die E.ON Werbung mit Schwarzeneggers "Mix it Baby".
E.ON verkauft Strom aus den russischen Schrottreaktoren Sosnowi Bor und Ignalina des "Tschernobyl"-Typs.


Aachen

Am 27.4.2002 hat die Greenpeace-Gruppe Aachen dem Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden einen offenen Brief zugestellt, mit der Bitte, zwei Fragen zu beantworten:
"Woher kommt der Strom in Aachens öffentlichen Gebäuden?" und
"Was tut die Stadt für den Einstieg in eine umweltfreundliche Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien?".
Bei dieser Aktion wurden von den Passanten in 2 Stunden 200 Protest-Postkarten unterschrieben.

Antwort

Einen Monat später bekamen wir von der STAWAG die Information über die Zusammensetzung ihres Stromes:

Strom Mix der Stawag Aachen

Braunkohle-Anteil

Dieser kommt aus dem Kraftwerk in Weisweiler. Weisweiler liefert zwar auch einen kleinen Teil Fernwärme nach Aachen, kann aber trotzdem nicht als umweltfreundliches KWK Kraftwerk bezeichnet werden. Als 1993 die Fernwärmeleitung an das bereits bestehende Kraftwerk Weisweiler nachträglich angeschlossen wurde, ging es in erster Linie darum, das Image des Braunkohle Kraftwerks aufzubessern. Greenpeace hat aber schon damals gefordert, ein KWK Kraftwerk zu bauen, das erstens näher bei Aachen liegt und zweitens mit Gas betrieben wird und so eine wesentlich bessere CO2 Bilanz hat.

Energie-Einspeise-Gesetz-Anteil

Dieser Strom setzt sich zusammen aus Sonne, Wind, Biomasse und Wasser.
Man kann also insgesamt nur 4,56% des STAWAG Stromes als ökologisch sauber bezeichnen.

Grauer Strom

Dieser kommt von Trianel (einem Unternehmen, an dem die STAWAG Miteigentümer ist) Dieser Strom wird über die Börse eingekauft und kann nicht weiter aufgeschlüsselt werden.
Die STAWAG schreibt aber:
"Gemeinsam mit TRIANEL bemühen wir uns derzeit über den Energiemix der verschiedenen Lieferanten für die an STAWAG gelieferten Mengen eine Aufstellung anzufertigen. Auch wenn dieser Wert nicht exakt belastbar ist, so stellt er doch einen Anhaltspunkt dar. Sobald hier weitere Erkenntnisse vorliegen, werden wir Ihnen diese zukommen lassen."

Nach einer weiteren Rückfrage im Feb. 2003 erhielten wir die Antwort, dass es nicht möglich ist, die Herkunft des Stromes herauszufinden, da die Handelswege zu kompliziert sind.

Wenn Sie also noch Kunde bei der Stawag sind, wechseln Sie zu einem 100%igen Ökostrom Anbieter.

Alternativen zur Stawag

Zum Jahreswechsel 2005 kündigten die RWTH, das Studentenwerk und die Fachhochschule Aachen ihre bisherigen Verträge und beziehen nun Ökostrom.

Neues von der Stawag

Die Stawag wollte 27 Millionen Euro in eine Holzgasanlage investieren.
Biomasse wie Pflanzenöl, Grünschnitt und Holz sollten mit dem Carbo-V-Verfahren erst in teerfreies Gas und dann in Strom verwandelt werden.

70.000 Megawattstunden für 20.000 Haushalte sollte die Anlage jährlich erzeugen - ca 5% des Aachener Strombedarfs. Bis Ende 2006 sollten mehr als 20% des Stroms ökologisch erzeugt werden. Das Projekt ist aber derzeit für unbestimmte Zeit auf Eis gelegt.

Kein Biogas für Aachen

Nov 2006: Die STAWAG wollte als bundesweit erstes kommunales Stadtwerk aufbereitetes Biogas ins Gasnetz einspeisen und hat dafür in Kerpen eine neue Anlage gebaut. Entgegen der ursprünglichen Absprache will RWE nun dieses Gas nicht einspeisen!


Berlin bezieht sauberen Strom

April 2004: Berlin hat die Stromversorgung für Verwaltung, Schulen und Straßenbeleuchtung (900 Gigawattstunden jährlich) ausgeschrieben. Bedingung: der Strom darf nicht aus Kernkraftwerken geliefert werden und die Herkunft des Stroms muss offen gelegt werden. Die Electrabel Deutschland AG und die Lichtblick GmbH setzten sich gegen 19 Mitbewerber durch. Die zum schwedischen Vattenfallkonzern gehörende Bewag verlor mit Berlin ihren ältesten und größten Kunden.


Illegale Werbekampagne

Die 8,8 Millionen teure Image Kampagne der deutschen Steinkohle AG mit Prominenten wie Marius Müller Westernhagen war nach Ansicht des Bundesrechnungshofes illegal. Das Unternehmen habe Subventionen eingesetzt, um für weitere Subventionszahlungen zu werben. Der Bundesrechnungshof empfiehlt, die Kohlebeihilfen um den entsprechenden Betrag zu kürzen.
Weiteres und die genauen Zahlen der Subventionen siehe unsere Ökostrom-Anbieter Seite!

Das Greenpeace Magazin hatte diese Satire abgedruckt:

Westernhagen Werbung für Steinkohle Persiflage vom Greenpeace Magazin

© Greenpeace Magazin


Positive Entwicklungen durch rot - grüne Politik

Deutschland ist das erste Land, in dem Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Im Nov. 2005 wird der älteste Meiler in Obrigheim abgeschaltet (nach langem Streit mit dem Betreiber EnBW). Das letzte der 19 deutschen Atomkraftwerke soll etwa 2021 vom Netz gehen. In anderen Ländern werden sogar noch neue AKWs gebaut.

Weiteres über AKWs siehe unsere Atomenergie Seite.

Trittin will den Ausbau erneuerbarer Energien zielgerichteter fördern. Seit 1998 ist es gelungen, den Anteil von regenerativ erzeugtem Strom zu vervierfachen. Mit der EEG-Novelle will Trittin diesen Wert um weitere 50% bis zum Jahr 2010 erhöhen. Mit einer Leistung von 3250 Megawatt (2002) kommt rund ein Drittel des weltweit erzeugten Windstroms aus Deutschland! In diesem Sektor arbeiteten 130.000 Menschen.

Nachdem sich die Energieverbände auf keinen Kompromiss bei den Tarifbedingungen für die Durchleitung von Strom und Gas einigen konnten, hat sich die Bundesregierung für die Einführung einer Regulierungsinstanz zum 1.7.2004 entschlossen.

Energie-intensive Konzerne wie z.B. die Aluminium Industrie fordern eine "Härtefall-Regelung". Trittin lehnt dies ab und betont dagegen, die Preise für Industriestrom hätten sich seit 1990 halbiert und lägen im europäischen Mittelfeld. Die auf das Erneuerbare-Energien Gesetz zurückzuführenden Stromkosten betragen nur 0,18 Cent pro Kilowattstunde. Wird die Industrie, die am meisten Strom verbraucht, davon befreit, erhöht sich dieser Anteil und die Kosten für private Haushalte steigen sprunghaft an.


Ökosteuer

Greenpeace befürwortet die Ökosteuer.
Das Prinzip "Umwelt verteuern -- Arbeit verbilligen" führt zur Reduzierung der CO2-Emmissionen und schafft Arbeitsplätze.
Die derzeitige Realisierung lässt aber noch einiges zu Wünschen übrig:

  • Die Ökosteuer ist mit 3 Cent Steigerung pro Jahr zu gering, um zu einer ausreichenden Energieeinsparung zu führen
  • Auch der Ökostromkunde zahlt 1,79 Cent Ökosteuer pro Kilowattstunde.
  • Energie-intensive Industriezweige sind von der Ökosteuer befreit, obwohl gerade sie in großen Mengen schmutzigen Strom verbrauchen.

Die populistische Kampagne der CDU/CSU und der Boulevardpresse haben bewusst Falschinformationen verbreitet, so zum Beispiel:

  • die Ökosteuer bedeute noch mehr Abgaben
    Das ist falsch!
    Es ist das Prinzip der Ökosteuer, die Rentenbeiträge zu senken und dafür die Energiepreise zu erhöhen.
    Die Ökosteuer ist aufkommens-neutral, das heißt, die Mehrkosten für Energie werden über eine Senkung der Lohnnebenkosten an den Verbraucher zurückgegeben. Wer also sparsamer mit Energie umgeht, hat durch die Ökosteuer sogar mehr Geld als vorher.

  • die Ökosteuer sei schuld am Steigen der Benzinpreise
    Das stimmt nur zum Teil :
    Die steigenden Energiepreise sollen natürlich zum Umdenken anregen und zum Kauf von sparsameren Autos führen.

    Allerdings waren die Benzinpreis-Spitzen der letzten Jahre bedingt durch die drastisch gestiegenen Rohölpreise und den hohen Dollarkurs. Allein 1999 erhöhten die Mineralöl-Konzerne den Spritpreis um 24 Pfennige (ohne Ökosteuer) und 2000 um 20 Pfennige (ohne Ökosteuer).
    Zum Vergleich: Die CDU/FDP erhöhten von 1989 bis 1994 die Mineralölsteuer um 50 Pfennige um Haushaltslöcher zu stopfen.

    Im übrigen ist der Benzinpreis viel weniger stark gestiegen als z.B. der Brotpreis: Seit 1960 hat sich der Brotpreis versechsfacht, der Benzinpreis aber nur verdreifacht. Gemessen an der Einkommensentwicklung ist Benzin sogar billiger geworden ! Für eine Tankfüllung musste ein Haushalt 1960 fast 7% des Nettogehalts ausgeben, im Jahr 2000 nur 3,7%.

    Der Autoverkehr verursacht jährlich Umweltschäden von ca. 100 Milliarden Euro. Diese werden von ALLEN Steuerzahlern bezahlt, auch denjenigen, die gar kein Auto haben. Dieser Ungerechtigkeit soll die Ökosteuer entgegenwirken.

  • besonders Pendler würden abgezockt
    Pendler erhalten durch die Entfernungs-Pauschale eine massive Subventionierung durch den Staat, die höhere Spritkosten bei weitem überkompensiert. Die Pauschale ist geradezu ein Anreiz, mehr Auto zu fahren. Durch eine bessere Fahrtechnik können bis zu 30% Sprit gespart werden. Und wer sich ein sparsameres Auto kauft, oder Fahrgemeinschaften bildet, macht durch die Ökosteuer sogar noch Gewinn!

  • Deutschland würde in Europa eine Vorreiter Rolle spielen
    Die Bundesrepublik gehört mit der Ökosteuer europaweit zu den Nachzüglern! Länder wie Dänemark, Niederlande oder Großbritannien sind mit Energiesteuern und Ökosteuern viel weiter als Deutschland.

  • die Ökosteuer benachteilige die deutsche Wirtschaft
    Das Gegenteil ist der Fall: Unternehmen müssen nur 20% Ökosteuer zahlen, energie-intensive Betriebe sogar gar keine. Die Großabnehmerpreise für Industriestrom sind gefallen. (von 1995 rund 7,6 Cent auf 2002 rund 5,3 Cent pro kWh) Außerdem wurden die Unternehmen bereits 1999 durch Senkung der Rentenbeiträge mit 1,7 Milliarden Euro entlastet.
    Die EU hat der Bundesregierung sogar vorgeworfen, sie subventioniere die Wirtschaft durch die Ökosteuer und schaffe damit unerlaubt Vorteile im EU Wettbewerb.

  • die Ökosteuer vernichte Arbeitsplätze
    Das Gegenteil ist der Fall : Nach Berechnungen des deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) entstehen allein 2003 durch die Ökosteuer 250.000 neue Arbeitsplätze, da die Ökosteuer Investitionen in energiesparende Techniken ankurbelt. (wie z.B. Windkraftwerke)

  • die Ökosteuer benachteilige Busse und Bahn
    Busse und Bahn zahlen schon heute 50% weniger Ökosteuer. Das ist aber noch zu viel.

  • die Ökosteuer ruiniere das LKW-Gewerbe
    Das ist Panikmache der LKW-Lobby. Die LKW-Branche profitiert von jeher von der geringeren Mineralölsteuer auf Diesel, eine Art verdeckte Subvention. Während die Bahn ihre Schienentrassen selbst instandhalten muss, zahlen LKW nur einen Bruchteil der Kosten für Straßenschäden. Nicht die Ökosteuer, sondern die hohen Lohnkosten und der scharfe Wettbewerb bedrängen das LKW-Gewerbe. In Italien liegt der Stundenlohn 38% niedriger als in Deutschland, in Portugal 75 % und in den osteuropäischen Ländern bis zu 20mal niedriger. Die LKW-Branche, die neben dem Flugverkehr die höchsten Zuwachsraten im Verkehrsbereich hat und für einen Großteil der CO2- und Dieselruß-Emissionen verantwortlich ist, wird gegenüber der Bahn noch immer klar bevorteilt. Im Sinne der Umwelt wäre es ein positiver Effekt, wenn Güter von der Straße auf die Bahn verlagert würden.
Union will Stromsteuer senken und Arbeitslosigkeit erhöhen

2005: Die große Koalition will die Stromsteuer für energieintensive Unternehmen senken. Dieses Geschenk an Aluminiumhütten, Kupferhütten und Elektro-Stahlwerke soll die Abwanderung ins Ausland verhindern. Energieintensiv bedeutet aber: menschenleere Fabrikhallen und Einsatz von Automaten. Arbeitsplätze werden durch Automatisierung nicht geschaffen.

Die verminderten Steuereinnahmen müssen dann durch Steuererhöhungen an anderer Stelle ausgeglichen werden. Die Situation personalintensiver Betriebe wird sich durch Lohnsteuer und die Lohnnebenkosten weiter verschlechtern. Ein Vergleich der jährlichen Steuer und Abgabenlast in der Bundesrepublik zeigt, dass der Produktionsfaktor Arbeit mehr als 10-mal so viel belastet wird wie die Energie.

Belastung der Arbeit

Belastung der Energie

389 Mrd. Sozialbeiträge

6,6 Mrd. Stromsteuer

124 Mrd. Lohnsteuer

41,8 Mrd. Mineralölsteuer

513 Mrd.

48 Mrd.

 

So ist es kein Wunder, dass seit Jahren personalintensive Betriebe schließen und energieintensive Betriebe sich vergrößern und die Arbeitslosigkeit steigt.


Günstiger Benzin-Ersatz

Der Autohändler Knut Kreissel aus Bad Homburg eröffnete 2006 die erste Bioethanol Tankstelle in Deutschland. Nur 92 Cent kostet der Ersatz für Superbenzin, der aus Getreide und Zuckerrüben gewonnen wird. Derzeit gibt es allerdings kaum Autos, die Bioethanol tanken können.

Greenpeace Projekt auf Philippinen-Insel

Greenpeace Deutschland und Greenpeace Südostasien haben ein gemeinsames Projekt ausgearbeitet, das die philippinische Insel Negros zukünftig fast 100%ig mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen soll.
Bis 2005 sollen Biomasse, Erwärme und Windkraftwerke mit insgesamt 120 Megawatt installiert werden. Dies wird von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) unterstützt.

Sonnenenergie im Mittelmeer Raum

Während in Nordeuropa die Windenergie boomt, könnte sich in 20 Jahren die Nutzung der Sonnenwärme rund um das Mittelmeer zu einem der wichtigsten Energielieferanten gemausert haben. Die Sonne liefert in diesen Regionen pro Quadratmeter eine Energie, die der von 200 Litern Öl entspricht.


Solarwärme Kraftwerk

Über Parabolspiegel wird Öl in Rohren erhitzt. Mit einem Wärme-
tauscher wird später Wasser verdampft, das eine Turbine antreibt.

Solar Kraftwerk

© Greenpeace Deutschland

 

Ägypten ist eines der wenigen Länder der Welt, in dem sich eine Regierungsbehörde speziell um den Ausbau der Erneuerbaren Energien kümmert. In El Koraimat nahe Kairo wird schon seit Jahren an einem Solarwärme-Kraftwerk gebaut, das 2007 ans Netz gehen soll.

Wenn die Bedingungen stimmen, könnte die Sonnenwärme-Nutzung bis 2025 die Freisetzung von 360 Millionen Tonnen Kohlendioxid verhindern, 54.000 Arbeitsplätze schaffen und 100 Millionen Menschen mit Strom versorgen und sogar Strom nach Europa exportieren. Solarwärme Kraftwerke könnten 72 Kohlekraftwerke ersetzen und genug Strom erzeugen für Israel, Marocco, Algerien und Tunesien zusammen.

Download der Studie "Concentrated Solar Thermal Power - Now" von Greenpeace, ESTIA und SolarPaces. (2005)

Windenergie in China

China ist auf dem Weg, Weltmeister in Windenergie zu werden. Bis 2020 wird allein die Region Guangdong soviel Strom aus Windenergie erzeugen, wie ganz Hongkong verbraucht!


Greenpeace Aktionen

Aktion vor Wirtschaftsministerium gegen Clements Pro-Kohle Politik, Berlin 2003

Aktion vor Wirtschaftsministerium, Berlin

© Greenpeace Deutschland


Im Okt 2003 kippten Greenpeae Aktivisten einen Kohleberg und einen Berg aus Steuergeldern vor den Eingang des Wirtschaftsministeriums.

4,5 Milliarden Euro verschwinden jährlich in direkten oder indirekten Subventionen für die deutsche Kohle.
Dagegen werden nur 124 Millionen (3% der Kohle Subventionen) in die sauberen regenerativen Energien investiert.

Rund die Hälfte der deutschen Kraftwerke sind veraltet und müssen in den nächsten 20 Jahren ersetzt werden. Die Energiekonzerne drängen auf den Bau neuer Kohlekraftwerke. Wenn sie sich durchsetzen sind die Klimaschutzziele bzgl CO2 Ausstoß nicht erreichbar.

Seit Jahrzehnten verharren die deutschen CO2-Emissionen auf unverändert hohem Niveau. Die großen Turbinen laufen rund um die Uhr, obwohl nachts der Strombedarf auf weniger als die Hälfte sinkt. Um den Absatz wenigstens bei der Industrie zu sichern, wird der überschüssige Strom billiger vermarktet und so der Anreiz für Energiesparen eliminiert.

Auch die klimafreundliche Kraft-Wärme-Kopplung rechnet sich nicht, wenn Braunkohlestrom zu Sonderbedingungen eingekauft werden kann. Eine Politik, die auf Stromsparen und alternative Energien baut, kommt nur schwer gegen den rationalisierten Abbau von Braunkohle an.

Technisch möglich wäre ein Strommix aus über 60% Erneuerbare Energien bis 2050. Dafür müssen aber JETZT die Weichen gestellt werden.

Greenpeace Aktion bei RWE -Aktionärsversammlung

Auf der Hauptversammlung der RWE im April 2005 warnt Greenpeace vor Fehlinvestitionen in klimaschädliche Braunkohle-Kraftwerke wie in Neurath bei Köln. Vor den Aktionären fordert Greenpeace RWE auf, statt dessen auf Erneuerbare Energien und klimafreundlichere Gas- und Dampfkraftwerke zu setzen.

Der Ausbau der Braunkohle ist nicht nur aus Sicht des Klimaschutzes falsch, sondern auch die Gefahr von Investitions-Ruinen, weil diese Kraftwerke nicht zukunftsfähig sind. Braunkohle-Kraftwerke sind Dinosaurier der Vergangenheit. Braunkohle hat einen sehr schlechten Wirkungsgrad bei der Stomerzeugung, weil sie zur Hälfte aus Wasser besteht. RWE ignoriert, dass die Bundesregierung bis 2020 einen Anteil von 20% Erneuerbaren Energien anstrebt. Heute noch 2 Milliarden Euro in das Kraftwerk Neurath zu stecken, heißt, das Geld in den Sand zu setzen.

Auch die Aktionärsvereinigung "Kritischen Aktionäre" lehnt Investitionen in das Braunkohle-Kraftwerk ab.

Laut Angaben des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung drohen bis 2050 allein in Deutschland Klimaschäden von mehr als 137 Milliarden Euro. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Regierungen und Versicherungsgesellschaften die Kosten für Klimaschäden nicht mehr tragen wollen und Verursacher wie RWE zur Kasse bitten werden.

Regenerative Energien in Aachen

Wir haben 1995 den SFV (Solarenergieförderverein) tatkräftig bei der Durchsetzung seines Projektes "Kostendeckende Vergütung" in Aachen unterstützt. Da die STAWAG den Ratsbeschluss zur Kostendeckenden Vergütung nicht umsetzen wollte, haben wir durch Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen zusätzlichen Druck erzeugt und so maßgeblich zum Erfolg beigetragen.

 

Aktion zur kostendeckenden Vergütung

 
 

© Greenpeace Aachen

 

Kostendeckende Vergütung (für Solar- und Windenergie)

Wer Strom ins Netz einspeist, erhält hierfür entsprechend dem Ertrag eine Vergütung, in Aachen von der STAWAG. Da Windräder und erst recht Fotovoltaikanlagen noch teuer sind, wird man -vor allem bei Fotovoltaik- bei "normaler" Vergütung als Betreiber nie die Kosten für die Anschaffung der Anlage über den Ertrag erwirtschaften können. Zur Förderung der Erneuerbaren Energien hat die Stadt Aachen beschlossen, für Solar- und Windanlagen eine Einspeisevergütung in der Höhe zu zahlen, die zu einer Kostendeckung nach einer Laufzeit von 20 Jahren führt. Ab 1995 wurden in Aachen 99 Pfennig pro kWh gezahlt.

Das "Aachener Modell" wurde 1999 durch ein bundesweites Gesetz abgelöst. Es war somit Vorreiter für das jetzige Einspeisegesetz.

Energie 2030

Außerdem ist die GREENPEACE-Gruppe Aachen Mitbegründer und Mitglied des Vereins Energie 2030, der in Belgien und Deutschland grenzübergreifend das Energiesparen und die regenerativen Energien fördert. 2001 werden drei 1,8 Megawatt Windräder am Vetschauer Berg eingeweiht.

 

 
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