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Thermografie-Tour

Wärmeverluste: Aachen leuchtet rot!
GREENPEACE spürt Wärmelecks mit Infrarot-Kamera auf (14.3.2000)

Wohnungsbauten zählen in Aachen zu den größten Energieverschwendern der Stadt. Dies belegte heute die GREENPEACE-Gruppe Aachen anhand von Fotos einer wärmeempfindlichen Infrarot-Kamera, die die Wärmelecks an Gebäuden deutlich in rot hervorhebt. Manche Fassaden sind löchrig wie ein Schweizer Käse. Durch die undichten Stellen entweicht Wärme. Dadurch wird doppelt so viel Energie wie nötig verbraucht. Als Beispiel haben wir auch Energieverschwendung in öffentlichen Gebäuden, wie z.B. Schulen, dokumentiert. Bereits im November vergangenen Jahres hatte GREENPEACE belegt, dass sich bei der Wohnungsbeheizung in Deutschland die Hälfte der Energie einsparen ließe und so ein bedeutender Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden könnte.

GREENPEACE fordert von der Bundesregierung ein bundesweites Wärmeschutzprogramm für alte Wohnbauten. Bundeskanzler Schröder hat für den kommenden Sommer ein Maßnahmenpaket für den Klimaschutz angekündigt. Ein Förderprogramm für die Wärmedämmung von Wohnungen muss ein zentraler Teil dieses Paketes sein.

Anhand der Infrarot Bilder können Mieter und Vermieter erkennen, an welchen Stellen die Energieverluste am stärksten sind. Die größten Energieverschwender sind in der Regel Gebäude aus den 50er bis 70er Jahren, die nicht renoviert wurden. Durch Fenster, Dach und Fassade wird zur Straße hinausgeheizt.


Thermo-Skala

Diese Skala zeigt die Temperatur der Außenwände und Fenster.

Ein gut isoliertes Gebäude sollte nur in Violett, Blau und Türkis erscheinen.

Alles, was auf den Thermografie-Bildern in Gelb, Rot oder gar Weiß erscheint,
sind unnütze Wärmeverluste.

Alle Themografie Aufnahmen wurden (im Winter) NACHTS gemacht um
Verfälschungen durch Sonnenstrahlung auszuschließen.

Hierfür ist eine Spezial Infrarot Kamera notwendig, die intern gekühlt wird und
ca 50.000 Euro kostet.

Aachen Thermografie Barbara Strae  

© Greenpeace Deutschland

 
   
Aachen Thermografie Barbara Strae  
 

© Greenpeace Aachen

 

 

 

 

 

 

Barbarastraße (Genossenschaft GeWoGe)

An diesem Bild sieht man, wie sich die Wärme der Heizung unter der Fensterbank staut und von dass nach außen abgestrahlt wird. Außerdem setzt das Dach auf eine Betondecke auf, die absolut unisoliert ist und die Wärme der oberen Etage nach außen leitet. Die gesamte Wand der oberen Etage ist mit einem gleichmäßigen Gelbton ebenfalls warm.

; Aachen Thermografie Glaskubus Holzgraben  
 

© Greenpeace Deutschland

 
 
 Aachen Thermografie Glaskubus Holzgraben  
 

© Greenpeace Aachen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glaskubus am Holzgraben:

An diesem Bild sieht man, dass zwar die Fenster einigermaßen gut isolieren (grün), dass aber alle Fenster-Fugen eine sehr hohe Wärmeabstrahlung haben (rot-weiß). Die Eingangstür (Glas) ist das größte Wärmeleck (zur Zeit der Aufnahme um 5 Uhr morgens war sie geschlossen!). Im Vordergrund sieht man eine Person, die vorbeigeht, sie erscheint ganz in weiß. Nicht nur auf dem Foto, sondern auch auf der Infrarot Aufnahme sieht man, wie sich das Gebäude gegenüber in den Fenstern des Glaskubus spiegelt. (Glas ist für die Infrarot-Kamera NICHT durchsichtig, es wird nur die Wärme der Glasscheibe angezeigt)

Interessant ist auch das Gebäude rechts daneben:

Im 4. und 5. Stock kann man durch die Mauer hindurch die Heizkörper unter den Fenstern sehen, die direkt nach draußen heizen und das sogar die ganze Nacht hindurch.
(In Wirklichkeit befindet sich dieses Gebäude auf der gegenüberliegenden Straßenseite; die Aufnahme wurde aus der Perspektive von der Deuschen Bank aus gemacht.)

  
Aachen Thermografie Ltzow Strae

© Greenpeace Deutschland

  
  Aachen Thermografie Ltzow Strae
 

© Greenpeace Aachen

 

 

 

 

 

 

 

 

Lützow Str. 11 (Genossenschaft GeWoGe)

Auch an diesem Bild sieht man, wie die Heizkörper unter den Fenstern durch die Wand abstrahlen. Die obere Etage (mit den kleinen Fenstern) scheint nicht bewohnt zu sein.(türkis) Ansonsten strahlt die gesamte Hauswand mehr (gelb-rot) oder weiniger (grün) Wärme ab. Das einzig Kalte ist das Dachrinnenrohr und der Balkon rechts. Interessant ist auch, dass der Baum auch seine eigene Temperatur hat. Lebende Bäume halten sich nämlich auch im tiefsten Winter mit ihrem Stoffwechsel eine Temperatur nicht kälter als 4 Grad, sonst würden sie erfrieren.

Aachen Thermografie Johanniter Strae

© Greenpeace Deutschland

Aachen Thermografie Johanniter Strae

© Greenpeace Aachen

 

 

 

 

 

 

Johanniter Str 22-24 (RWTH- Gebäude)

Dieses Gebäude war eines der extremsten Negativbeispiele, die wir auf unserer Aachener Thermografie-Tour gefunden haben. Nicht nur die Fenster haben eine sehr hohe Wärmeabstrahlung, sondern die gesamte Fassade strahlt nicht nur rot sondern sogar weiß! Der Schwerpunkt liegt wieder im Bereich der Heizkörper unter den Fenstern. Sogar die Balkons werden noch zur Wärmeableitung mitbenutzt. Das einzig blau-violette ist hier die Satellitenschüssel auf der Dachterasse. Dieses Haus ist überhaupt nicht isoliert.

Wohnkomfort

In einem schlecht isolierten Haus muss man ständig heizen und friert meist trotzdem noch. Die Wände sind kalt. In einem gut isolierten Haus kann man sich selbst bei Außentemperaturen von 0 Grad ohne zu Heizen in der Wohnung aufhalten und friert nicht!

Kurzer Profit statt Modernisierung

Viele Immobilienbesitzer lassen wegen kurzfristiger Profitinteressen ihre Gebäude lieber verwahrlosen statt sie zu modernisieren. Eine gute Wärmedämmung spart 40 bis 50 Jahre lang Energie und schützt das Haus. Dafür muss aber investiert werden. Viele Immobilienspekulanten quetschen lieber Profit aus ihren Häusern und bauen darauf, dass sich am Ende die öffentliche Hand ihrer runtergewirtschafteten Gebäude annehmen wird. Sie handeln nach dem Motto: Was schert mich der Energieverbrauch - die Heizkosten zahlt ja der Mieter. Dass dabei Energie verschwendet und das Klima unnötig angeheizt wird, ist ihnen egal. Dabei könnte das großflächige Sanieren von Altbauten bundesweit jährlich 50 - 70 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Greenpeace Aktionen

GREENPEACE und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt vergeben gemeinsam ein Gütesiegel an Wohnungsbaugesellschaften, deren Wohnungen nach der Sanierung weniger als 100 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter und Jahr verbrauchen. Das ist etwa die Hälfte des derzeitigen Durchschnittsverbrauchs. Gleichzeitig dürfen keine Problemstoffe wie PVC oder Dämmstoffe mit giftigen Flammschutzmitteln eingesetzt werden. Bereits jetzt zeigen manche Wohnungsbaugesellschaften viel Initiative für den Umweltschutz. Gütesiegel für vernünftig isolierte Wohnungen könnten neue Maßstäbe für Wohnkomfort und Mieterakzeptanz setzen. Wohnhäuser der städtischen Wohnbaugesellschaft GeWoGe zeigten in verschiedenen Objekten einen deutlichen Wärmeverlust. Hier ist ein riesiges Klimaschutzpotential vorhanden, denn die GeWoGe verwaltet in Aachen viele tausend Wohnungen!

GREENPEACE hat im November gemeinsam mit der IG BAU eine Studie des Wuppertaler Instituts für Klima, Energie und Umwelt vorgestellt, die belegt, dass ein umfassenden Wärmeschutzprogramm nicht nur das Klima deutlich entlasten, sondern auch mehr als 400.000 Arbeitsplätze schaffen könnte. Geringere Sozialausgaben und eine geringfügige Umschichtung von Geldern vom Neu- in den Altbaubereich machen das Programm für den Staat kostenneutral.

Energieausweis:

Seit Okt 2006 gibt es den Energieausweis, der beim Bau, Verkauf und bei Vermietung von Gebäuden vorzulegen ist. In Deutschland gibt es etwa 15 Mio. Gebäude. Die Fluktuation beträgt etwa 10%. Demnach müssen in Zukunft jährlich etwa 1,5 Mio. Energieausweise erstellt werden. Weiteres siehe Dena-EnergieAusweis.de

Weitere Infos

Wenn Sie Ihr Haus auf Wärmeabstrahlung hin untersuchen lassen wollen, können Sie bei der Verbraucherzentrale fragen welches Ingenieurbüro in Ihrer Nähe eine Infrarot Kamera hat. Mit der Aufnahme Ihres Hauses ist dann in der Regel auch eine Beratung zur Wärmedämmung verbunden.

Wenn Sie weitere Infos suchen zu den Themen Energiesparen, Altbau Sanierung und energiesparendes Bauen, dann besuchen Sie unsere Seite Energiespartipps.

 

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Seit Mai 2007 inhaltlich nicht geändert