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Gentechnik

Freisetzung von Gentechnisch Veränderten Organismen (GVO)

 

Als 1996 die ersten genmanipulierten Sojabohnen nach Europa kamen und in unsere Nahrungsmittel Einzug hielten, war in der Politik wie in den Medien noch "freie Fahrt" für die Gentechnologie angesagt. Doch damals begann Greenpeace seine Aufklärungskampagne gegen die "Monsanto-Bohnen". Greenpeace hat es geschafft, die europäische Öffentlichkeit zu sensibilisieren, Proteste zu stimulieren und den "mündigen Verbraucher" mit Informationen handlungs- und verweigerungsfähig zu machen. Ohne jene Initiative der Umweltschützer von 1996 wäre die Entwicklung in der EU anders verlaufen, und die ab April 2004 geltende Kennzeichnungs­verordnung hätte es wohl nie gegeben.

 

Gentechnik - alles unter Kontrolle?

Ratten-Gen im Salat,
Motten-Gen im Apfel,
Kuh-Gen in der Soja-Bohne:

Die Gentechnik Konzerne behaupten gerne, sie hätten die Gene unter Kontrolle.

Das Gegenteil ist der Fall:
Das Zusammenspiel der Gene in einer Zelle ist extrem komplex und viele grundlegende Prozesse in einer Zelle sind den Wissenschaftlern heute noch ein Rätsel. Die Wissenschaftler können noch nicht einmal erklären, warm der Reis doppelt so viele Gene hat wie der Mensch.

Bei der Genmanipulation werden meist fremde Gene mit der Gen-Kanone im Schrotschuss-Verfahren in das Erbgut hineingeschossen. Wo genau das neue Gen dann landet ist rein zufällig und kann nicht gesteuert werden. Welche Wechselwirkungen die Manipulation auslösen wird, ist unbekannt. Es werden auch synthetische Gene eingebaut, die es so noch überhaupt nicht in der Natur gibt. Die meisten der genmanipulierten Zellen sind nicht einmal lebensfähig. Die übrigen Zellen zeigen entweder nicht die erwünschten Eigenschaften oder besitzen etliche unerwünschte Nebenwirkungen. Jahrelanges Herumprobieren am Erbgut ist notwendig bis eines Tages zufällig etwas herauskommt, das den Vorstellungen einigermaßen entspricht. Da die Forschung dann bereits Millionen gekostet hat, wird an Risiko-Studien hinterher gespart.

Durch die Genmanipulation entsteht nicht nur eine neue Substanz in der Pflanze sondern ein ganzes Spektrum an neuen Eiweißen. Die Auswirkung dieser bisher völlig unbekannten Proteine auf Mensch und Tier wird von den Gentech Konzernen aber nicht untersucht. BSE ist eine Erkrankung, die durch ein Eiweiß hervorgerufen wird...

 

Monsanto will die Welt beherrschen - Die Gen-Diktatur

Monsanto kam zu einer Unternehmensberatung und wurde gefragt, wo der Konzern in 20 Jahren stehen soll. Monsantos Antwort: "Wir wollen die weltweite Nahrungsversorgung kontrollieren". Quelle: Kirk Azevedo, ehemaliger Monsanto Mitarbeiter.

Bereits 2006 unterhält Monsanto ein riesige Rechtsabteilung, deren alleinige Aufgabe es ist, Bauern zu verklagen, die Lizenzgebühren nicht bezahlen. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Bauer wirklich Monsanto Saatgut vom letzten Jahr wieder ausgesäht hat (was nicht erlaubt ist) oder ob sein Feld durch Pollenflug von Nachbarfeldern kontaminiert wurde. (siehe unten: Percy Schmeiser) Heute kaufen viele amerikanische Bauern lieber freiwillig Monsanto Saatgut als das Risiko einzugehen, von dem Giganten verklagt zu werden.
Im Gegenzug müssen die Gen-Bauern unterschreiben, Monsanto nicht zu verklagen, falls das Gensaatgut nicht die gewünschten Resultate erbringt!

Aber es kommt noch besser:
Auf einer Monsanto Fortbildungsveranstaltung fragte ein Biobauer, wer ihm bei Verunreinigung seiner Ernte durch Pollenflug den Schaden ersetzt. Der Monsanto Vertreter antwortete: "In ein paar Jahren werden Biobauern dafür haften, wenn sie mit ihren natürlichen Genen unsere Patentsorten verderben." (Quelle: Greenpeace Magazin 1.07 S.69)

Bereits 2006 gibt Monsanto jährlich 10 Millionen Dollar aus, um Bauern zu überwachen, die verdächtigt werden, wissentlich oder unwissentlich Patente zu verletzen: Betroffene sprechen von der "Monsanto Polizei".

Absurd aber wahr: Selbst wenn die Ernte eines Bauern durch Pollenflug vom benachbarten Genfeld kontaminiert wurde, klagt Monsanto und verlangt Schadensersatz, der mehrere 100.000 Dollar betragen kann. Nicht genug, dass dem Bauer ohne eigene Schuld seine Ernte verunreinigt wurde: Er muss sich auch noch gegen die Anwälte von Monsanto wehren! In der Regel hat er keine Chance: Wenn er noch mit einem blauen Auge davon kommen will, muss er sich vertraulich dazu verpflichten, künftig ausschließlich bei Monsanto einzukaufen.

Die Rechtsabteilung von Monsanto ist sehr lukrativ: Der Konzern hat nach eigenen Angaben in den letzten Jahren durch außergerichtliche Vergleiche Millionen kassiert.

Verklagen, was das Zeug hält
Monsanto verklagte den dänischen Importeur Per Dige, der Gensoja aus Argentinien importiert, wegen Patentrechtsverletzungen. In Argentinien wird Gensoja angebaut ohne dass dafür Lizenzgebühren an Monsanto fließen, weil das argentinische Patentrecht die Patentierung von Lebewesen nicht zuläßt. Schließlich kam Monsanto auf die glorreiche Idee, sich die Lizenzgebühren, die Argentinien nicht zahlen will, bei den Importeuren zu holen.

Nebenwirkungen
In Petunien wurde ein Gen aus Maispflanzen eingebaut, das eigentlich ihre Blüten lachsrot färben sollte. Diese Petunien zeigten veränderte Wuchsformen, eine verminderte Fruchtbarkeit und eine veränderte Reaktion bei Schädlingsbefall. Ihre Blüten waren überwiegend weiß.

Dies ist kein Einzelfall:

  • Baumwollpflanzen haben keineren Ernteertrag oder werfen ihre Kapseln vor der Ernte ab,
  • Pappeln blühen zum falschen Zeitpunkt, pestizidresistente Pflanzen verändern ihr Auskreuzungsverhalten,
  • Kartoffeln werden ungewollt größer,
  • Fische mit Frostschutzgenen zeigen beschleunigtes Wachstum,
  • bei Sojabohnen verholzen die Stängel.
  • Blumenkohl löst beim Menschen Allergien aus (siehe unten)
  • Reis der zusätzliches Pro-Vitamin-A produziert, enthält dafür weniger Vitamin-E. (siehe unten)
  • Pflanzen die gegen einen Schädling resistent gemacht wurden, werden dafür öfter krank! (siehe unten)
  • Baumwolle, die gegen einen Schädling resistent gemacht wurde, wird dadurch für andere Schädlinge anfälliger. (siehe unten)
  • genmanipulierte Zuckerrüben schalten das neue Virusresistenzgen einfach ab, wenn es sehr trocken wird. ("Trockenstreß")
  • Die Baumwolle produziert das neue Bt Insektengift in den falschen Pflanzenteilen, so dass es gegen die Raupe (den Fraßfeind) wirkungslos bleibt.
  • Schweine und Kühe, die ausschließlich mit Genmais gefüttert wurden, werden unfruchtbar.
  • Genmais hat einen wesentlich höheren Holzanteil (Lignin) als normaler Mais.

 

Keine Kontrollen

Während Medikamente 10 Jahre lang geprüft werden müssen, sparen Gentech Konzerne die Kosten für ausgiebige Risikountersuchungen und für Langzeitstudien ein und verkaufen Saatgut, dessen Nebenwirkungen völlig unzureichend oder garnicht überprüft wurden.

Und sollten Untersuchungsergebnisse Sicherheitsrisiken ans Licht gebracht haben, ist es üblich, diese geheim zu halten. (s.u.)

Im Gegensatz zu einem Chemieunfall können sich gentechnisch veränderten Organismen aber vermehren und eine eigene Dynamik entwickeln. Sie können z.B. über Pollenflug verbreitet werden und sich in der Natur etablieren oder sich in verwandte Wildarten auskreuzen.

Pollen von Gras, das für den Einsatz auf Golfplätzen manipuliert wurde, wurden noch in 21 Kilometer Entfernung nachgewiesen!

Studien der Agrarmultis beziehen sich überwiegend auf wirtschaftliche Aspekte wie Ertragssteigerungen.
Die Gefahren für Umwelt, Tier und Mensch werden kaum untersucht.

Fragen wie:
- Sind neue Allergien bei Menschen zu befürchten?
- Welchen Schaden nehmen nützliche Insekten?
- Wie schnell und irreversibel verändert sich das Erbgut benachbarter Pflanzen?
interessieren sie nicht.

Und in den USA gilt ohnehin die Devise: Die Technik ist sicher - jedenfalls so lange, bis irgendwo etwas passiert.

Monsanto betrügt die Zulassungsämter mit gefälschten Studien (siehe unten)

Die Zulassungsverfahren beschränken sich oft sogar nur auf theoretische Plausibilitätsannahmen, wie die Beispiele unten zeigen. Unabhängige Untersuchungen finden nicht statt.

Viele Wissenschaftler, die negative Studien über GenTech Pflanzen veröffentlicht hatten, verloren ihren Job.

Weltweit bieten nur eine Handvoll idealistischer Wissenschaftler der Industrie die Stirn und untersucht -unabhängig von deren Geld- die Auswirkungen transgener Tiere und Pflanzen auf die Umwelt und auf unsere Gesundheit.

Auch Lebensmittel Kontrollen gehören zur Ausnahme. So hat Syngenta jahrelang illegal mehrere hundert Tonnen nicht zugelassenen Mais vertrieben. (s.u.)

Der Bauer in der Abhängigkeit

Ziel der Agro-Chemie Multis ist es, den Landwirt in die Abhängigkeit der Industrie zu treiben...

  • durch Verträge, die es dem Bauern verbieten, von der eigenen Ernte Saatgut für das nächste Jahr zurückzuhalten und ihn damit zwingen, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen.
  • durch "Terminator"-Saatgut, dessen Keime sterilisiert sind, damit sie sich nicht fortpflanzen können. Folge: Die Farmer müssen jedes Jahr neue Saat kaufen.
  • durch "Trailortechnik": das Saatgut keimt erst nach Aktivierung durch eine zusätzlich zu kaufende Chemikalie.
  • durch Patente, die Konzerne nutzen, um unschuldige Bauern zu verklagen. (siehe unten: Percy Schmeiser)
Vertuschungs-Skandal in den USA

Monsanto plaziert immer wieder seine Mitarbeiter an den Schalthebeln der Macht wie z.B. im FDA, der US-Lebensmittel Zulassungsbehörde. In den 90'er Jahren ging es dort um die Grundsatzfrage, ob genmanipulierte Organismen überhaupt für Nahrungsmittel zugelassen werden sollten. Mehrere Prüfer des FDA äußerten große Bedenken. Ihre Untersuchungen wurden jedoch zurückgehalten von Michael Taylor, den Monsanto in das FDA eingeschleust hatte. Die Gentechnik bekam grünes Licht./p>

Bestechung

Monsanto, der Weltmarktführer für gentechnisch verändertes Saatgut, bestach in Indonesien einen Mitarbeiter der Regierung, um dort ein "günstiges Klima" für Gentech-Pflanzen zu schaffen. Monsanto versuchte 2002, in Indonesien eine Anbaugenehmigung für seine mit einer Insektenresistenz ausgestatteten Baumwollpflanzen zu bekommen. Bauernorganisationen versuchten jedoch, die Genehmigung zu verhindern. Mit dem Bestechungsgeld sollten die Auflagen für eine Umweltprüfung reduziert werden.

Wegen Verstoßes gegen die US-Antikorruptionsgesetze musste Monsanto 1,5 Millionen Dollar Strafgeld zahlen.

Zensur durch Bundesministerium

August 2006: Der Bio-Einkaufsführer von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin (Auflage 700.000) wollte eine Anzeige von Save our Seeds abdrucken, in der darüber informiert werden sollte, dass die Saatgutindustrie die Grenzwerte für gentechnische Verunreinigungen im Saatgut (auch in Bio-Saatgut) auf über 0,3% erhöhen will. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) finanziert diese Broschüre mit und legte Einspruch ein: Entweder die Anzeige werde ersatzlos gestrichen, oder die Informationsbroschüre könne nicht in Druck gehen. Eine öffentliche Diskussion zu diesem Thema soll offenbar unterbunden werden. Dabei ist die Gentechnikfreiheit gerade für Bio-Produkte elementar wichtig.
Ist Herrn Seehofer so viel vorauseilender Gehorsam gegenüber Monsanto, Bayer und BASF nicht peinlich?

Befangene Zulassungsbehörden in der EU

Immer wieder werden Gen-Pflanzen ohne zureichende Prüfung zugelassen. Im März 2005 deckt die ARD einen Skandal auf:
Professor Hans-Jörg Buhk, dem auch die „Zulassungsstelle Gentechnik“ untersteht und sein Stellvertreter Detlef Bartsch traten 2002 in einem Werbefilm für Genmais auf. Buhk beteiligte sich zudem im Jahr 2004 an der Organisation einer Großveranstaltung der deutschen Gentech-Firma Phytowelt GmbH.

Mangelhafte Vorschriften in der EU

Der australische Wissenschaftler Thomas Higgins hatte in Canberra Bohnen-Gene auf Erbsen übertragen um sie gegen einen Käfer resistent zu machen. Er verfütterte die Erbsen an Mäuse um seine Kreation zu testen. Als viele Tiere an Lungenentzündung starben brach er das Projekt ab. In Europa wären die Erbsen ohne solche langfristigen Fütterungsversuche auf den Markt gekommen, denn dem EU Gesetz genügt eine Testphase von 28 Tagen!

 

 
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Rückfragen bitte an Jorinde Witte.

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