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Gentechnik - alles unter Kontrolle? Gentechnik weltweit Gentechnik in Deutschland Pestizide
Patentierung von Lebewesen Greenpeace-Aktionen Chemie / Gifte      

Gentechnik weltweit

Forschungsziele

Schon heute bedecken gentechnisch veränderte Pflanzen weltweit über 50 Milliarden Hektar Land. Allein in den USA trägt ein Drittel des Maisanbaus das Label "GM", genetically modified.

 

GM-Baumwolle wächst in den USA auf 73%, Soja auf 81% der Anbaufläche (2003) - und der US Konzern Monsanto hält daran den Löwenanteil. Für über 5 Milliarden Dollar kaufte der Konzern in den vergangenen Jahren Forschungs­kapazitäten und Saatgutfirmen ein, vor allem die Marktführer bei Mais, Soja und Baumwolle. Zugleich meldete er Patente auf seine Neuzüchtungen an.

 

Der Kauf solchen Saatgutes wird für den Bauern zum Samen-Leasing. Die Gene sieht Monsanto als eigene "Software", als geistiges Eigentum an.

 

Die Geschichte des Gift-Konzerns Monsanto ist schmutzig:
Jahrezehntelang leugnete er die Gefahren von PCB, Dioxin und Agent Orange. Dieses Entlaubungsgift wurde im Vietnamkrieg eingesetzt, was zur Folge hat, dass noch heute in Vietnam verkrüppelte Kinder geboren werden.

 

Monsanto, einst eine Chemiefabrik, ist zum weltumspannenden Life-Sciences-Imperium geworden. So verwundert es nicht dass die Gen-Forschung oft darauf abzielt, den Umsatz von Pestiziden und Herbiziden zu steigern.

 

2002 wurden weltweit Umsätze von 13 Milliarden Dollar mit Saatgut und mehr als das Doppelte - 29 Milliarden Dollar mit Pflanzenschutzmitteln erzielt.

 

Monsanto ist dabei, sich eine weltweite Monopolstellung bei Saatgut zu sichern. Monsanto kauft einen Konkurrenten nach dem Anderen auf. Auch illegale Mittel wie Freisetzen von genmanipulierten Pflanzen ohne Genehmigung und Bestechung gehören zum Alltag bei Monsanto. (s.u.)

 

Monsantos Gen-Sojabohne "Roundup Ready" ist resistent gegen das passende Unkraut&shyvertil­gungsmittel "Roundup Ultra", das Monsanto gleich mit verkauft. Roundup tötet alles, was grün ist - außer der manipulierten Soja.

 

Die Folge:
Der Ertrag der Bauern bleibt gleich, aber ihr Verbrauch an Roundup steigt. Das Geschäft mit Roundup wuchs von 5,4 Millionen Liter im Jahr 1994 auf 150 Millionen Liter in 2003.

 

Derzeit teilen die 6 führenden Agrochemiekonzerne drei Viertel des weltweiten Umsatzes unter sich auf:

Syngenta (Schweiz, Jahresumsatz 6,2 Milliarden $),
Bayer CropScience (Deutschland),
BASF (Deutschland),
DuPont (Frankreich),
Monsanto (USA, Jahresumsatz 4,7 Milliarden $),
Dow Chemical (USA, Jahresumsatz 3 Milliarden $)

Genehmigte Pflanzen

Genehmigte Gen-Pflanzen

Anbau in großem Umfang

Land

Soja

Mais

Raps

Baumwolle

USA

X

X

X

X

Argentinien

X

X

 

X

Brasilien

X

     
Kanada

X

X

X

 

Urugay

X

     

Spanien

 

X

   

Südafrika

 

X

 

X

Mexiko      

X

Australien      

X

China

     

X

Indien      

X

(Stand 2003)

 

Giftfabrik auf dem Acker

Beispiel Bt-Mais MON 810 von Monsanto:
Der genmanipulierte Bt Mais produziert in allen Pflanzenteilen wie Blättern, Stängeln, Wurzeln, Pollen und Kolben ein Gift. Dieses Gift soll einen Fraßfeind töten: die Raupen des Maiszünslers. Dafür wurde dem Mais ein Gen aus einem Bakterium eingesetzt, dem Bacillus thuringiensis (Bt). Obwohl dieses Gift auch in den Maiskörnern enthalten ist, darf der Mais an Tiere verfüttert werden und als Lebensmittel für Menschen verwendet werden.

Während normalerweise der Bauer nur gezielt Gift sprüht, wenn ein Feld akut befallen ist, bildet der Genmais das Gift permanent in relativ hoher Konzentration - jede Pflanze ist eine Giftfabrik.

Monsanto behauptet, das Gift würde von Mensch und Tier im Darm nicht aufgenommen.
Das stimmt nicht, weiteres siehe unten.



Monsanto behauptet außerdem, die Gentechnik unter Kontrolle zu haben.
Auch das stimmt nicht. Denn sie kennen z.B. den genauen Giftgehalt der Pflanzen nicht. Dieser schwankt je nach Pflanzenteil, Anbauregion, Jahreszeit und Klima. Einige Genpflanzen bilden sogar gar kein Gift. Warum das so ist, bleibt ein Rätsel. Auch warum der Mais einen wesentlich höheren Holzanteil (Lignin) hat, können sie nicht erklären.

Monsanto behauptet ferner, von dem Genmais gingen keine Gefahren für die Umwelt aus.

Auch das ist falsch wie neueste Untersuchungen belegen:

  1. Die Schlupfwespe ist ein natürlicher Feind des Maiszünslers. Ausgerechnet sie wird durch Bt Mais bedroht. Legt sie ihre Eier in Maiszünslerlarven, schlüpfen wesentlich weniger Tiere.
  2. Auch die Florfliege ist ein Feind des Maiszünslers. Auch ihre Larven werden durch Bt Mais vergiftet.
  3. Der Rückgang von Florfliege und Schlupfwespe kann also dazu führen, dass auch auf benachbarten Feldern der Schädlingsbefall steigt!
  4. Bei Bienen, die mit Bt Maispollen gefüttert wurden, stellte man eine Abnahme der Bienenzahl und verminderte Brutaufzucht fest.
  5. Bei Regenwürmern stellte man nach Fütterung mit Bt Mais ein geringeres Gewicht sowie weniger Nachwuchs fest.
  6. Schmetterlinge (Monarchfalter, Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz) sterben bereits durch geringe Mengen Bt Gift.
  7. Schädlinge können durch die ganzjährige Exposition gegenüber dem Bt Gift schneller Resistenzen ausbilden.
  8. Die Wurzeln der Bt Maispflanzen geben das Gift aktiv an den Boden ab. Dort bindet es sich an Bodenpartikel und behält seine toxische Wirkung sogar noch Monate nach Abmähen des Feldes!
  9. Im Kot von Kühen, Regenwürmern und Insekten wurde das Bt Gift nachgewiesen. Werden diese Tiere gefressen/gegessen, wird auch das Gift mit aufgenommen.

Während der Maiszünsler in den USA eine Plage ist, stellt er in der EU kein Problem dar. Nur ein Fünftel der Anbaufläche der EU wird überhaupt befallen (in Großbritannien gibt es ihn z.B. gar nicht) Der Einsatz von Spritzmitteln gegen den Maiszünsler ist in Deutschland gering. Wird das Feld ordentlich umgepflügt, wird der Maiszünsler zu 80% bis 98% vernichtet. Bei akutem Befall können Schlupfwespen ausgesetzt werden.

Obwohl der Genmais MON810 in Deutschland überflüssig ist, hat Monsanto 2005 die Genehmigung zum Anbau gerichtlich erzwungen. (s.u.)

Download der Studie Gift im Gen-Mais.


Pharmafabrik auf dem Acker

Beispiel: Gen-Mais von ProdiGene
2002 hatte in den USA ein Bauer im Rahmen eines Forschungsanbaus Gen-Mais angebaut, der einen Impfstoff gegen eine Viruskrankheit bei Schweinen produziert. Im darauf folgenden Jahr kam es unbeabsichtigt zu einer Vermischung dieses Pharma-Maises mit Soja in einem Silo. Der gesamte Silo-Inhalt von 13.500 Tonnen musste verichtet werden. Der Schaden betrug 2,7 Millionen Dollar, die Strafe für ProdiGene 250.000 Dollar.

2007 soll nun eine Pharma-Gen-Erbse in Deutschland angebaut werden.

Übrigens: Es ist NICHT geplant, zukünftig Pharma-Pflanzen im Gewächshaus anzubauen, das haben die Gentechnik-Konzerne bereits mehrfach betont. Denn dann würde die Gewinnung der Pharmawirkstoffe zu teuer. Geplant ist der Freiland-Anbau. Die Gene werden sich so durch Pollenflug ausbreiten und wir werden in Zukunft die Pharmawirkstoffe in unserem Essen unweigerlich mitessen.


Die Gene bleiben nicht da, wo sie waren

Gentechnik Konzerne haben jahrelang behauptet, Gene, die mit der Nahrung aufgenommen wurden, würden im Verdauungstrakt (Magen, Darm) schnell und vollständig abgebaut. Eine Übertragung in die Zellen eines anderen Lebewesens sei unmöglich.

Monsanto Gen in Tierorganen nachgewiesen

Dass obige Behauptung falsch ist, fanden 2005 italienische Forscher der Universität Piacenza bei Fütterungsversuchen mit Schweinen. Sie wiesen Bruchstücke des synthetischen Gens der Gentech-Maissorte Mon810 aus dem Hause Monsanto in Blut, Leber, Milz und Nieren der Tiere nach. Dennoch wird Mon810 im Dezember 2005 in Deutschland zugelassen.

Horizontaler Gentransfer von Bakterien auf Insekten

Japanische Forscher haben konkrete Indizien für einen Transfer von Bakterien-DNA auf Käfer gefunden.
Diese Entdeckung ist spektakulär.

Natsuko Kondo, Doktorand an der Tokioter Universität, wollte nur den Einfluss von Wolbachia-Bakterien auf den von ihnen infizierten Kundekäfer untersuchen, einen in den Tropen und Subtropen weit verbreiteten Vorratsschädling.

Dabei stellte er fest, dass die Bakterien ein Wolbachien-Gen auf ein Käferchromosom übertragen haben. Weitere Untersuchungen lieferten eindeutige Beweise.

Verzögerte Entwicklung nach Genmais Verzehr

Die Biologischen Bundesanstalt (BBA) in Braunschweig hat die Auswirkungen von Bt Mais auf Insekten untersucht. Die dreijährige Studie liefert erste Ergebnisse:
1.)
Mit Mon810 gefütterte Trauermückenlarven (die im Boden abgestorbene Pflanzenreste zersetzen) brauchen länger bis zur Verpuppung.
2.)
Werden diese Mückenlarven an Käfer verfüttert (ihre natürlichen Fressfeinde) benötigten diese Käfer ebenfalls mehr Zeit bis zur Verpuppung.
Monsanto behauptet dennoch weiterhin, ihr Genmais habe keinerlei Auswirkungen auf Nutzinsekten, ohne dies jemals untersucht zu haben.

Weiteres dazu Hier.


Gentechnik - Gefahr für die Gesundheit

Beispiel Bt-Genmais:
Die Maispflanze produziert ein Gift in JEDER ihrer Zellen. Auch in den Maiskörnern ist das Gift enthalten, das die Kühe fressen. Es gibt nur sehr wenige wissenschaftlichen Studien die untersuchen, ob das Gift Säugetieren oder dem Menschen schadet. Dennoch bahauptet Monsanto es bestehe keine Gefahr. Unabhängige Untersuchungen belegen das Gegenteil:

Tierversuche

Schon Ende der 90er Jahre hatte der ungarische Wissenschaftler Arpad Pusztai Nager mit Kartoffeln gefüttert, denen
ein Maiglöckchen-Gen eingebaut worden war. Daraufhin veränderte sich das Gewebe im Verdauungstrakt der Ratten.

Lungenentzündung durch Gen-Erbsen

Dez. 2005: In Australien wurden gentechnisch veränderten Erbsen mit einem Resistenzgen 4 Wochen lang an Mäusen getestet. Schon nach 2 Wochen bekamen die Mäuse Lungenentzündung, die die Forscher auf eine allergische Reaktion zurückführten. Die 10-jähre Forschung an der Erbse wurde daraufhin eingestellt.

1600 Schafe sterben durch Gentechnik

Mai 2006: In Indien starben 1600 Schafe nachdem sie die Überreste (Blätter und Kapseln) eines abgeernteten Bt- Baumwollfeldes gefressen hatten. Bt ist ein Gift gegen Insekten, das auch von Genmais Pflanzen produziert wird.

Schweine verlieren Fruchtbarkeit

In den USA beklagen Bauern, dass bei ihren Schweinen und Kühen, die ausschließlich mit Genmais gefüttert wurden, die Fruchtbarkeit drastisch zurückgeht. Dies führte bei einigen Bauern zu so hohen Verlusten, dass sie ihre Schweinezucht aufgeben mussten, weil sie den Zusammenhang mit dem Futter nicht rechtzeitig erkannten.

Kuhsterben in Hessen

Auf einem hessischen Bauernhof sind 2003 zwölf Kühe gestorben. Sie wurden vorher mit gentechnisch manipuliertem Mais (bt176) gefüttert. Ein Zusammenhang kann nicht ausgeschlossen werden. Greenpeace hat schon damals gefordert, dass dieser Mais in Deutschland nicht zugelassen werden darf. Sogar in den USA wurde er wieder vom Markt genommen.

Das Robert-Koch-Institut ist für die Genehmigung des Gentech-Mais verantwortlich und weigerte sich, weitergehende Untersuchungen zur Aufklärung des Vorfalles zu veranlassen.

Der Landwirt forderte von den Behörden und der Firma Syngenta vergeblich weitere Unterstützung bei der vollständigen Aufklärung des Falles und legte daraufhin gegenüber Greenpeace seine Akten offen. Daraus geht hervor, dass Fütterungsfehler oder Krankheiten als Todesursache ausgeschlossen werden können.

Dieser Mais bildet ein giftiges Bt-Eiweiß, das aus einem Bakterium stammt (Bacillus thuringiensis) und ein Fraßinsekt (den Maiszünsler) töten soll. Ob es auch für Kühe schädlich ist, wurde nie untersucht.

Eingebaut wurden in den Mais Gene für Antibiotika-Resistenz, Spritzmittel-Resistenz, mehrere Gene für das Insektengift, sowie verschiedene Gene, die die Wirkung der Gift-Gene noch verstärken sollen. Das Gen für das Insektengift wurde in der Struktur stark modifiziert.

Studien über bt-176 Mais haben immer wieder überraschende Befunde erbracht:

  • Das giftige Eiweiß wird langsamer abgebaut als von Syngenta behauptet.
  • Das giftige Eiweiß fand sich im Magen, Darm und Kot von Kühen.
  • Versuche an Mäusen zeigen, dass das Gift auch im Darm von Säugetieren biologisch aktiv wird. (Syngenta behauptete immer, das Gift würde nur auf Insektenlarven wirken.)
  • Der Pollen enthält unnötig hohe Konzentrationen des Bt-Giftes.
  • Sehr wahrscheinlich werden auch nützliche Insekten durch das Gift geschädigt.

 

Es war ursprünglich sogar geplant, diesen Mais auch für die menschliche Ernährung zuzulassen!

Syngenta verzichtete zur Zulassung ausdrücklich auf Untersuchungen zur Langzeitwirkung der Gifte und mögliche Allergiewirkungen. Auffällig ist, dass Syngenta alle Hinweise auf unerwünschte Eigenschaften systematisch herunterspielt.

Fazit:

Dieser Fall zeigt deutlich, wie Konzerne Hand in Hand mit Politik und Behörden die Gefahren der Gentechnik ignorieren.

 

Greenpeace Aktion vor Robert Koch Institut, Berlin

Greenpeace Aktion vor Robert Koch Institut wegen Kuhsterben

© Greenpeace Deutschland

 

Rattenversuch mit Gen-Mais

Der gentechnisch veränderte Mais MON 863 von Monsanto, der ein Antibiotika Resistenzgen enthält, wurde an Ratten verfüttert. Die Ratten wiesen eine signifikante Erhöhung der weißen Blutkörperchen, Verkleinerungen und Entzündungen der Nieren mit mikroskopisch sichtbaren Veränderungen an den Nierenkanälchen, Rückgang der Retikulozyten (junge rote Blutkörperchen) und eine signifikante Erhöhung des Blutzuckers auf.

Französische Wissenschaftler, die den geheimen Originalbericht von Monsanto gelesen haben, halten den Gen-Mais für nicht sicher.

Dieser Fall zeigt wieder, mit welchen Mitteln die Gen-Konzerne arbeiten. Wenn Untersuchungen zu unerwünschten Ergebnissen führen, werden sie nicht veröffentlicht. Wer mit solchen üblen Methoden seine Interessen durchsetzen will, wird bei den Verbrauchern niemals Akzeptanz für Gen-Gewächse schaffen.

Die europäischen Lebensmittelbehörde EFSA hielt diesen Mais für unbedenklich und genehmigte ihn dennoch!

Sie glaubte offensichtlich blind den Beteuerungen von Monsanto, dieser Mais "sei so sicher wie jeder herkömmliche Mais".

Monsanto hielt es darüber hinaus nicht für notwendig, Versuche an Milchkühen durchzuführen, an die dieser Mais verfüttert werden sollte.

Der Einsatz eines Maises wie MON 863, der gegen den Maiswurzelbohrer resistent ist, ist im Übrigen unnötig:
Denn den Schaden richten die Larven des Wurzelbohrers an. Wenn der Bauer einfach im nächsten Jahr eine andere Pfanze auf dem Feld anbaut statt Mais, sterben die Larven von allein im Boden ab. Der Maiswurzelbohrer kann also ganz einfach durch eine wechselnde Fruchtfolge bekämpft werden.

Greenpeace gewinnt 2 mal gegen Monsanto

Da Monsanto diese Studie geheimhalten wollte, hat Greenpeace beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit im April 2005 die Akteneinsicht beantragt. Dagegen hatte Monsanto jedoch Einspruch vor dem Verwaltungsgericht eingelegt, der im Juni 2005 im Eilverfahren zurückgewiesen wurde. Die Richter entschieden, Greenpeace habe einen Informationsanspruch nach dem Umweltinformationsgesetz. Auch in zweiter Instanz bekam Greenpeace wieder recht. Offenbar hat Monsanto hier einiges zu verbergen.

Greenpeace weist Monsanto Betrug nach

Oktober 2005: Monsanto hat in obiger Studie nachweislich falsche statistische Methoden angewendet.

Download der Studie von unabhängigen Experten im Auftrag von Greenpeace.

Genmais schädigt geschützte Schmetterlinge

Forscher der Universität Maryland fanden 2004 heraus, dass sich über 20% der Raupen des geschützten Monarchfalters nicht zu Schmetterlingen entwickelten, nachdem sie Gen-Mais-Pollen der Maissorten Mon810 und Bt11 gefressen hatten.

Monsanto und Syngenta, die Mon810 und Bt11 produzieren, behaupteten immer, dass das Bt-Gift in den Maispflanzen keine Gefahr für Schmetterlinge darstellen würden - ohne dies aber jemals untersucht zu haben!

RoundUp tötet Frösche und Kröten

August 2005: Das meistverkaufte Pflanzenspritzmittel der Welt "RoundUp" ist laut seinem Hersteller Monsanto nur für Pflanzen giftig. Das widerlegen neueste Studien eines US-amerikanischen Biologen der Universität Pittsburgh. Er fand heraus, dass 86% der Frösche an einem Tag auf dem Trockenen starben nachdem er die von Monsanto empfohlene Menge versprühte. Und selbst wenn nur ein Drittel der Menge versprüht wurde, starben 71% der Kaulquappen, die in Behältern unter Außenbedingungen aufwuchsen.

Natürlich bezweifelt Monsanto, dass diese Ergebnisse auch in der freien Natur auftreten würden. Auf den Roundup-Packungen steht der Hinweis, dass kein Abstand zu Gewässern eingehalten werden muss.

Syngenta wegen illegalem Anbau auf der Anklagebank

2002 ließ der Schweizer Konzern Syngenta bt-Gen-Mais von zwei Landwirten in Wölfersheim aussäen, der nur unter der Auflage angebaut werden darf, dass die Pflanzen gleichzeitig wissenschaftlich untersucht werden. Diese Kontrolle fand aber nie statt.
Das Amtsgericht verurteilte Syngenta wegen Verletzung der Aufsichtspflicht.

Aufgeflogen ist das Ganze, weil Greenpeace Proben auf Äckern nahm und mehrere bt-176 - Felder in Hessen entdeckte.

Ein weiteres Beispiel für die Ignoranz, mit der Gentech Konzerne die Risiken ihrer Produkte erforschen - nämlich gar nicht!

Syngenta in Brasilien verurteilt

2006: Die brasilianische Umweltbehörde IBAMA veruteilt Syngenta zu einer Strafe von 380.000 Euro wegen illegaler Gen-Soja Feldversuche. Das Gesetz verbietet in Brasilien den Anbau von genmanipulierten Pflanzen.

Genmais illegal verkauft

Ziwschen 2001 und 2004 hat Syngenta illegal mehrere hundert Tonnen nicht zugelassenen Bt10 Mais vertrieben und wahrscheinlich auch nach Europa exportiert. Der Vorfall wurde geheim gehalten und war den US-Behörden bereits im Dezember 2004 bekannt gewesen.

 

Greenpeace Aktion auf Gen-Acker

Greenpeace Aktion heimlicher Anbau von Genmais

© Greenpeace Deutschland

 

Syngenta vermarktet fehlerhaft manipulierten Mais

Der Süßmais Bt11 der Firma Syngenta produziert ein Gift, das einen Schädling, den Maiszünsler tötet.

Bt11 ist für den menschlichen Verzehr vorgesehen. Nach Informationen von Greenpeace kam es bei der Produktion der Pflanzen im Labor zu Fehlern: So enthält die Pflanze auch mehrere falsche Genabschnitte. Zudem ist Erbsubstanz vorhanden, die von anderen Gen-Pflanzen stammt und in diesem Mais gar nicht enthalten sein sollte.

Außerdem fehlen - wie üblich - wichtige Sicherheitsdaten und eingehende Untersuchungen.

Die EU Kommission hat diesen Mais im Mai 2004 dennoch genehmigt und damit gezeigt, dass sie die Interessen eines Konzerns höher bewertet als die Interessen von 450 Millionen Verbrauchern in Europa.

Geheimer Genmaisanbau in Deuschland

Aug 2006: Nur durch Zufall wird der jahrelange Geheimanbau von Genmais in Nordrhein Westfalen öffentlich. Zwischen 1998 bis 2005 hat das Bundessortenamt 32 Genmaissorten (T 25, BT 176 und MON 810) an jährlich bis zu 18 Standorten geprüft. Die Bauern in der Umgebung wurden darüber nicht informiert. Die genauen Standorte sind weiter geheim.

EU verhängt in Genmaisaffäre - Importstopp für Futtermittel

April 2005: Mehr als 1000 Tonnen amerikanischer Genmais sind in den letzten 4 Jahren illegal in die EU importiert worden. Der Vorfall wurde geheim gehalten und war den US-Behörden bereits im Dezember 2004 bekannt. Die USA ist bisher immer noch nicht dem "Cartagena-Protokoll" beigetreten. Dieses Abkommen dient der Nicht-Verbeitung ungenehmigter Produkte.

Der Bt10 Mais von Syngenta ist in der EU nicht zugelassen. Syngenta verweigert die Bekanntgabe der Länder, in die der Bt10-Mais exportiert wurde.

In die Kritik geraten ist auch zum wiederholten Mal das Europäische Amt für Lebensmittelsicherheit. Es hat schlicht schlampig gearbeitet.

Seehofer will Gentechnik Skandale vertuschen

Mit dem Januar 2006 vorgelegten Entwurf zum Gentechnik-Gesetz sollen weitere Veröffentlichungen von Gentechnikskandalen in der Landwirtschaft verhindert werden. Greenpeace macht öffentlich darauf aufmerksam, dass die Regelung nach dem neuen Paragraphen 28a im Seehofer-Entwurf gegen die Umsetzung der europäischen Gentechnik-Richtlinie 2001/18/EG verstößt, die Transparenz vorschreibt. Behörden würden dazu gezwungen, Skandale zu verheimlichen, die kritische Diskussion um Gentechnik in der Landwirtschaft soll dadurch gestoppt werden.

Gen-Soja in Rumänien außer Kontrolle - Ex Manager packt aus

In Rumänien wird Gen-Soja in großem Stil und ohne Wissen der Behörden illegal angebaut.

Monsantos ehemaliger Rumänien-Geschäftsführer, Dragos Dima, hat auf einer Pressekonferenz mit Greenpeace im Okt 2005 erklärt, dass er bereits 1998 die Geschäftsleitung gewarnt hat, dass weder Rumänien noch Monsanto in der Lage sein würden, den Gentechnik-Anbau zu beobachten und zu kontrollieren. Ohne Erfolg. Im Gegenteil: Monsanto fördert sogar weltweit den illegalen Absatz, denn Monsanto will Märkte beherrschen. Wegen der Ignoranz Monsantos hat er im selben Jahr die Firma verlassen. Heute geht er davon aus, dass bereits 90% der rumänischen Soja genmanipuliert sind.


Gentechnik bringt nichts

Baumwolle

Baumwolle
Gentechnik in China - Resistente Schädlinge

Die Bt-Baumwolle wurde 1997 in China durch den Gentech-Konzern Monsanto eingeführt. Bei den Baumwollpflanzen handelt es sich um gentechnische Manipulationen, die durch den Einbau eines Gen aus dem Bacillus thuringiensis (Bt) gegen den Befall mit Baumwollschädlingen wie dem Baumwollkapselwurm widerstandsfähig sein sollen. Sie wurde als Zaubermittel für die Bekämpfung von Schädlingen beworben. 2001 hatte der Anbau der Monsanto-Baumwolle sich auf 1,5 Millionen Hektar ausgedehnt - 35 % des gesamten Baumwoll-Anbaues.

Labortests und Felduntersuchungen von vier chinesischen staatlichen Wissenschafts-Instituten, die von Greenpeace ausgewertet wurden, haben eine Zunahme von Resistenzen im Baumwollkapselwurm gegen das Bt-Gen festgestellt, außerdem eine Abnahme der natürlichen Feinde dieses Schädlings etwa bestimmter Spinnen. Dazu kommt ein höherer Befall der Pflanzen mit anderen Schädlingen und Krankheiten. Diese Faktoren treiben Landwirte dazu, weiter chemische Pestizide einzusetzen, die der Anbau von Gentech-Baumwolle eigentlich überflüssig machen sollte.

Gentechnik - Ruin für Bauern in Indien

Aus Indien kam 2002 die Nachricht, dass 30.000 Hektar Gen-Baumwollpflanzen in der Provinz Maharashtra an einem Wurmbefall (Kräuselkrankheit) eingegangen sind. Außerdem gab es Berichte über mangelnde Keimfähigkeit, Schäden bei Dürrebedingungen in Madhya Pradesh, Befall mit Baumwollkapselwurm, (gegen den sie angeblich resistent sein sollte) und Anfälligkeit für Wurzelfäule. Zudem brachte die Gen-Baumwolle wegen ihrer geringeren Qualität (kürzere Fasern) einen niedrigeren Preis auf dem Markt.

Nachdem es in den westlichen Bundesstaaten Maharashtra und Gujarat sowie im benachbarten Madhya Pradesh zu spektakulären Ernteausfällen bei der vom US-Agrarmulti Monsanto hergestellten GM-Baumwollvariante gekommen war, ist der Vertrieb des umstrittenen Samens inzwischen verboten.

In den letzten Jahren begingen in Indien 10.000 Bauern Selbstmord. (Die meisten trinken Pestizide, das einstige Symbol des Fortschritts)

Die Bauern hatten sich die teuren Pestizide auf Kredit gekauft. Als nun ihre Ernte trotzdem erbärmlich ausfiel, konnten sie den Kredit nicht mehr zurückzahlen. Auch das Gen-Saatgut ist 4 mal so teuer wie herkömmliches. Wie immer redete sich auch hier Monsanto heraus: Es läge natürlich nicht an der Gentechnik sondern am Wetter. Tatsache ist, dass die Insekten bereits resistent gegen das Bt Gift werden.

In Indien wurden Stimmen laut, die der Regierung vorwarfen, sie sei so daran interessiert, die reichen multinationalen Agrarkonzerne zufrieden zu stellen, dass ihr selbst der Ruin der einheimischen Bauern egal sei. Sie fordern Wiedergutmachung der Verluste in Höhe von 100 Millionen Dollar. Natürlich bezahlte Monsanto keinen einzigen Dollar.

Andere Probleme beim Baumwollanbau sind der massive Einsatz von Kunstdünger, hochgiftigen Pestiziden und Entlaubungsmitteln, die sich in den Fasern anreichern, so dass die Kleidung zur Reiz-Wäsche wird. Das größte Umweltproblem ist der enorme Wasserbedarf: Für eine EINZIGE Jeans werden 8000 Liter Wasser benötigt. Vorbildlich ist hier der OTTO Versand, der mit der Linie "Pure Wear" 200 verschiedene Slips, Shirts, Bodys, Bademäntel, Jacken und Hosen aus Biobaumwolle verkauft. Otto hat die Menge der Biobaumwolle seit 1999 von 270 Tonnen bis 2002 verdoppelt. 2006 sollen es 1000 Tonnen werden. Siehe PureWear bei Otto.com

Das Pestizid Aktions Netzwerk bietet Informationen zu Pestiziden und Baumwolle.

 

Gentechnik - ein Verlustgeschäft für chinesische Bauern

Eine Langzeituntersuchung des chinesischen Landwirtschaftsministeriums und der Cornell University aus Ithaca, New York ergab, dass chinesische Bauern, die Genbaumwolle anbauten, die gegen die Baumwollkapselraupe resistent ist, zwar in den ersten Jahren des Anbaus höhere Einnahmen hatten, dass sich aber nach 7 Jahren das ökologische Gleichgewicht auf dem Acker so verschoben hat, dass neue Schädlinge in Erscheinung traten, die nur mit vermehrtem Pestizideinsatz bekämpft werden konnten. Bis zu 20 Mal im Jahr mussten sie Gift spritzen. Dazu kamen die Kosten des Gen Saatgutes, das 3 mal so viel kostet wie klassische Samen.

Fazit der Studie: Die Genbauern hatten 8% weniger Einnahmen als ihre konventionell arbeitenden Kollegen.

 

aus Gen-Soja:

Herbalife aus Gen-Soja
Gentechnikverbot in Brasilien

Der Gouverneur von Parana, (Brasiliens größtem Soja Anbaugebiet) hat den Anbau von Gen-Soja verboten und Monsanto und BASF aufgefordert, alle Bestände von Pestiziden inklusive Roundup zurückzurufen, da die Gefahren dieser Gifte für Mensch und Umwelt nicht erforscht sind. Brasilien ist der zweitgrößte Soja-Produzent nach den USA.

Dennoch gibt es im Süden an der Grenze zu Argentinien illegalen Anbau von Gen-Soja. Das Saatgut wurde aus dem Nachbarland herübergeschmuggelt, wo fast nur noch Gen-Soja wächst.

Gentechnik-Alptraum in Argentinien

Eine Studie veröffentlicht im April 2004 im "New Scientist" ergibt:
Der Anbau von Gen-Soja hat in Argentinien zu einem Pestizid-Alptraum geführt: Immer mehr Gift muss auf den Feldern versprüht werden.

Als die Gen-Soja "Roundup Ready" von Monsanto Ende der 90iger Jahre auf den Markt kam, schien es, als sei die Lösung für alle wirtschaftlichen Probleme des Landes gefunden. So war Argentinien im Jahre 1997 eines der ersten Länder, die den Anbau von Gen-Pflanzen erlaubten.

Der Handel blühte, das Geld floss und bis 2002 war fast die Hälfte des argentinischen anbaufähigen Landes - 11,6 Millionen Hektar - mit Gen-Soja bepflanzt. Die Sojaproduktion eskalierte und noch heute werden Urwälder für Soja-Monokulturen abgeholzt. Für 3 Tonnen Soja verliert das Land einen Hektar Wald. Soja-Barone bezahlen die örtliche Polizei dafür, dass sie die dort lebenden Menschen gewaltsam vertreibt. 90% der Ernte - 20 Millionen Tonnen - wird als Tierfutter nach Europa und Asien exportiert.

Doch bereits in den "goldenen Zeiten" warnten Wissenschaftler vor den verheerenden Folgen, die jetzt sichtbar werden:
Unkrautarten, die gegen Glyphosat resistent sind, verbreiten sich überall auf den Feldern. Die Dosis des giftigen Mittels wird ständig erhöht und zusätzliche Herbizide kommen zum Einsatz. Schätzungsweise 150 Millionen Liter Glyphosat wurden allein im Jahr 2003 versprüht. Getreide auf Nachbarfeldern wird durch die Giftwolken zerstört. Menschen leiden an Atemnot und Ausschlag, Vögel bringen missgebildete Junge zur Welt, auf benachbarten Feldern stirbt das Gemüse ab, Schweine, Hühner und Ziegen werden vergiftet.

Im Boden werden wichtige Bakterien vernichtet und die Erde wird unfruchtbar - der Einbruch der Ernteerträge ist bereits vorprogrammiert.

Absurd aber wahr:
Zur Bekämpfung der sich überall in Argentinien ausbreitenden Monsanto Gen-Soja bietet der Konkurrent Syngenta einen hochgiftigen Pestizid-Mix an, den er mit der Aussage "Soja ist ein Unkraut" bewirbt. Einige Bestandteile dieses Gift-Cocktails sind so giftig, dass sie in Europa seit Jahren verboten sind!

Riesige Gen-Soja Plantagen, Futter für die Masttiere in USA und Europa, machten Tausende von argentinischen Ex-Bauern arbeitslos und ihre Häuser wurden von Bulldozern eingeebnet um den Gen-Plantagen Platz zu machen. Der Traum von der Gen-Soja ist zum Alptraum für die argentinischen Bauern und die Wirtschaft des Landes geworden.

In Argentinien hat Monsanto das Saatgut erst zu normalen Preisen abgegeben. Nachdem nun fast alle Landwirte auf Gentechnik setzen - auf 90% der Felder wachsen Gen-Pflanzen - verlangt der Konzern Lizenzgebühren für die Ernte. Selbst Argentiniens Regierung spricht von Gangstermethoden.

 

Flugzeug sprüht Pestizide, Argentinien

Flugzeug sprüht Pestizide Argentinien

© Greenpeace Deutschland

 

Syngenta versucht thailändische Bauern zu bestechen

In Thailand versucht Syngenta mit einer aggressiven Verkaufsstrategie, Bauern mit Werbegeschenken zu bestechen. Auf dem Werbeplakat prangt ein Behälter mit dem umstrittenen Pestizid Gramoxone (Paraquat) umringt von einem riesigen Geländewagen und mehreren Motorrädern. "Diese Preise kann gewinnen, wer ein Flasche Gramoxone kauft." Bei einem durchschnittlichen Monatsverdienst eines thailändischen Bauern von ca. 60 US$ stellt ein Auto oder selbst ein Motorrad einen unerfüllbaren Wunsch dar.

Das Herbizid ist hochgiftig, hat schon zu unzähligen Todesopfern und Vergiftungen geführt und ist daher im Nachbarland Malaysia verboten. Der Syngenta-Werbespruch "Glück in jeder Flasche" kann in diesem Zusammenhang nur noch als zynisch beurteilt werden.

Syngenta verletzt damit den Verhaltenskodex der Lebensmittel- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO, der besagt, dass die Werbung keine unangebrachten Anreize oder Geschenke beinhalten soll, die zum Kauf von Pestiziden ermuntern.

Süßkartoffel Projet in Kenia gescheitert

Monsanto wollte eine Süßkartoffel gegen den feathery mottle Virus resitent machen. Die Praxis zeigte aber, dass sie genauso anfällig gegen den Virus war wie herkömmliche Sorten und dabei auch noch weniger Ernteerträge brachte.

Im Übrigen ging diese Gen-Süßkartoffel das Hauptproblem, den Rüsselkäfer, garnicht an und der fragliche Virus war nur ein kleines von vielen Problemen. Monstanto hat mit diesem Projekt 6 Millionen Dollar in den Sand gesetzt.

Konventionelle Saatzucht in Uganda hat dagegen eine virusresistente Sorte der Süßkartoffel in kürzerer Zeit, mit einem Bruchteil der Kosten und ohne Ertragsrückgang entwickelt!

Gen-Baumwolle stürzt indonesische Bauern in Schulden

Monsanto hatte Baumwolle gegen eine Schädlingsart resistent gemacht, die auf Sulawesi kein größeres Problem darstellt. Als Nebeneffekt wurde sie dadurch aber anfällig für andere, gefährlichere Schädlinge. Im ersten Jahr (2001) wurden hunderte von Hektar Gen-Baumwolle von Schädlingen befallen, die sich durch die Dürre explosionsartig vermehrten. Andere Baumwollsorten waren davon nicht betroffen. Entgegen den Versprechen von Monsanto mussten die Bauern mehr statt weniger Gift sprühen.

Monsanto hatte prahlerisch behauptet, die Erträge würden 3 Tonnen pro Hektar erreichen. Der durchschnittliche Ertrag betrug aber lediglich 1,1 Tonnen. Einige Bauern ernteten nur 500 kg oder hatten sogar einen totalen Ernteausfall. Trotz der Probleme verlängerte die Regierung die Genehmigung um ein weiteres Jahr, mit den gleichen trüben Ergebnissen. Die Bauern verschuldeten sich. Im Gegenzug erhöhte Monsanto auch noch den Saatgutpreis auf das Doppelte!

Einige Bauern verbrannten aus Protest ihre Felder und weigerten sich, ihre Schulden zu bezahlen, was zur Vertreibung von Monsanto aus der Region führte.

Superunkräuter in Kanada

Der Anbau von Gen-Raps in Kanada macht deutlich, dass sich genmanipulierte Pflanzen unkontrolliert ausbreiten. Der Gen-Raps hat sich durch Pollenflug und verunreinigtes Saatgut so verbreitet, dass ökologisch und konventionell arbeitende Landwirte vielerorts keinen gentechnik-freien Raps mehr produzieren können.

Außerdem werden immer mehr giftige Spritzmittel eingesetzt. Mittlerweile kämpften die Landwirte mit resistenten Superunkräutern.
Darum bat Monsanto die Regierung, noch giftigere Herbizide zuzulassen, um den Unkräutern Herr zu werden - absurd wenn man bedenkt, dass sie ursprünglich den Bauern versprachen, mit Gentechnik bräuchten sie keine Gifte mehr spritzen.

Bayer lügt

Bayer ist ein Wiederholungstäter. (Weiteres siehe Hier.) Bayer ist schon lange bekannt dafür, in Indien hochgiftige Pestizide verkauft zu haben, die im eigenen Land verboten sind.

Jetzt führt Bayer in Indien Feldversuche an Kohl und Blumenkohl mit einem Gen durch, das im Rest der Welt als gefährlich bekannt und in den USA für den menschlichen Verzehr verboten ist. Das Gen CRY9C produziert ein Insektizid, das beim Menschen Allergien auszulöst.

Nach einer Greenpeace Aktion 2004 im indischen Mumbai verstrickte sich Bayer in Unwahrheiten:
Im Antwortscheiben, das Bayer nach 11 Stunden endlich offiziell herausgab, heißt es:
"Es seien niemals Versuche mit CRY9C durchgeführt worden".
Und ein paar Zeilen später:
"Diese Versuche seien in einer abgeschlossenen Umgebung durchgeführt und die Pflanzen noch vor der Blüte geerntet worden".

Starlink-Skandal:

In den USA wurde der Starlink-Mais mit dem Gen CRY9C nur als Tierfutter und für industrielle Zwecke zugelassen. Trotzdem tauchten bis heute in Lebensmitteln aus Mais (wie Taco-Chips) Verunreinigungen auf, obwohl der Mais seit mehreren Jahren in den USA nicht mehr angebaut werden darf. 2001 musste der Agro-Konzern Aventis zugeben, dass StarLink nie wieder ganz aus der Nahrung verschwinden werde.

Bayer Genreis-Skandal:

Sep. 2006: Ein paar Jahre später deckt Greenpeace einen weiteren Skandal auf: Illegaler Genreis (LLRice 601) von Bayer wird bei Aldi gefunden. Dieser Reis aus den USA ist in keinem Land für menschlichen Verzehr zugelassen. Der Skandal zeigt einmal wieder, dass Konzerne wie die Bayer ihre Gen-Pflanzen nicht kontrollieren können oder wollen, denn dieser Reis wird in den USA nicht offiziell angebaut. Er stand bis 2001 auf Versuchsfeldern und hat sich vermutlich über Pollenflug ausgebreitet.

Aldi schickt den Reis "Bon-Ri" an den Lieferanten zurück. In Rotterdam wurde ein Schiff mit 20.000 Tonnen Reis an Bord festgehalten. Teile der Ladung aus den USA waren verunreinigt.

Okt 2006: Die EU kontrolliert nun alle Reis Lieferungen aus den USA, die Kosten dafür tragen die Exporteure, da diese sich weigerten, die Tests vorzunehmen. Auch im Hamburger Hafen findet Greenpeace Genreis.

Die Schäden für die deutsche Lebensmittelindustrie durch die Rückrufaktion belaufen sich auf 10 Millionen Euro. Greenpeace fordert, Bayer dafür haftbar zu machen.

Unglaublich: Bayer lässt Greenpeace Webseite sperren!

Nachdem unzählige Verbraucher über die Greenpeace Webseite Protestmails an Bayer geschickt hatten, forderte Bayer den Provider auf, die Greenpeace Webseite abzuschalten. Begründung: Über diesen Server würde Spam verschickt. Bayer hat ein interessantes Verständnis von Demokratie: Wer seine Meinung sagt, bekommt den Mund verboten!

Keine neuen Arbeitsplätze in Gentech Branche

Entgegen der Behauptungen der Befürworter bringt die Gentechnik nicht mehr Arbeitsplätze. Aufgrund zu beobachtender Fusionen in der Branche rechnet die Universität Oldenburg sogar mit rückläufigen Beschäftigtenzahlen. Mitte 2006 arbeiten in Deutschland weniger als 500 Beschäftigte in der "Grünen Gentechnik". Dagegen bietet die Bio Branche derzeit 150000 Arbeitsplätze!

Der Gen-Bauer trägt das Risiko allein

März 2004: Der Deutsche Bauernverband DBV rät allen Landwirten davon ab, sich an einem Erprobungsanbau mit Bt-Mais zu beteiligen. Ursache ist, dass sich kein Gentech Konzern bereit erklärte, den Bauern im Falle von Schadensersatz­ansprüchen beizustehen.

In neueren Verträgen untersagt eine Klausel den Bauern sogar, Monsanto zu verklagen, sollte das Gen-Saatgut den Erwartungen nicht entsprechen!

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weist darauf hin, dass er Landwirte, die Gentechnik aussähen, nicht versichern kann, da das Risiko der Aussaat nicht zu kalkulieren ist, weil Pollenflug auch über große Entfernungen nicht verhindert werden kann.

Juli 2006: Landwirtschaftsminister Miller zieht aus den Ergebnissen des Gentechnik-Probeanbaus den Schluss, dass Genpflanzen keine ökonomischen oder pflanzenbaulichen Vorteile für die bayerischen Bauern bieten.

Zusammenfassend rät die bayrische Regierung derzeit allen Landwirten vom Anbau von Gen-Mais ab.

Gen-Bauern zahlen mit Gentechnik noch drauf

Eine Studie des Northwest Science and Environmental Policy Center ergab:

In den ersten 3 Jahren der kommerziellen Gentechnik Nutzung (1996-1998) erbrachte die Gentechnik Einsparungen von 38 Millionen Euro, aber in den Jahren 2001-2003 wurden zusätzliche 108 Millionen Euro für Pestizide auf Gentechnik-Äckern bezahlt. Die Ursache sind Superunkräuter, die gegen die Pestizide resistent wurden. Die Bauern mussten Jahr für Jahr mehr Gifte sprühen um die resistenten Unkräuter klein zu halten. Schon Jahre vorher haben Wissenschaftler genau davor gewarnt.

Download der Studie "Impacts of Genetically Engineered Crops on Pesticide Use in the United States: The First Eight Years"

Gen-Soja ist nicht gefragt

2006: Garantiert gentechnik-freies Soja ist Mangelware. Im Hafen von Rotterdam wird dafür etwa 5% mehr bezahlt als für Gensoja.

Gen Mais T25 benötigt mehr Spritzmittel

Eine weitere Studie der Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA) kommt zu dem gleichen Ergebnis:
Der Gen-Mais mit dem "T25"-Gen, das ihn resistent macht gegen das Pestizid "Basta" von Bayer, benötigt entgegen der eigentlichen Absicht mehr Spritzmittel als herkömmlicher Mais.

Monsanto vernichtet eigenes Versuchsfeld

Die Immunität des Gen-Maises auf einem Versuchsfeld in Süddeutschland gegen den Maiszünsler nützte dem Mais nichts.

Denn die gemeine"Fritfliege" hat dem jungen Mais so zugesetzt, dass Monsanto den Versuch beenden und das Feld abmähen musste.

Monsanto zieht sich weltweit aus dem Geschäft mit Genweizen zurück

Greenpeace begrüßt die Entscheidung von Monsanto vom 10. Mai 2004:
Genmanipulierte Pflanzen haben ihre Zukunft schon hinter sich. Wer Geld in Versuche mit genmanipulierten Pflanzen steckt, investiert Millionen Euro in eine Technik ohne Zukunft.

Bayer zieht sich zurück

Bayer zieht seinen Gen-Mais in Großbritannien zurück Im Nov. 2004 gibt Bayer außerdem bekannt, keine Forschung an Genpflanzen in Indien mehr zu betreiben (Kohl, Raps, Blumenkohl, Tomaten, Senf) und stattdessen den Schwerpunkt auf die normale Pflanzenzüchtung zu verlegen.

Fazit
Die haltlosen Versprechungen der Gentech-Industrie sind bereits nach 5 Jahren entlarvt.


 

Greenpeace Aktion auf Gen-Maisfeld

Greenpeace Aktion auf Gen-Maisfeld

© Greenpeace Deutschland

Nebeneinander von Gentechnik und Biolandwirtschaft unmöglich

Die Konsequenzen für Biobauern zeigte eine EU-Studie schon 2002. Greenpeace hat die Ergebnisse dieser Studie ("Institute for Prospective Technological Studies" des "EU Joint Research Centre) veröffentlicht, die die EU geheim halten wollte:

Selbst wenn nur auf 10% der Fläche gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden (in den USA sind es bei Gensoja bereits 81%) wird es fast unmöglich, auf den übrigen Flächen gentechnikfreie Erzeugnisse zu ernten!

Der Wind oder Bienen verbreiten die Fremdgene. Auch unsauberes Arbeiten beim Saatgut Hersteller, beim Transport oder in der Ölmühle führen zu Verunreinigungen. Nach dem neuen EU Gesetz dürfen gentechnik-freie Produkte maximal 0,9% gentechnische Verunreinigungen aufweisen. Was mehr enthält, muss gekennzeichnet werden.

Die Biobauern müssen Maissorten wählen, deren Blütezeit sich um 50 Tage von denen der genmanipulierten Verwandtschaft unterscheidet. Der Mindestabstand zwischen 2 Rapsfeldern muss 600 Meter betragen. Bei Mais beträgt er laut Umweltinstitut München 150 Meter.

Auch dürfen die Biobauern künftig keine selbst geernteten Samen mehr ausbringen, sondern müssen getestetes Saatgut kaufen, um Verunreinigungen zu vermeiden. Die zusätzlichen Kosten belaufen sich auf fast 200 Euro pro Hektar. Weitere Kosten fallen für regelmäßige Kontrollen an und für Versicherungen für Ausfälle durch Überschreiten der Grenzwerte.

Die EU-Studie kommt zu dem Ergebnis, wer Raps mit höchstens 1% Gentech-Körnern ernten möchte, muss sogar mit mehr als 40% erhöhten Kosten rechnen.

Gentechnik Kontaminationsregister

Auf der Webseite www.gmcontaminationregister.org tragen Greenpeace und GeneWatch Vorfälle zusammen, bei denen es zur Verunreinigung durch Gentechnik kam sowie illegaler Anbau und Seiteneffekte im Ackerbau.

Bauer Schmeiser - David verliert gegen Goliath

Percy Schmeiser

Percy Schmeiser

Im August 1998 verklagte der US Konzern Monsanto den kanadischen Bauern Percy Schmeiser, weil er angeblich genmanipulierten Monsanto-Raps angebaut hatte, ohne Lizenzgebühren von 37 kanadischen Dollar pro Hektar für die patentgeschützte Pflanze zu zahlen. Die Reschtsanwälte von Monsanto forderten 400.000 Dollar. Zuvor hatte Monsanto Gen-Spione losgeschickt, die nachts die Felder von Bauern kontrollierten. Diese fanden, dass Schmeiser acht Felder mit über 90% Roundup-Ready-Raps bepflanzt habe.

Schmeisers Untersuchungen hingegen zeigten einen schwankenden Anteil Gen-Raps von nahezu Null bis 68%. Percy Schmeiser betreibt seit 40 Jahren konventionellen Rapsanbau und Zucht und wollte mit Monsanto nie etwas zu tun haben. Vor Gericht versicherte er, niemals Saatgut des Konzerns gekauft oder wissentlich gesät zu haben. Vielmehr wären seine Felder durch Pollenflug kontaminiert worden. Dass er dafür Lizenzgebühren an den Konzern zahlen sollte, sah Schmeiser nicht ein. Doch Monsanto gewann in erster Instanz und der Farmer wurde zu empfindlichen Schadensersatzzahlungen verdonnert. Schmeiser startete eine Gegenoffensive. Es sei doch eher so, dass seine Felder gentechnisch verunreinigt worden wären und eigentlich Monsanto Strafe zahlen müsste.

Schmeiser - inzwischen zu einer Leitfigur der Anti-Gentech-Bewegung avanciert - bekam Unterstützung von zahlreichen NGOs und sogar eine kanadische Provinz klinkte sich in den Prozess ein.

Dabei ging es letztlich nicht mehr nur um den Einzelfall Schmeiser. Es sollte auch ein Zeichen gegen die aggressive Durchsetzungspolitik der Gentech-Konzerne gesetzt werden und gegen die zunehmende Abhängigkeit des Landbaus von Multis wie Monsanto.

Im Mai 2001 gab das Gericht Monsanto Recht, Schmeiser hat die Gebühren zu zahlen.

Die äußerst absurde Begründung des Gerichtes:
1.)
Im Normalfall sei der Bauer rechtmäßiger Eigentümer aller Pflanzen und Samen auf seinen Feldern, die durch die Einwirkung des Windes oder durch Auskreuzung dorthin gelangen - außer wenn es sich dabei um genmanipulierte Sorten handelt!
2.)
Jetzt Achtung - tief durchatmen - es wird noch absurder:
Der Richter wies Schmeisers Klage außerdem ab, weil Monsanto keine Möglichkeit habe, die Verbreitung des Gens im Freien zu kontrollieren.

Schmeiser legte Berufung ein und der jahrelange Rechtsstreit wurde schließlich vom kanadischen höchsten Gericht im Mai 2004 zugunsten von Monsanto entschieden. Für Schmeiser gab es nur ein kleines Trostpflaster: er braucht keine Schadenersatzzahlungen zu leisten.

Monsanto freut sich über das Urteil: "Damit würde mehr Sicherheit für die Forschung geschaffen."

Die Richter haben mit dem Urteil der Gen-Verseuchung durch Monsanto einen Freibrief erteilt.

Sollten die Beispiele von Kanada und USA bei uns Schule machen, so sieht der europäische Bauer einer düsteren Zukunft entgegen.

Der skrupellose Riese Monsanto jagt auch heute noch seine Sheriffs durch die Felder und pflanzt sich so auf die Kontoauszüge vieler kleiner Farmer. Zahllose Bauern kontaktieren Schmeiser noch heute und berichten über Bedrohungen und Einschüchterungen von Monsanto.

Monsanto wird von Kritikern gern als "Mutanto" oder "Monsatan" bezeichnet.

Weiteres siehe Schmeisers Homepage.

Sammelklage gegen Monsanto

Sept 2005:
1000 kanadische Biobauern klagen gegen Monsanto und Bayer CropScience. Sie fordern Entschädigungen für Einnahmeverluste, die durch die Kontamination ihrer Raps-Ernte entstanden sind. Der Gerichtshof von Saskatchewan hat die Klage zugelassen.


USA - Gentechnik in der Sackgasse

US- Farmer im Würgegriff der Gentech Industrie

Die US-Landwirtschaft steckt in der schwersten Krise seit Generationen. Als letzte Hoffnung gilt vielen die Gentechnik. Die Bedenken, mit denen das Thema befrachtet ist, sind ihnen reichlich egal. Hier geht es ums nackte Überleben.

In den USA waren 2003 bereits 81% aller Sojabohnen transgene Gewächse, 73% der Baumwolle und 40% des Maises.

Zwei Drittel davon für den Export bestimmt. Dass Europa die Einfuhr von GenFood aus den USA ablehnt, ist für die US Farmer ein Alptraum. Der Verlust europäischer Exportmärkte hat sie dazu gezwungen, ihre Gen-Mais-Anbauflächen zu reduzieren.

Dies führte zu einem Paradoxon: Die Wirtschaftsmisere hat die US-Farmer in die Arme der Gentechnologie getrieben - und die wiederum verschärft nun die Misere weiter.

© Greenpeace Deutschland
USA will hungernden Afrikanern Genmais aufzwingen

Sept 2002: Sambia lehnt eine Mais-Hilfslieferung der USA ab, weil die Körner gentechnisch verändert sind. Das UN-Welternährungsprogramm drohte bereits, Sambia müsse dann in Zukunft ohne die Hilfe der Vereinten Nationen auskommen.

Aber die Motivation der USA ist offensichtlich: Würden sich die Amerikaner nur von reinem Helferwillen leiten lassen, würden sie die erforderlichen Mittel in Form von Cash zur Verfügung stellen und Sambia den Ankauf der benötigten Lebensmittel überlassen. Aber noch immer stehen die USA auf Platz 22 in der Liste der Staaten, die Entwicklungshilfe leisten - das Schlusslicht unter den Industrienationen.

Es geht den Amerikanern ja auch gar nicht in erster Linie um Hilfe für Hungernde, sondern um Hilfe für die Mais-Farmer im eigenen Land. Die USA nutzen die Hungerkrise, um ihre Agrarpolitik über den Erdball zu verbreiten. Denn werden die Maiskörner mit dem originellen Erbgut auch als Saatgut auf Sambias Äckern ausgebracht, wird sich das Land in die Abhängigkeit von multinationalen Agrokonzernen begeben. Wer nämlich solches mit einer Armada von Patenten belegtes Saatgut ausbringt, darf seine Ernte nicht mehr nach eigenem Gutdünken neu aussäen und muss Patentgebühren zahlen.
Zudem macht dies den Export nach Europa unmöglich, denn in der EU will man kein Genfood verspeisen.

Somit würde der patentbewehrte Mais aus den US-Hightech-Labors zwar die akute Hungersnot lindern, langfristig jedoch zahlreiche neue Probleme schaffen.

Letztendlich wurde der US Gen Mais zu Mehl gemahlen bevor er an die Hungernden verteilt wurde. So wurde ausgeschlossen, dass jemand ihn für die Saat benutzt. Die Gen Konzerne hatten diese Schlacht verloren.

AIDS-Hilfe - nur gegen Genfood!

Noch deutlicher wurde die Bush-Regierung, als sie ein Jahr später (2003) ein AIDS Hilfepaket von 15 Milliarden Doller für Afrika an die Bereitschaft knüpfte, Lieferungen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln zu akzeptieren!

In den vergangenen Jahrzehnten sind in den USA mehrere Milliarden Dollar in die Entwicklung gentechnisch veränderter Sorten gesteckt worden und nun sollen die Märkte mit der Brechstange erschlossen werden!

Bush-Regierung will Europäer zur Einfuhr von Gen-Food zwingen
Bush-Regierung will Europäer zur Einfuhr von Gen-Food zwingen

Und im Juni 2003 ging Bush noch weiter, indem er die abstruse Behauptung aufstellte, Europa's Haltung gegenüber der Gentechnik sei für den Hunger in Afrika verantwortlich! Aber damit nicht genug: Die Bush-Regierung verklagte die EU zusätzlich noch bei der Welthandels­organisation (WTO).

Europadirektor der Organisation, Martin Rocholl, in Brüssel:
"Die aggressive US-Regierung versucht mit Unterstützung des Giganten Monsanto, der Welt mittels der undemokratischen und geheimniskrämerischen WTO gentechnisch veränderte Lebensmittel aufzuzwingen. Entscheidungen über unser Essen sollten in Europa getroffen werden und nicht im Weißen Haus, nicht bei der WTO oder in Monsantos Hauptquartier."

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA ist voll von Ex-Angestellten der Biotechindustrie, darunter Ministerin Ann Veneman, die vorher im Aufsichtsrat von Calgene gesessen hat - der Firma, von der die Gentomate entwickelt wurde.

Bei dem Handelskrieg zwischen USA und EU geht es allein um die Milliardengeschäfte einer großen Gentech-Industrie und um die nackte Existenz der meisten US-Farmer.

USA zwingt Iraker zu Gentech Anbau

März 2005: Die "Order 81" wurde vom US-Beauftragten für den Wiederaufbau des Irak, Paul Bremer, erlassen. Sie hat zum Ziel, dass die irakischen Bäuerinnen und Bauern zukünftig daran gehindert werden, ihre uralten Saaten und Kulturpflanzen anzubauen. Die traditionelle Vielfalt der Kulturpflanzen im Irak, die sich über Tausende von Jahren entwickelt hat, ist Vermächtnis und Rechtsgut der irakischen Bauern. Die Bäuerinnen und Bauern werden dazu gezwungen, nur noch industriell entwickeltes, gentechnisch manipuliertes und von Unternehmen patentiertes Saatgut zu verwenden.

Gen-Mais Import mit Militär Eskorte!

September 2003, Veracruz, Mexiko.
Das Schiff "Ikan Altamira" mit 40.000 Tonnen genmanipuliertem Mais aus den USA sollte in Veracruz, Mexikos größtem Hafen entladen werden.

Greenpeace Aktivisten demonstrierten vor dem Schiff 13 Stunden lang und forderten von der mexikanischen Regierung den Import zu verbieten.

Mit Inkrafttreten des Biosafety-Protokolls (Cartagena Protokoll) verpflichten sich die Länder, Maßnahmen zu ergreifen, um die Umwelt, die biologische Vielfalt und die menschliche Gesundheit vor den Gefahren der Gentechnik zu schützen.

Nach 13 Stunden sagte der Kapitän des Maisfrachters, er habe die Anweisung, die Mais-Ladung in die USA zurück zu bringen und verließ den Hafen.

Am nächsten Tag kam das Schiff wieder zurück - diesmal begleitet von einer Eskorte der mexikanischen Marine!


Gentechnik gegen den Welthunger

Die Gentechnikkonzerne behaupten, die Gentechnik könne den Hunger der Welt lindern.

Wer dieses Märchen tatsächlich glaubt, hat von der Globalisierung gar nichts verstanden und sollte dringend das Buch "Imperium der Schande" von Jean Ziegler lesen, das die wahren Gründe des Hungers aufdeckt.

 

Jean Ziegler (Sonderberichterstatter der UNO, 2005)
Zitate Jean Ziegler (Sonderberichterstatter der UNO, 2005):
  • In 122 Ländern der 3. Welt leben 85% der Weltbevölkerung.
  • 1,8 Milliarden Menschen haben weniger als 1 Dollar pro Tag, während 1% der Reichsten so viel Geld verdienen wie 57% der Ärmsten.
  • Der Chef des Pharmakonzerns Novartis bezieht ein Jahresgehalt von 20 Millionen Schweizer Franken.
  • Alle 5 Sekunden stirbt ein Kind an den Folgen der Unterernährung.
  • 850 Millionen Erwachsene sind Analphabeten
  • 325 Millionen Kinder haben keine Aussicht, eine Schule zu besuchen.
  • 2004 haben heilbare Krankheiten 12 Millionen Menschen getötet.
  • Der Anteil der 42 ärmsten Länder am Welthandel betrug 2004 nur 0,6%.
  • Laut UNICEF würde es über einen Zeitraum von 10 Jahren 7 Milliarden Dollar pro Jahr kosten, allen Kindern der Welt einen Zugang zur Schule zu ermöglichen. Diese Summe ist geringer als das, was die Europäer jährlich für Eiscreme ausgeben.
  • Weltweit belaufen sich die Militärausgaben auf 780 Milliarden Dollar pro Jahr. Der Krieg im Irak kostete die USA 57 Milliarden Dollar allein im Jahr 2004. Die vereinten Nationen UNDP schätzen, dass 80 Milliarden Dollar jährlich über einen Zeitraum von 10 Jahren ausreichen würden, um jedem Menschen der Welt Zugang zu Schulbildung, medizinischer Versorgung, ausreichend Nahrung, Trinkwasser und Geburtshilfe zu ermöglichen.
  • 2003 zahlten alle Länder des Nordens 54 Milliarden Dollar Entwicklungshilfe.
    Im selben Jahr haben die 122 Länder der 3. Welt den Banken des Nordens 436 Milliarden Dollar als Schuldendienst überwiesen!
  • Die Regierungen der 3. Welt müssen 6 mal mehr Zinsen zahlen als auf den Finanzmärkten üblich ist.
  • Brasilien hat eine Auslandsschuld von 240 Milliarden Dollar, was den Exporteinnahmen von 4 Jahren entspricht. 2002 verschlangen die Zinsen der Schulden 5 mal mehr als alle Ausgaben für Schul- und Gesundheitswesen.
  • 49 Staaten müssen mehr für den Schuldendienst ausgeben als für Sozialleistungen.
  • Seit 3 Jahrzehnten zahlen die Länder Lateinamerikas 32% ihrer Einkommen für die Begleichung der Schuld.
  • Kein Land der 3. Welt wird jemals in der Lage sein, seinen Schuldenberg abzubezahlen.
  • Die Auslandsschuld ist wie ein Krebsgeschwür, das nicht behandelt wird: sie wächst.
  • Die Verschuldung ist ein Massenvernichtungswaffe.
  • Die Versklavung durch Verschuldung hat bruchlos an die Kolonialherrschaft angeschlossen.
  • Die 500 größten transnationalen Firmen kntrollieren 52% des Bruttosozialproduktes des Planeten. Sie beschäftigen 1,8% der Arbeitskräfte und sie haben Reichtümer, die größer sind als das Guthaben der 133 ärmsten Länder der Welt.
  • Die transnationalen Konzerne wie Nestlé, Unilever, Cargill kaufen Kaffee zum Spottpreis ein und zahlen den Kaffeebauern einen Hungerlohn. Ihr EINZIGES Ziel ist Profitmaximierung.

Zitat Jean Ziegler:
"Es kommt nicht darauf an, den Menschen in der dritten Welt mehr zu geben sondern ihnen weniger zu stehlen."

In Anbetracht dieser Tatsachen ist es ein Hohn zu behaupten, die Gentechnik sei eine Lösung für den Hunger der armen Menschen!

 

Genmanipuliert Der sogenannte "goldene Reis" ist eine am Reißbrett entstandene Sorte Reis, dem ein zusätzliches Gen implantiert wurde, das Betakarotin generiert. Weltweit leidet eine halbe Million Kinder an Vitamin-A Mangel, was zu Erblindung führt. Und so bekommt man zu hören, wer gegen die Gentechnik ist, mache sich am Leid dieser Kinder mitschuldig.

Leider wird aber eine Tatsache geflissentlich dabei unterschlagen:
Das Ganze funktioniert nicht. Um Beta-Karotin in Vitamin A umzuwandeln, benötigt der menschliche Körper ausreichend körpereigenes Eiweiß und Fett - und genau das fehlt den unterernährten Kindern.

Rund ein halber Teelöffel (rohen) Palmöls genügt, um ein Kind mit genügend Vitamin A zu versorgen, wohingegen der "goldene Reis" so wenig Pro-Vitamin-A produziert, dass das 10-fache vom Tagesbedarf an Reis benötigt wird, um den täglichen Vitamin Bedarf zu decken!

Abgesehen davon sind unterernährte Kinder auch nicht das Klientel, das die Milliarden Dollar wieder hereinbringt, die die Biotech Forschung kostet. Es handelt sich hierbei also lediglich um ein Vorzeigeprojekt für die von Akzeptanznöten gebeutelte Biotech Industrie.

Auch die Christoffel-Blindenmission (CBM) kommt zu dem Schluss, dass mit Gentechnik kein Durchbruch im Kampf gegen Kinderblindheit in Sicht ist.

80% der unterernährten Kinder leben in Entwicklungsländern, die Agrar-Überschüsse produzieren!
Derzeit wird auf 21% des Ackerlandes Viehfutter angebaut.

Das damit gefütterte Schlachtvieh wird aber in erster Linie in den überernährten westlichen Industrienationen verzehrt.

In Brasilien werden z.B. Exportkulturen wie Soja forciert statt für den Eigenbedarf anzubauen. Weltweit gehen 36% der Getreide- und 70% der Sojaernte in Tiermägen. Um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren müssen 10 Kilogramm Soja verfüttert werden! Oft wohnen unterernährte Kinder direkt neben den Plantagen, die nur für den Export produzieren statt das eigene Volk zu ernähren. Oder anders ausgedrückt: die Kaufkraft eines deutschen Schweines ist größer als die einer armen brasilianischen Familie.

In Deutschland dürfen Ökobauern wegen der entwicklungspolitischen Probleme kein Soja verfüttern. Soja kann aber durch Ackerbohnen, Erbsen oder Lupinen ersetzt werden, die ebenfalls ausreichend Eiweiß enthalten.

Oft haben die Ärmsten der Welt auch nicht ausreichend Land zur Verfügung, um Getreide für ihre eigene Familie anzubauen, denn das Land ist meist im Besitz globaler Agrarunternehmer.

Das Problem ist also ein global-politisches und Gentechnik ist dafür keine Lösung - abgesehen davon, dass die armen Bauern das teure manipulierte Saatgut garnicht bezahlen könnten.

Afrikaner finden 70% der Arbeit auf kleinen Farmen. 40% der Exporte sind landwirtschaftliche Produkte. Für die meisten Afrikaner gibt es keine Wahl eines Berufes: "Entweder deine Farm läuft oder du bist arbeitslos."

Um Hunger zu vermeiden, muss also die Mehrheit der Afrikaner auf kleinen Farmen beschäftigt werden.

Der Ersatz von Ackerbau der Massen durch Massenproduktion auf großen High-Tech Monokultur Farmen nach Vorbild der USA, auf denen nur wenige Menschen Arbeit finden, führt unmittelbar zu Arbeitslosigkeit und Hunger - auch wenn durch letzteres insgesamt mehr produziert wird! - (wie in Argentinien, siehe oben)

Syngenta lügt!

April 2005: Nach Recherchen von Greenpeace wird bekannt, dass Syngenta weltweite Monopolrechte am "Goldenen Reis" beantragt hat. Das Patent ist in mehr als 100 Ländern angemeldet, sogar in Entwicklungsländern, in denen das Saatgut eigentlich kostenlos abgegeben werden sollte!

Syngenta behauptet ausdrücklich, kein kommerzielles Interesse am 'Goldenen Reis' zu haben, sondern ausschließlich humanitäre Interessen zu verfolgen.

Eine Lüge: Denn wer Patente anmeldet, will auch an ihnen verdienen.

In einer Mail bestätigt Adrian Dubock, Head of Biotechnology Ventures bei Syngenta dieses:
"Das ursprüngliche kommerzielle Interesse für Syngenta war jedoch, in den industrialisierten Ländern entsprechend angereicherte Nutzpflanzen zu verkaufen, Reis ebenso wie andere Pflanzen. Die Patentanmeldung auf den Gentech-Reis wird nicht fallen gelassen, weil uns unsere Aktionäre dafür nicht dankbar wären."
Von Genreis aus "humanitären Gründen" kann also keine Rede sein.


Gentechnik in Österreich

Wer in Tirol, in Kärnten oder Salzburg gentechnisch verändertes Saatgut ausbringen will, muss dies in einer "auflagenstarken Tageszeitung" per Anzeige kundtun. Dies ist eine hohe Hürde und ist als Kompromiss zu sehen nachdem die Initiative, das ganze Bundesland zur gentechnikfreien Zone zu erklären, an der EU-Rahmenrichtlinie gescheitert ist.

Im westlichen Tirol produzieren 720 Bauern garantiert gentechnikfreie Milch indem sie auf importierte Futtermittel verzichten. Der Milchmarktführer Bergland stellt um auf gentechnikfreie Fütterung der Kühe.

2003 hatten sich alle 4 Parteien Oberösterreichs darauf geeinigt, das gesamte Bundesland zur gentechnikfreien Zone zu erklären. Ein Nebeneinander von Gentechnik und konventioneller Landwirtschaft ist auf Grund der kleinstrukturierten Landwirtschaft dort nicht möglich. Der Europäische Gerichtshof erkannte 2005 die Argumente für eine entsprechende Gesetzgebung aber nicht an.

2006: Österreich verbietet den Import von Gentech Raps.

Gentechnik in der Schweiz

Im Dezember 2005 beschließen die Schweizer mit einer Volksabstimmung mehrheitlich ein Gentechnik Verbot in der Schweiz.

Gentechnik in Polen

April 2006: Das polnische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das Gen-Saatgut verbietet. Die Abgeordneten legen sich damit mit der Europäischen Union an.

Gentechnik in China

2006: Wegen Sicherheitsbedenken stoppt die Regierung in China den geplanten großflächigen Anbau von Genreis.
Mehr Forschung sei nötig.

Genreis wurde aber dennoch illegal in China angebaut und prompt fand Greenpeace Verunreinigungen mit Gen-Reis in Glasnudeln aus China, die auch in Deutschland verkauft werden.

Gentechnik in Thailand und Vietnam

2006: Nachdem es in Thailand und Vietnam wiederholt zu gentechnischen Kontaminationen durch Reis aus den USA gekommen war (die u.a. durch Greenpeace aufgedeckt wurden) erklärten die beiden größten Reisproduzenten, die zusammen die Hälfte des weltweiten Reises handeln, in Zukunft nur noch genfreien Reis anzubauen.

 

 
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