Unsere GruppeÜber uns / MitmachenAktionen in AachenPresseGreenteamsJAGs (Jugendgruppe)Team 50+Einkaufsführer AachenE-Mail / NewsletterUnsere ThemenKlima / EnergieWälder / PapierMeereLandwirtschaft / Gentechnik / ChemieArchivLinksSpenden |
Gentechnik in China - Resistente SchädlingeDie Bt-Baumwolle wurde 1997 in China durch den Gentech-Konzern Monsanto eingeführt. Bei den Baumwollpflanzen handelt es sich um gentechnische Manipulationen, die durch den Einbau eines Gen aus dem Bacillus thuringiensis (Bt) gegen den Befall mit Baumwollschädlingen wie dem Baumwollkapselwurm widerstandsfähig sein sollen. Sie wurde als Zaubermittel für die Bekämpfung von Schädlingen beworben. 2001 hatte der Anbau der Monsanto-Baumwolle sich auf 1,5 Millionen Hektar ausgedehnt - 35 % des gesamten Baumwoll-Anbaues. Labortests und Felduntersuchungen von vier chinesischen staatlichen Wissenschafts-Instituten, die von Greenpeace ausgewertet wurden, haben eine Zunahme von Resistenzen im Baumwollkapselwurm gegen das Bt-Gen festgestellt, außerdem eine Abnahme der natürlichen Feinde dieses Schädlings etwa bestimmter Spinnen. Dazu kommt ein höherer Befall der Pflanzen mit anderen Schädlingen und Krankheiten. Diese Faktoren treiben Landwirte dazu, weiter chemische Pestizide einzusetzen, die der Anbau von Gentech-Baumwolle eigentlich überflüssig machen sollte. Gentechnik - Ruin für Bauern in IndienAus Indien kam 2002 die Nachricht, dass 30.000 Hektar Gen-Baumwollpflanzen in der Provinz Maharashtra an einem Wurmbefall (Kräuselkrankheit) eingegangen sind. Außerdem gab es Berichte über mangelnde Keimfähigkeit, Schäden bei Dürrebedingungen in Madhya Pradesh, Befall mit Baumwollkapselwurm, (gegen den sie angeblich resistent sein sollte) und Anfälligkeit für Wurzelfäule. Zudem brachte die Gen-Baumwolle wegen ihrer geringeren Qualität (kürzere Fasern) einen niedrigeren Preis auf dem Markt. Nachdem es in den westlichen Bundesstaaten Maharashtra und Gujarat sowie im benachbarten Madhya Pradesh zu spektakulären Ernteausfällen bei der vom US-Agrarmulti Monsanto hergestellten GM-Baumwollvariante gekommen war, ist der Vertrieb des umstrittenen Samens inzwischen verboten. In den letzten Jahren begingen in Indien 10.000 Bauern Selbstmord. (Die meisten trinken Pestizide, das einstige Symbol des Fortschritts) Die Bauern hatten sich die teuren Pestizide auf Kredit gekauft. Als nun ihre Ernte trotzdem erbärmlich ausfiel, konnten sie den Kredit nicht mehr zurückzahlen. Auch das Gen-Saatgut ist 4 mal so teuer wie herkömmliches. Wie immer redete sich auch hier Monsanto heraus: Es läge natürlich nicht an der Gentechnik sondern am Wetter. Tatsache ist, dass die Insekten bereits resistent gegen das Bt Gift werden. In Indien wurden Stimmen laut, die der Regierung vorwarfen, sie sei so daran interessiert, die reichen multinationalen Agrarkonzerne zufrieden zu stellen, dass ihr selbst der Ruin der einheimischen Bauern egal sei. Sie fordern Wiedergutmachung der Verluste in Höhe von 100 Millionen Dollar. Natürlich bezahlte Monsanto keinen einzigen Dollar.
Gentechnik - ein Verlustgeschäft für chinesische BauernEine Langzeituntersuchung des chinesischen Landwirtschaftsministeriums und der Cornell University aus Ithaca, New York ergab, dass chinesische Bauern, die Genbaumwolle anbauten, die gegen die Baumwollkapselraupe resistent ist, zwar in den ersten Jahren des Anbaus höhere Einnahmen hatten, dass sich aber nach 7 Jahren das ökologische Gleichgewicht auf dem Acker so verschoben hat, dass neue Schädlinge in Erscheinung traten, die nur mit vermehrtem Pestizideinsatz bekämpft werden konnten. Bis zu 20 Mal im Jahr mussten sie Gift spritzen. Dazu kamen die Kosten des Gen Saatgutes, das 3 mal so viel kostet wie klassische Samen. Fazit der Studie: Die Genbauern hatten 8% weniger Einnahmen als ihre konventionell arbeitenden Kollegen.
Gentechnikverbot in BrasilienDer Gouverneur von Parana, (Brasiliens größtem Soja Anbaugebiet) hat den Anbau von Gen-Soja verboten und Monsanto und BASF aufgefordert, alle Bestände von Pestiziden inklusive Roundup zurückzurufen, da die Gefahren dieser Gifte für Mensch und Umwelt nicht erforscht sind. Brasilien ist der zweitgrößte Soja-Produzent nach den USA. Dennoch gibt es im Süden an der Grenze zu Argentinien illegalen Anbau von Gen-Soja. Das Saatgut wurde aus dem Nachbarland herübergeschmuggelt, wo fast nur noch Gen-Soja wächst. Gentechnik-Alptraum in Argentinien
Eine Studie veröffentlicht im April 2004 im "New Scientist" ergibt: Als die Gen-Soja "Roundup Ready" von Monsanto Ende der 90iger Jahre auf den Markt kam, schien es, als sei die Lösung für alle wirtschaftlichen Probleme des Landes gefunden. So war Argentinien im Jahre 1997 eines der ersten Länder, die den Anbau von Gen-Pflanzen erlaubten. Der Handel blühte, das Geld floss und bis 2002 war fast die Hälfte des argentinischen anbaufähigen Landes - 11,6 Millionen Hektar - mit Gen-Soja bepflanzt. Die Sojaproduktion eskalierte und noch heute werden Urwälder für Soja-Monokulturen abgeholzt. Für 3 Tonnen Soja verliert das Land einen Hektar Wald. Soja-Barone bezahlen die örtliche Polizei dafür, dass sie die dort lebenden Menschen gewaltsam vertreibt. 90% der Ernte - 20 Millionen Tonnen - wird als Tierfutter nach Europa und Asien exportiert. Doch bereits in den "goldenen Zeiten" warnten Wissenschaftler vor
den verheerenden Folgen, die jetzt sichtbar werden: Im Boden werden wichtige Bakterien vernichtet und die Erde wird unfruchtbar - der Einbruch der Ernteerträge ist bereits vorprogrammiert. Absurd aber wahr: Riesige Gen-Soja Plantagen, Futter für die Masttiere in USA und Europa, machten Tausende von argentinischen Ex-Bauern arbeitslos und ihre Häuser wurden von Bulldozern eingeebnet um den Gen-Plantagen Platz zu machen. Der Traum von der Gen-Soja ist zum Alptraum für die argentinischen Bauern und die Wirtschaft des Landes geworden. In Argentinien hat Monsanto das Saatgut erst zu normalen Preisen abgegeben. Nachdem nun fast alle Landwirte auf Gentechnik setzen - auf 90% der Felder wachsen Gen-Pflanzen - verlangt der Konzern Lizenzgebühren für die Ernte. Selbst Argentiniens Regierung spricht von Gangstermethoden.
Syngenta versucht thailändische Bauern zu bestechenIn Thailand versucht Syngenta mit einer aggressiven Verkaufsstrategie, Bauern mit Werbegeschenken zu bestechen. Auf dem Werbeplakat prangt ein Behälter mit dem umstrittenen Pestizid Gramoxone (Paraquat) umringt von einem riesigen Geländewagen und mehreren Motorrädern. "Diese Preise kann gewinnen, wer ein Flasche Gramoxone kauft." Bei einem durchschnittlichen Monatsverdienst eines thailändischen Bauern von ca. 60 US$ stellt ein Auto oder selbst ein Motorrad einen unerfüllbaren Wunsch dar. Das Herbizid ist hochgiftig, hat schon zu unzähligen Todesopfern und Vergiftungen geführt und ist daher im Nachbarland Malaysia verboten. Der Syngenta-Werbespruch "Glück in jeder Flasche" kann in diesem Zusammenhang nur noch als zynisch beurteilt werden. Syngenta verletzt damit den Verhaltenskodex der Lebensmittel- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen FAO, der besagt, dass die Werbung keine unangebrachten Anreize oder Geschenke beinhalten soll, die zum Kauf von Pestiziden ermuntern. Süßkartoffel Projet in Kenia gescheitertMonsanto wollte eine Süßkartoffel gegen den feathery mottle Virus resitent machen. Die Praxis zeigte aber, dass sie genauso anfällig gegen den Virus war wie herkömmliche Sorten und dabei auch noch weniger Ernteerträge brachte. Im Übrigen ging diese Gen-Süßkartoffel das Hauptproblem, den Rüsselkäfer, garnicht an und der fragliche Virus war nur ein kleines von vielen Problemen. Monstanto hat mit diesem Projekt 6 Millionen Dollar in den Sand gesetzt. Konventionelle Saatzucht in Uganda hat dagegen eine virusresistente Sorte der Süßkartoffel in kürzerer Zeit, mit einem Bruchteil der Kosten und ohne Ertragsrückgang entwickelt! Gen-Baumwolle stürzt indonesische Bauern in SchuldenMonsanto hatte Baumwolle gegen eine Schädlingsart resistent gemacht, die auf Sulawesi kein größeres Problem darstellt. Als Nebeneffekt wurde sie dadurch aber anfällig für andere, gefährlichere Schädlinge. Im ersten Jahr (2001) wurden hunderte von Hektar Gen-Baumwolle von Schädlingen befallen, die sich durch die Dürre explosionsartig vermehrten. Andere Baumwollsorten waren davon nicht betroffen. Entgegen den Versprechen von Monsanto mussten die Bauern mehr statt weniger Gift sprühen. Monsanto hatte prahlerisch behauptet, die Erträge würden 3 Tonnen pro Hektar erreichen. Der durchschnittliche Ertrag betrug aber lediglich 1,1 Tonnen. Einige Bauern ernteten nur 500 kg oder hatten sogar einen totalen Ernteausfall. Trotz der Probleme verlängerte die Regierung die Genehmigung um ein weiteres Jahr, mit den gleichen trüben Ergebnissen. Die Bauern verschuldeten sich. Im Gegenzug erhöhte Monsanto auch noch den Saatgutpreis auf das Doppelte! Einige Bauern verbrannten aus Protest ihre Felder und weigerten sich, ihre Schulden zu bezahlen, was zur Vertreibung von Monsanto aus der Region führte. Superunkräuter in KanadaDer Anbau von Gen-Raps in Kanada macht deutlich, dass sich genmanipulierte Pflanzen unkontrolliert ausbreiten. Der Gen-Raps hat sich durch Pollenflug und verunreinigtes Saatgut so verbreitet, dass ökologisch und konventionell arbeitende Landwirte vielerorts keinen gentechnik-freien Raps mehr produzieren können. Außerdem werden immer mehr giftige Spritzmittel eingesetzt. Mittlerweile
kämpften die Landwirte mit resistenten Superunkräutern. Bayer lügtBayer ist ein Wiederholungstäter. (Weiteres siehe Hier.) Bayer ist schon lange bekannt dafür, in Indien hochgiftige Pestizide verkauft zu haben, die im eigenen Land verboten sind. Jetzt führt Bayer in Indien Feldversuche an Kohl und Blumenkohl mit einem Gen durch, das im Rest der Welt als gefährlich bekannt und in den USA für den menschlichen Verzehr verboten ist. Das Gen CRY9C produziert ein Insektizid, das beim Menschen Allergien auszulöst. Nach einer Greenpeace Aktion 2004 im indischen Mumbai verstrickte sich
Bayer in Unwahrheiten: Starlink-Skandal:In den USA wurde der Starlink-Mais mit dem Gen CRY9C nur als Tierfutter und für industrielle Zwecke zugelassen. Trotzdem tauchten bis heute in Lebensmitteln aus Mais (wie Taco-Chips) Verunreinigungen auf, obwohl der Mais seit mehreren Jahren in den USA nicht mehr angebaut werden darf. 2001 musste der Agro-Konzern Aventis zugeben, dass StarLink nie wieder ganz aus der Nahrung verschwinden werde. Bayer Genreis-Skandal:Sep. 2006: Ein paar Jahre später deckt Greenpeace einen weiteren Skandal auf: Illegaler Genreis (LLRice 601) von Bayer wird bei Aldi gefunden. Dieser Reis aus den USA ist in keinem Land für menschlichen Verzehr zugelassen. Der Skandal zeigt einmal wieder, dass Konzerne wie die Bayer ihre Gen-Pflanzen nicht kontrollieren können oder wollen, denn dieser Reis wird in den USA nicht offiziell angebaut. Er stand bis 2001 auf Versuchsfeldern und hat sich vermutlich über Pollenflug ausgebreitet. Aldi schickt den Reis "Bon-Ri" an den Lieferanten zurück. In Rotterdam wurde ein Schiff mit 20.000 Tonnen Reis an Bord festgehalten. Teile der Ladung aus den USA waren verunreinigt. Okt 2006: Die EU kontrolliert nun alle Reis Lieferungen aus den USA, die Kosten dafür tragen die Exporteure, da diese sich weigerten, die Tests vorzunehmen. Auch im Hamburger Hafen findet Greenpeace Genreis. Die Schäden für die deutsche Lebensmittelindustrie durch die Rückrufaktion belaufen sich auf 10 Millionen Euro. Greenpeace fordert, Bayer dafür haftbar zu machen. Unglaublich: Bayer lässt Greenpeace Webseite sperren! Nachdem unzählige Verbraucher über die Greenpeace Webseite Protestmails an Bayer geschickt hatten, forderte Bayer den Provider auf, die Greenpeace Webseite abzuschalten. Begründung: Über diesen Server würde Spam verschickt. Bayer hat ein interessantes Verständnis von Demokratie: Wer seine Meinung sagt, bekommt den Mund verboten! Keine neuen Arbeitsplätze in Gentech BrancheEntgegen der Behauptungen der Befürworter bringt die Gentechnik nicht mehr Arbeitsplätze. Aufgrund zu beobachtender Fusionen in der Branche rechnet die Universität Oldenburg sogar mit rückläufigen Beschäftigtenzahlen. Mitte 2006 arbeiten in Deutschland weniger als 500 Beschäftigte in der "Grünen Gentechnik". Dagegen bietet die Bio Branche derzeit 150000 Arbeitsplätze! Der Gen-Bauer trägt das Risiko alleinMärz 2004: Der Deutsche Bauernverband DBV rät allen Landwirten davon ab, sich an einem Erprobungsanbau mit Bt-Mais zu beteiligen. Ursache ist, dass sich kein Gentech Konzern bereit erklärte, den Bauern im Falle von Schadensersatzansprüchen beizustehen. In neueren Verträgen untersagt eine Klausel den Bauern sogar, Monsanto zu verklagen, sollte das Gen-Saatgut den Erwartungen nicht entsprechen! Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weist darauf hin, dass er Landwirte, die Gentechnik aussähen, nicht versichern kann, da das Risiko der Aussaat nicht zu kalkulieren ist, weil Pollenflug auch über große Entfernungen nicht verhindert werden kann. Juli 2006: Landwirtschaftsminister Miller zieht aus den Ergebnissen des Gentechnik-Probeanbaus den Schluss, dass Genpflanzen keine ökonomischen oder pflanzenbaulichen Vorteile für die bayerischen Bauern bieten. Zusammenfassend rät die bayrische Regierung derzeit allen Landwirten vom Anbau von Gen-Mais ab. Gen-Bauern zahlen mit Gentechnik noch draufEine Studie des Northwest Science and Environmental Policy Center ergab: In den ersten 3 Jahren der kommerziellen Gentechnik Nutzung (1996-1998) erbrachte die Gentechnik Einsparungen von 38 Millionen Euro, aber in den Jahren 2001-2003 wurden zusätzliche 108 Millionen Euro für Pestizide auf Gentechnik-Äckern bezahlt. Die Ursache sind Superunkräuter, die gegen die Pestizide resistent wurden. Die Bauern mussten Jahr für Jahr mehr Gifte sprühen um die resistenten Unkräuter klein zu halten. Schon Jahre vorher haben Wissenschaftler genau davor gewarnt. Download der Studie "Impacts of Genetically Engineered Crops on Pesticide Use in the United States: The First Eight Years" Gen-Soja ist nicht gefragt2006: Garantiert gentechnik-freies Soja ist Mangelware. Im Hafen von Rotterdam wird dafür etwa 5% mehr bezahlt als für Gensoja. Gen Mais T25 benötigt mehr Spritzmittel
Eine weitere Studie der Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft (BBA)
kommt zu dem gleichen Ergebnis: Monsanto vernichtet eigenes VersuchsfeldDie Immunität des Gen-Maises auf einem Versuchsfeld in Süddeutschland gegen den Maiszünsler nützte dem Mais nichts. Denn die gemeine"Fritfliege" hat dem jungen Mais so zugesetzt, dass Monsanto den Versuch beenden und das Feld abmähen musste. Monsanto zieht sich weltweit aus dem Geschäft mit Genweizen zurück
Greenpeace begrüßt die Entscheidung von Monsanto vom 10. Mai 2004: Bayer zieht sich zurückBayer zieht seinen Gen-Mais in Großbritannien zurück Im Nov. 2004 gibt Bayer außerdem bekannt, keine Forschung an Genpflanzen in Indien mehr zu betreiben (Kohl, Raps, Blumenkohl, Tomaten, Senf) und stattdessen den Schwerpunkt auf die normale Pflanzenzüchtung zu verlegen. Fazit
Nebeneinander von Gentechnik und Biolandwirtschaft unmöglichDie Konsequenzen für Biobauern zeigte eine EU-Studie schon 2002. Greenpeace hat die Ergebnisse dieser Studie ("Institute for Prospective Technological Studies" des "EU Joint Research Centre) veröffentlicht, die die EU geheim halten wollte: Selbst wenn nur auf 10% der Fläche gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden (in den USA sind es bei Gensoja bereits 81%) wird es fast unmöglich, auf den übrigen Flächen gentechnikfreie Erzeugnisse zu ernten! Der Wind oder Bienen verbreiten die Fremdgene. Auch unsauberes Arbeiten beim Saatgut Hersteller, beim Transport oder in der Ölmühle führen zu Verunreinigungen. Nach dem neuen EU Gesetz dürfen gentechnik-freie Produkte maximal 0,9% gentechnische Verunreinigungen aufweisen. Was mehr enthält, muss gekennzeichnet werden. Die Biobauern müssen Maissorten wählen, deren Blütezeit sich um 50 Tage von denen der genmanipulierten Verwandtschaft unterscheidet. Der Mindestabstand zwischen 2 Rapsfeldern muss 600 Meter betragen. Bei Mais beträgt er laut Umweltinstitut München 150 Meter. Auch dürfen die Biobauern künftig keine selbst geernteten Samen mehr ausbringen, sondern müssen getestetes Saatgut kaufen, um Verunreinigungen zu vermeiden. Die zusätzlichen Kosten belaufen sich auf fast 200 Euro pro Hektar. Weitere Kosten fallen für regelmäßige Kontrollen an und für Versicherungen für Ausfälle durch Überschreiten der Grenzwerte. Die EU-Studie kommt zu dem Ergebnis, wer Raps mit höchstens 1% Gentech-Körnern ernten möchte, muss sogar mit mehr als 40% erhöhten Kosten rechnen. Gentechnik KontaminationsregisterAuf der Webseite www.gmcontaminationregister.org tragen Greenpeace und GeneWatch Vorfälle zusammen, bei denen es zur Verunreinigung durch Gentechnik kam sowie illegaler Anbau und Seiteneffekte im Ackerbau. Bauer Schmeiser - David verliert gegen Goliath
Im August 1998 verklagte der US Konzern Monsanto den kanadischen Bauern Percy Schmeiser, weil er angeblich genmanipulierten Monsanto-Raps angebaut hatte, ohne Lizenzgebühren von 37 kanadischen Dollar pro Hektar für die patentgeschützte Pflanze zu zahlen. Die Reschtsanwälte von Monsanto forderten 400.000 Dollar. Zuvor hatte Monsanto Gen-Spione losgeschickt, die nachts die Felder von Bauern kontrollierten. Diese fanden, dass Schmeiser acht Felder mit über 90% Roundup-Ready-Raps bepflanzt habe. Schmeisers Untersuchungen hingegen zeigten einen schwankenden Anteil Gen-Raps von nahezu Null bis 68%. Percy Schmeiser betreibt seit 40 Jahren konventionellen Rapsanbau und Zucht und wollte mit Monsanto nie etwas zu tun haben. Vor Gericht versicherte er, niemals Saatgut des Konzerns gekauft oder wissentlich gesät zu haben. Vielmehr wären seine Felder durch Pollenflug kontaminiert worden. Dass er dafür Lizenzgebühren an den Konzern zahlen sollte, sah Schmeiser nicht ein. Doch Monsanto gewann in erster Instanz und der Farmer wurde zu empfindlichen Schadensersatzzahlungen verdonnert. Schmeiser startete eine Gegenoffensive. Es sei doch eher so, dass seine Felder gentechnisch verunreinigt worden wären und eigentlich Monsanto Strafe zahlen müsste. Schmeiser - inzwischen zu einer Leitfigur der Anti-Gentech-Bewegung avanciert - bekam Unterstützung von zahlreichen NGOs und sogar eine kanadische Provinz klinkte sich in den Prozess ein. Dabei ging es letztlich nicht mehr nur um den Einzelfall Schmeiser. Es sollte auch ein Zeichen gegen die aggressive Durchsetzungspolitik der Gentech-Konzerne gesetzt werden und gegen die zunehmende Abhängigkeit des Landbaus von Multis wie Monsanto. Im Mai 2001 gab das Gericht Monsanto Recht, Schmeiser hat die Gebühren zu zahlen. Die äußerst absurde Begründung des Gerichtes: Schmeiser legte Berufung ein und der jahrelange Rechtsstreit wurde schließlich vom kanadischen höchsten Gericht im Mai 2004 zugunsten von Monsanto entschieden. Für Schmeiser gab es nur ein kleines Trostpflaster: er braucht keine Schadenersatzzahlungen zu leisten. Monsanto freut sich über das Urteil: "Damit würde mehr Sicherheit für die Forschung geschaffen." Die Richter haben mit dem Urteil der Gen-Verseuchung durch Monsanto einen Freibrief erteilt. Sollten die Beispiele von Kanada und USA bei uns Schule machen, so sieht der europäische Bauer einer düsteren Zukunft entgegen. Der skrupellose Riese Monsanto jagt auch heute noch seine Sheriffs durch die Felder und pflanzt sich so auf die Kontoauszüge vieler kleiner Farmer. Zahllose Bauern kontaktieren Schmeiser noch heute und berichten über Bedrohungen und Einschüchterungen von Monsanto. Monsanto wird von Kritikern gern als "Mutanto" oder "Monsatan" bezeichnet. Weiteres siehe Schmeisers Homepage. Sammelklage gegen Monsanto
Sept 2005: USA - Gentechnik in der SackgasseUS- Farmer im Würgegriff der Gentech IndustrieDie US-Landwirtschaft steckt in der schwersten Krise seit Generationen. Als letzte Hoffnung gilt vielen die Gentechnik. Die Bedenken, mit denen das Thema befrachtet ist, sind ihnen reichlich egal. Hier geht es ums nackte Überleben. In den USA waren 2003 bereits 81% aller Sojabohnen transgene Gewächse, 73% der Baumwolle und 40% des Maises. Zwei Drittel davon für den Export bestimmt. Dass Europa die Einfuhr von GenFood aus den USA ablehnt, ist für die US Farmer ein Alptraum. Der Verlust europäischer Exportmärkte hat sie dazu gezwungen, ihre Gen-Mais-Anbauflächen zu reduzieren. Dies führte zu einem Paradoxon: Die Wirtschaftsmisere hat die US-Farmer in die Arme der Gentechnologie getrieben - und die wiederum verschärft nun die Misere weiter.
USA will hungernden Afrikanern Genmais aufzwingenSept 2002: Sambia lehnt eine Mais-Hilfslieferung der USA ab, weil die Körner gentechnisch verändert sind. Das UN-Welternährungsprogramm drohte bereits, Sambia müsse dann in Zukunft ohne die Hilfe der Vereinten Nationen auskommen. Aber die Motivation der USA ist offensichtlich: Würden sich die Amerikaner nur von reinem Helferwillen leiten lassen, würden sie die erforderlichen Mittel in Form von Cash zur Verfügung stellen und Sambia den Ankauf der benötigten Lebensmittel überlassen. Aber noch immer stehen die USA auf Platz 22 in der Liste der Staaten, die Entwicklungshilfe leisten - das Schlusslicht unter den Industrienationen. Es geht den Amerikanern ja auch gar nicht in erster Linie um Hilfe für
Hungernde, sondern um Hilfe für die Mais-Farmer im eigenen Land. Die USA
nutzen die Hungerkrise, um ihre Agrarpolitik über den Erdball zu verbreiten.
Denn werden die Maiskörner mit dem originellen Erbgut auch als Saatgut
auf Sambias Äckern ausgebracht, wird sich das Land in die Abhängigkeit von multinationalen Agrokonzernen begeben. Wer nämlich solches mit einer
Armada von Patenten belegtes Saatgut ausbringt, darf seine Ernte nicht
mehr nach eigenem Gutdünken neu aussäen und muss Patentgebühren
zahlen. Somit würde der patentbewehrte Mais aus den US-Hightech-Labors zwar die akute Hungersnot lindern, langfristig jedoch zahlreiche neue Probleme schaffen. Letztendlich wurde der US Gen Mais zu Mehl gemahlen bevor er an die Hungernden verteilt wurde. So wurde ausgeschlossen, dass jemand ihn für die Saat benutzt. Die Gen Konzerne hatten diese Schlacht verloren. AIDS-Hilfe - nur gegen Genfood!Noch deutlicher wurde die Bush-Regierung, als sie ein Jahr später (2003) ein AIDS Hilfepaket von 15 Milliarden Doller für Afrika an die Bereitschaft knüpfte, Lieferungen von gentechnisch veränderten Lebensmitteln zu akzeptieren! In den vergangenen Jahrzehnten sind in den USA mehrere Milliarden Dollar in die Entwicklung gentechnisch veränderter Sorten gesteckt worden und nun sollen die Märkte mit der Brechstange erschlossen werden!
Bush-Regierung will Europäer zur Einfuhr von Gen-Food zwingenUnd im Juni 2003 ging Bush noch weiter, indem er die abstruse Behauptung aufstellte, Europa's Haltung gegenüber der Gentechnik sei für den Hunger in Afrika verantwortlich! Aber damit nicht genug: Die Bush-Regierung verklagte die EU zusätzlich noch bei der Welthandelsorganisation (WTO). Europadirektor der Organisation, Martin Rocholl, in Brüssel: Das US-Landwirtschaftsministerium USDA ist voll von Ex-Angestellten der Biotechindustrie, darunter Ministerin Ann Veneman, die vorher im Aufsichtsrat von Calgene gesessen hat - der Firma, von der die Gentomate entwickelt wurde. Bei dem Handelskrieg zwischen USA und EU geht es allein um die Milliardengeschäfte einer großen Gentech-Industrie und um die nackte Existenz der meisten US-Farmer. USA zwingt Iraker zu Gentech AnbauMärz 2005: Die "Order 81" wurde vom US-Beauftragten für den Wiederaufbau des Irak, Paul Bremer, erlassen. Sie hat zum Ziel, dass die irakischen Bäuerinnen und Bauern zukünftig daran gehindert werden, ihre uralten Saaten und Kulturpflanzen anzubauen. Die traditionelle Vielfalt der Kulturpflanzen im Irak, die sich über Tausende von Jahren entwickelt hat, ist Vermächtnis und Rechtsgut der irakischen Bauern. Die Bäuerinnen und Bauern werden dazu gezwungen, nur noch industriell entwickeltes, gentechnisch manipuliertes und von Unternehmen patentiertes Saatgut zu verwenden. Gen-Mais Import mit Militär Eskorte!
September 2003, Veracruz, Mexiko. Greenpeace Aktivisten demonstrierten vor dem Schiff 13 Stunden lang und forderten von der mexikanischen Regierung den Import zu verbieten. Mit Inkrafttreten des Biosafety-Protokolls (Cartagena Protokoll) verpflichten sich die Länder, Maßnahmen zu ergreifen, um die Umwelt, die biologische Vielfalt und die menschliche Gesundheit vor den Gefahren der Gentechnik zu schützen. Nach 13 Stunden sagte der Kapitän des Maisfrachters, er habe die Anweisung, die Mais-Ladung in die USA zurück zu bringen und verließ den Hafen. Am nächsten Tag kam das Schiff wieder zurück - diesmal begleitet von einer Eskorte der mexikanischen Marine! Gentechnik gegen den WelthungerDie Gentechnikkonzerne behaupten, die Gentechnik könne den Hunger der Welt lindern. Wer dieses Märchen tatsächlich glaubt, hat von der Globalisierung gar nichts verstanden und sollte dringend das Buch "Imperium der Schande" von Jean Ziegler lesen, das die wahren Gründe des Hungers aufdeckt.
Leider wird aber eine Tatsache geflissentlich dabei unterschlagen: Rund ein halber Teelöffel (rohen) Palmöls genügt, um ein Kind mit genügend Vitamin A zu versorgen, wohingegen der "goldene Reis" so wenig Pro-Vitamin-A produziert, dass das 10-fache vom Tagesbedarf an Reis benötigt wird, um den täglichen Vitamin Bedarf zu decken! Abgesehen davon sind unterernährte Kinder auch nicht das Klientel, das die Milliarden Dollar wieder hereinbringt, die die Biotech Forschung kostet. Es handelt sich hierbei also lediglich um ein Vorzeigeprojekt für die von Akzeptanznöten gebeutelte Biotech Industrie. Auch die Christoffel-Blindenmission (CBM) kommt zu dem Schluss, dass mit Gentechnik kein Durchbruch im Kampf gegen Kinderblindheit in Sicht ist. 80% der unterernährten Kinder leben in Entwicklungsländern,
die Agrar-Überschüsse produzieren! Das damit gefütterte Schlachtvieh wird aber in erster Linie in den überernährten westlichen Industrienationen verzehrt. In Brasilien werden z.B. Exportkulturen wie Soja forciert statt für den Eigenbedarf anzubauen. Weltweit gehen 36% der Getreide- und 70% der Sojaernte in Tiermägen. Um ein Kilogramm Fleisch zu produzieren müssen 10 Kilogramm Soja verfüttert werden! Oft wohnen unterernährte Kinder direkt neben den Plantagen, die nur für den Export produzieren statt das eigene Volk zu ernähren. Oder anders ausgedrückt: die Kaufkraft eines deutschen Schweines ist größer als die einer armen brasilianischen Familie. In Deutschland dürfen Ökobauern wegen der entwicklungspolitischen Probleme kein Soja verfüttern. Soja kann aber durch Ackerbohnen, Erbsen oder Lupinen ersetzt werden, die ebenfalls ausreichend Eiweiß enthalten. Oft haben die Ärmsten der Welt auch nicht ausreichend Land zur Verfügung, um Getreide für ihre eigene Familie anzubauen, denn das Land ist meist im Besitz globaler Agrarunternehmer. Das Problem ist also ein global-politisches und Gentechnik ist dafür keine Lösung - abgesehen davon, dass die armen Bauern das teure manipulierte Saatgut garnicht bezahlen könnten. Afrikaner finden 70% der Arbeit auf kleinen Farmen. 40% der Exporte sind landwirtschaftliche Produkte. Für die meisten Afrikaner gibt es keine Wahl eines Berufes: "Entweder deine Farm läuft oder du bist arbeitslos." Um Hunger zu vermeiden, muss also die Mehrheit der Afrikaner auf kleinen Farmen beschäftigt werden. Der Ersatz von Ackerbau der Massen durch Massenproduktion auf großen High-Tech Monokultur Farmen nach Vorbild der USA, auf denen nur wenige Menschen Arbeit finden, führt unmittelbar zu Arbeitslosigkeit und Hunger - auch wenn durch letzteres insgesamt mehr produziert wird! - (wie in Argentinien, siehe oben) Syngenta lügt!April 2005: Nach Recherchen von Greenpeace wird bekannt, dass Syngenta weltweite Monopolrechte am "Goldenen Reis" beantragt hat. Das Patent ist in mehr als 100 Ländern angemeldet, sogar in Entwicklungsländern, in denen das Saatgut eigentlich kostenlos abgegeben werden sollte! Syngenta behauptet ausdrücklich, kein kommerzielles Interesse am 'Goldenen Reis' zu haben, sondern ausschließlich humanitäre Interessen zu verfolgen. Eine Lüge: Denn wer Patente anmeldet, will auch an ihnen verdienen. In einer Mail bestätigt Adrian Dubock, Head of Biotechnology Ventures bei
Syngenta dieses: Gentechnik in ÖsterreichWer in Tirol, in Kärnten oder Salzburg gentechnisch verändertes Saatgut ausbringen will, muss dies in einer "auflagenstarken Tageszeitung" per Anzeige kundtun. Dies ist eine hohe Hürde und ist als Kompromiss zu sehen nachdem die Initiative, das ganze Bundesland zur gentechnikfreien Zone zu erklären, an der EU-Rahmenrichtlinie gescheitert ist. Im westlichen Tirol produzieren 720 Bauern garantiert gentechnikfreie Milch indem sie auf importierte Futtermittel verzichten. Der Milchmarktführer Bergland stellt um auf gentechnikfreie Fütterung der Kühe. 2003 hatten sich alle 4 Parteien Oberösterreichs darauf geeinigt, das gesamte Bundesland zur gentechnikfreien Zone zu erklären. Ein Nebeneinander von Gentechnik und konventioneller Landwirtschaft ist auf Grund der kleinstrukturierten Landwirtschaft dort nicht möglich. Der Europäische Gerichtshof erkannte 2005 die Argumente für eine entsprechende Gesetzgebung aber nicht an. 2006: Österreich verbietet den Import von Gentech Raps. Gentechnik in der SchweizIm Dezember 2005 beschließen die Schweizer mit einer Volksabstimmung mehrheitlich ein Gentechnik Verbot in der Schweiz. Gentechnik in PolenApril 2006: Das polnische Parlament hat ein Gesetz verabschiedet, das Gen-Saatgut verbietet. Die Abgeordneten legen sich damit mit der Europäischen Union an. Gentechnik in China2006: Wegen Sicherheitsbedenken stoppt die Regierung
in China den geplanten großflächigen Anbau von Genreis. Genreis wurde aber dennoch illegal in China angebaut und prompt fand Greenpeace Verunreinigungen mit Gen-Reis in Glasnudeln aus China, die auch in Deutschland verkauft werden. Gentechnik in Thailand und Vietnam2006: Nachdem es in Thailand und Vietnam wiederholt zu gentechnischen Kontaminationen durch Reis aus den USA gekommen war (die u.a. durch Greenpeace aufgedeckt wurden) erklärten die beiden größten Reisproduzenten, die zusammen die Hälfte des weltweiten Reises handeln, in Zukunft nur noch genfreien Reis anzubauen.
Rückfragen bitte an Jorinde Witte.
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||