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Öltanker

Zwischen 1963 und 1996 sind  686  Tanker gesunken!

Die Hälfte der Tanker, die heute auf den Weltmeeren fahren, sind über 20 Jahre alt. Aus Sparmaßnahmen werden die Tanker so lange fahren gelassen, bis sie aufgrund von Materialschwäche auseinanderbrechen !
Tankerunfälle führen immer wieder zu Umweltkatastrophen. Die Ursachen sind Manövrierfehler, Auflaufen auf Felsen oder Rammen von Eisbergen, Ausfall der Maschinen, oder betrunkene Kapitäne. Ein großer Tanker in voller Fahrt hat einen Bremsweg von 18 Kilometer!

Eine zweite Schiffswand kann bei einem Unfall oft das Austreten größerer Ölmengen verhindern.
Greenpeace fordert, dass nur noch doppelwandige Tanker unsere Häfen anlaufen dürfen. Verboten werden diese international erst 2017.

Eine PKW Haftpflicht Versicherung deckt Schäden bis 2.5 Mio Euro ab.
Die Haftung der Reeder für einen Öltanker Unfall beschränkt sich auf lächerliche 1,6 Mio Euro.

Prestige

Als die Prestige im Nov. 2002 mit 70.000 Tonnen hochgiftigem Schweröl an Bord vor Spaniens Küste Leck geschlagen ist, entstand ein 50m langer Riss im Rumpf des 26 Jahre alten Schiffes. Es stand kein Sicherheits-Schiff zur Verfügung um das Öl abzupumpen und kein Hafen war bereit, das Schiff aufzunehmen. Es war eine historische Fehlentscheidung der spanischen Regierung, die Prestige aufs offene Meer zu schleppen, wobei sie mehrere 1000 Tonnen Öl verlor und ein 1200 Quadratkilometer großer Ölteppich entstand. 170 km vor der Küste ist sie dann auseinandergebrochen und mit fast 70.000 Tonnen Öl gesunken.

Sie liegt jetzt 3600 Meter tief auf dem Meeresgrund. Im Wrack wurden insgesamt 26 undichte Stellen gefunden, durch die pro Tag ca. 150 Tonnen Öl austreten, das an der Meeresoberfläche neue Ölteppiche bildet. 10.000 freiwillige Helfer (auch von Greenpeace) und 7.000 Soldaten reinigten die Strände.

An der galicischen Küste ist das Öl auch im Naturreservat Corrubedo angekommen, in dem jedes Jahr 10.000 Zugvögel überwintern. Der dort rastende Balearische Papageientaucher und die Iberische Trottellumme sind durch die Ölpest vom Aussterben bedroht.

Inzwischen sind 2.900 Kilometer Küste auch von Frankreich und Portugal verseucht. (650 Strände)

Die Reinigung wird ca. 1 Milliarde Euro kosten. Der Tanker fuhr unter der Flagge Bahamas für einen Schweizer Konzern und war hoffnungslos unterversichert.

Aus Protest gegen Versäumnisse der spanischen Behörden im Kampf gegen die Ölpest gingen in der Hafenstadt Vigo etwa 60.000 Menschen auf die Straße. Sie forderten den Rücktritt von Ministerpräsident José Maria Aznar und von Galiciens Regierungschef Manuel Fraga.

Es soll versucht werden, das Öl aus dem Wrack abzupumpen. Dafür muss aber erst ein Spezial Roboter gebaut werden. Wenn dieser nicht bis zum Sommer 2003 fertig wird, muss wegen der schwierigen Wetterbedingungen noch ein Jahr gewartet werden. Das Abpumpen von Öl in dieser Tiefe ist noch nie versucht worden.

Greenpeace fordert,
  • dass die Industrie im vollen Umfang für Unfallschäden zu haften hat.
  • dass die Besitzer, Manager und Betreiber des Schiffes, sowie die Schiffs-Charterfirmen und der Eigentümer der Ladung zur Verantwortung gezogen werden.

 

Ölverseuchter Strand, Spanien Nov 2002

Meeresverschmutzung ölverseuchter Strand

© Greenpeace Deutschland

 

Deutschland

Auch vor deutschen Küsten ist eine Ölpest sehr wahrscheinlich!

Die Kadettrinne (Ostsee) ist eine der am stärksten befahrenen Schifffahrtsrouten in Europa. Jährlich finden hier rund 63.200 Schiffsbewegungen statt (davon 8.200 Tanker und 14.600 Fähren). Die Tanker erreichen Größen von über 150.000 Tonnen Tragfähigkeit, darunter pro Tag ein schrottreifer Tanker. Die Kadetrinne gilt wegen ihrer geringen Breite und Tiefe als schwieriges Fahrwasser. Immer wieder laufen hier Tanker auf Grund, die dann von Schleppern wieder herausgezogen werden müssen. Ein Zusammenstoß zwischen einem Tanker und einer Fähre ist durchaus möglich. Durchschnittlich ist in der Ostsee mit 23 Zwischenfällen pro Jahr zu rechnen. Auch die Prestige fuhr durch die Kadetrinne.

Deshalb überwachte Greenpeace im Dez. 2002 den Schiffsverkehr durch die Kadetrinne.
Pro Monat registriert Greenpeace ca 200 Verstöße gegen Schifffahrts-Regeln.

Auch in der Ostsee gibt es keinen Sicherheitshafen, in den man im Notfall ein havariertes Schiff bringen kann.

Greenpeace fordert, dass Schiffe verpflichtet werden, sich bei der Einfahrt in die Kadetrinne zu melden und einen Lotsen an Bord nehmen. Außerdem muss die Radarüberwachung verbessert werden und ein Sicherheits-Schiff angeschafft werden.

Am 10.12.2003 entdeckt Greenpeace in der Kadettrinne den Schrotttanker "Klements Gotvalgs", der unter liberischer Flagge fährt. Am 24.8.2002 hielten kanadische Behörden den Öltanker 3 Tage fest, da sie 21 Mängel festgestellt hatten. Nur drei Monate später entdeckten Behörden in Großbritannien 20 Mängel am Schiff. Trotzdem ist er weiter auf den Meeren unterwegs. Schrotttanker wie dieser fahren fast täglich durch die Kadettrinne!

 

Schiffsbewegungen pro Jahr in der Ostsee
Bis 2015 wird eine Steigerung um 50% erwartet

Schiffsverkehr in der Ostsee

© Greenpeace Deutschland

 

Greenpeace Aktionen

Als der Uralt-Tanker "Byzantio" am 4.12.2002 die Kadetrinne in der Ostsee passierte, haben Greenpeace Aktivisten sich an das 26 Jahre alte Schiff gekettet und malten die Bordwand mit der Aufschrift "Hazard" (Gefahr) an, um das Schiff als schwimmende Zeitbombe zu kennzeichnen. Die "Byzantio" transportierte 53.000 Tonnen Öl und ist ähnlich altersschwach wie die "Prestige".

Am 5.12.2002 haben bei einem Treffen der EU Verkehrsminister in Brüssel 40 Greenpeace-Aktivisten gegen die unzulänglichen Vorschläge der EU-Kommission zur Tankersicherheit protestiert.

Vor dem Gebäude luden sie giftiges Schweröl von den verseuchten galicischen Stränden ab. Ölig-schwarze EU-Fahnen wiesen auf die Gefahren auch für die europäischen Küstengewässer hin. Die EU-Kommission will lediglich den Transport von Schweröl durch Einhüllentanker verbieten lassen. Andere Ölsorten oder gefährliche Frachten sollen weiterhin von den schwimmenden Zeitbomben befördert werden dürfen. Weitere Maßnahmen sind lediglich als Empfehlungen an die Ölindustrie gedacht!! Haften soll diese nur bei Schuldnachweis.

Greenpeace fordert dass die EU-Vorschriften an das Niveau der USA angeglichen werden: dort müssen alle Tanker seit der Öltankerkatastrophe durch die "Exxon Valdez" (1989) eine doppelte Hülle haben und werden zudem von Notfallschleppern begleitet. Die Reeder haften dort für die von ihnen verursachten Umweltschäden und es drohen drastische Strafen, wenn Vorschriften nicht eingehalten werden.

Schiffsrouten dürfen außerdem nicht mehr durch ökologisch sensible Gebiete verlaufen.

 

Greenpeace-Aktivisten blockieren den schrottreifen Tanker Byzantio beim Auslaufen

Greenpeace-Aktivisten blockieren den schrottreifen Tanker Byzantio beim Auslaufen

© Greenpeace Deutschland

 

Doppelt hält besser

Die Kieler Lindau Werft hat im Nov. 2002 die "Wappen von Hamburg" getauft, die einen Doppelantrieb hat: 2 Schrauben, 2 Ruder und 2 getrennte Maschinen.

Dieses Schiff bleibt auch beim einseitigen Ausfall voll manövrierfähig - eine häufige Ursache für Schiffs-Unglücke.

5 weitere Schiffe dieses Typs sollen gebaut werden. Sie zeichnen sich außerdem durch eine Doppelhülle, Anstrich mit ungiftiger Schiffsfarbe und niedrige Abgaswerte aus. Greenpeace lobt die Kieler Werft für diese vorbildliche Leistung.

 

Wappen von Hamburg

© Greenpeace Deutschland

 

EU verbietet Einhüllentanker

Die Katastrophe der Prestige hat dazu geführt, dass die EU eine neue Verordnung für Einhüllentanker verabschiedet hat:

  • Tanker, die vor 1982 gebaut wurden, sind ab 2005 in den Gewässern der EU verboten.
  • Tanker, die zwischen 1982 und 1996 gebaut wurden, dürfen dort nur noch bis 2010 fahren.
  • Außerdem darf ab sofort besonders giftiges Schweröl in und aus den Häfen nur noch mit doppelwandigen Tankern transportiert werden.

In internationalen Gewässern sollen einwandige Tanker bis 2017 ausgemustert werden. Die EU drängt die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO), dass die Frist auf 2010 verkürzt wird.

Tankerunglücke - kein Ende

Unglaublich aber wahr: Schon 2 Monate nach der Katastrophe der Prestige ist vor Spanien ein weiterer Öltanker mit 1000 Tonnen Öl gesunken! Diesmal im Süden bei Gibraltar. Das Schiff liegt 50 Meter tief.

Einen Tag vor dem Unglück hatte Greenpeace noch vor Gibraltar mit einer Protestaktion auf die Gefahren unsicherer Öltanker aufmerksam gemacht!

Am 14.8.2003 bricht der Tanker Tasman Spirit einen Kilometer vor der pakistanischen Küste auseinander. Er hatte 40.000 Tonnen Rohöl an Bord. Mindestens 12.000 Tonnen Öl sind bislang ausgelaufen und bedrohen einen 40 Kilometer langen Küstenabschnitt mit Brutgebieten von Meeresschildkröten und Mangrovensümpfen.

Eine Auflistung von Tankerunglücken finden Sie hier.

 

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