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Nordische Urwälder

Die letzten Urwälder der Erde sind bedroht durch Raubbau, Kahlschlag und Umwandlung zu monotonen Holzplantagen.

Heute existieren nur noch weniger als 20 % der Urwälder - und die Zerstörung geht weiter.

Grafik

Tausende Tier- und Pflanzenarten verschwinden jedes Jahr von der Erde. Auch die Stabilität unseres Weltklimas ist dadurch bedroht.

Die nordischen Urwälder fallen dem Papierhunger der Industrienationen zum Opfer.
Ein Deutscher verbraucht im Durchschnitt 220 Kg Papier pro Jahr.
Große Teile davon stammen aus Raubbau an den letzten Urwäldern der Erde.
Alle 2 Sekunden wird Urwald von der Fläche eines Fußballfeldes kahlgeschlagen.

Es ist ein Verbrechen, dass 700 Jahre alte Bäume für Zeitschriften und Magazine gefällt werden, die bei uns gerade einmal 7 Tage auf dem Wohnzimmertisch Platz finden und dann im Papierkorb landen.

 

Harvester (Erntemaschine) sägt Baum ab

Urwälder Harvester Baum Ernte Roboter

© Greenpeace Deutschland

Raubbau an den nordischen Wäldern

Schweden, Finnland, Kanada, Alaska und Rußland betreiben rücksichtslosen Raubbau an ihren Urwäldern.

Eine Erntemaschine (Bild) sägt in einem Arbeitsgang den Baum ab, entastet ihn und schneidet den Stamm in Stücke. Nur 2 Arbeiter sind erforderlich : einer bedient den Ernteroboter, der andere belädt den LKW. Eine Erntemaschine reißt täglich 800 Bäume um und ersetzt 15 Holzfäller. Der Wald stirbt unter den sanften Bewegungen des Joysticks. Der Bordcomputer registriert genau wieviel Kubikmeter Holz täglich "geerntet" wurden.

In Schweden und Finnland sind weniger als 5% des ursprünglichen Urwaldes erhalten.

Russland verscherbelt seinen Wald zum Spottpreis an Finnland, das sich hier gerne bedient : 8 Millionen Kubikmeter jährlich.

Kanadische Papier-Konzerne verdienen jährlich 1,4 Milliarden US Dollar am rücksichtslosen Kahlschlag. - Und sie haben die Genehmigung der Regierung dazu.

GREENPEACE-Aktivisten versuchte man hingegen in Kanada durch bis zu mehrjährige Gefängnisstrafen mundtot zu machen.

 

Wiederaufforstung

Was bleibt nach dem Kahlschlag ist eine Schlamm- und Steinwüste.

Wenn überhaupt eine Wiederaufforstung stattfindet, dann nur unter ökonomischen Gesichtspunkten:
Bäume, die schnell wachsen, also nur Nadelbäume, kein bunt gemischter Urwald. Was hier hochgezogen wird ist aber kein Wald! Es ist ein Baum-Acker, ein Holzfeld, eine Zellstoffplantage, die alle 100 Jahre abgemäht wird. Es ist eine schädlingsanfällige Monokultur, die mit Pestiziden vergiftet wird.

Alle Bäume sind exakt gleich alt, gleich dick und der Ertrag ist exakt im Voraus berechenbar. Hier findet man keine 800 jährigen Baumriesen, kein Totholz, und demzufolge hört man hier auch keinen Specht, es gibt hier kaum Insekten, und man findet weder den kanadischen Bären noch den sibirischen Tiger. Es ist ein artenarmer Wirtschaftswald. Man kann zwar Bäume pflanzen, aber nicht ein Ökosystem.

700 Baumarten sind akut vom Aussterben bedroht!

Das Schicksal des Waldes entscheidet sich in den Vorstandsetagen der Papier-Konzerne. Und die haben sein Todesurteil längst gefällt.
Nach den Plänen der Papier-Manager sollen die letzten Urwälder ganz verschwinden. Nur kleine Inseln sollen erhalten bleiben als Naturschutzgebiet, als Ausflugsziel, als Ausstellungsstück vergangener Zeiten, als isoliertes Fossil. Der Rest wird kahlgschlagen und zur monotonen Holzplantage umgewandelt. Was zählt ist nicht die Umwelt sondern allein der Profit.

 

Harvester (Erntemaschine) beim Entasten

Urwälder Harvester Baum Ernte Roboter

© Greenpeace Deutschland

 

 

Schiff mit Baumstämmen aus russischen Urwäldern

Urwälder Baumstämme aus Rußland auf Schiff

© Greenpeace Deutschland

 

 

Papierindustrie

Die Stämme werden auf LKWs oder Schiffen zu den Papiermühlen gebracht. Dort werden sie in Holz-Chips zerschreddert. Diese liefern den Zellstoff für die Papierherstellung. Für eine Tonne Zellstoff werden 5 Kubikmeter Holz gebraucht.

Eine moderne Papiermaschine produziert täglich 2000 Kilometer Papier von 10 Meter Breite (das reicht von Köln bis Moskau). Mit der Jahresproduktion einer einzigen Papiermaschine lässt sich der Äquator 17 mal umwickeln!

In Finnland und Schweden produzieren Dutzende von Papierfabriken mit Hunderten von Papiermaschinen rund um die Uhr das weiße Gold für jeden Zweck.

Ungeheuer ist auch der Hunger dieser gigantischen nimmersatten Maschinen nach Rohstoffen, nach Holz, nach Wald, nach Urwald. Die Maschine braucht ständig Input. Wenn sie stehen bleibt wird es teuer.

 

Papiermaschine

Urwälder Papiermaschine

© Greenpeace Deutschland

 

 

Papierverbrauch

Jährlich liefern allein Finnland und Schweden 20 Millionen Tonnen Papier, das verarbeitet wird zu Büchern, Zeitschriften, Telefonbüchern, sogar Toiletten Papier, Windeln, Shampoos, Klebern und Soßenbindern.

Japan, USA und die EU verbrauchen zwei Drittel des weltweit produzierten Papiers.

Deutschland verbraucht jährlich 1000 Tonnen Zellstoff allein für Windeln! An deutschen Kiosken kann man Zeitschriften aus 800 Jahre alten Bäumen kaufen. Bei der Papierherstellung werden außerdem tausende Tonnen chlororganischer Gifte in Flüsse und Seen geleitet.

Die Alternative zur Urwald Zerstörung ist Recyclingpapier.

 

Zellstoff-Verladung

Urwälder Zellstoff Verladung im Hafen

© Greenpeace Deutschland

 

 

GREENPEACE Aktionen:

Nicht zum ersten Mal hängen im Nov. 2005 Greenpeace Aktivisten an einer Brücke vor dem Hafen bei Lübeck Banner auf. Sie können so die Einfahrt und das Entladen eines Schiffes um 24 Stunden verzögern, das Zellstoff aus den letzten Urwäldern Finnlands nach Deutschland transportiert.

Das finnische Forstamt Metsähallitus liefert das Holz an den finnischen Papierhersteller Stora Enso, für den Deutschland der wichtigste Abnehmer ist.

Greenpeace stoppt Zellstoff Frachter in Lübeck

Greenpeace stoppt Zellstoff Frachter in Lübeck

© Greenpeace Deutschland

 

 

Protest vor finnischer Botschaft:

Auch im Nov 2005 legen Greenpeace Aktivisten 15 Kubikmeter Astwerk aus einem abgeholzten Urwald vor die finnische Botschaft in Berlin. Auf einem Transparent steht: "Schützt Finnlands Urwälder - kein Papier und Holz aus Urwaldzerstörung!". Mit den letzten Urwäldern werden nicht nur zahlreiche Pflanzen und Tierarten vernichtet - auch die dort lebenden Ureinwohner, die Sami, die traditionell von ihren Rentierherden leben, verlieren ihren Lebensraum.

Ein erster Erfolg der Aktion: Das finnische Außenministerium in Helsinki stoppte am Nachmittag vorübergehend das Abholzen in einem der umstrittenen Urwaldgebiete.

GREENPEACE Erfolge:

Deutschland:
Mitte 2003 startete Greenpeace mehrere Aktionen vor deutschen Post-Filialen.

Die von der Post verkauften Briefumschläge stammen von den Firmen Herlitz und Bong, den größten deutschen Produzenten dieser Ware. Herlitz und Bong beziehen das Papier unter anderem von Europas größtem Papierhersteller Stora Enso in Finnland. Dieser Konzern ist maßgeblich an der Abholzung der letzten finnischen Urwälder beteiligt.

Greenpeace Aktivisten gelang es, im Mai 2003 vor den versammelten Aktionären der Deutschen Post AG ein Banner zu entrollen: "Urwälder zu Briefumschlägen - Schluss damit".

Im Juni 2003 versicherte die Post: "Sofern die Verhandlungen mit dem skandinavischen Papierproduzenten Stora Enso nicht kurzfristig zum Erfolg führen, werden die Produkte mit Holz aus finnischen Urwäldern ausgelistet." Die Post habe die Firma Herlitz verpflichtet, die Zertifizierung der kompletten Zellstoffkette nach den Vorgaben einer nachhaltigen Forstwirtschaft sicherzustellen.

Kanada:
GREENPEACE hat viele Jahre hart für den einzigartigen Great Bear Urwald in Kanada gekämpft, der kahlgeschlagen wurde. (siehe unsere Wälder Fotosammlung)

Der langjährige Kampf hat Anfang Jahr 2006 endlich dazu geführt, dass auf einem Drittel der Fläche - rund 18.000 Quadratkilometer - ein Einschlagmoratorium besteht und der Rest ökologisch genutzt werden soll. (kein Kahlschlag)

Aber schon im August 2006 gibt die kanadische Regierung die einzigartigen Waldgebiete auf Vancouver Island wieder zum Abholzen frei.

Russland:
Der Kalevalski-Urwald an der finnisch-russischen Grenze wurde im August 2002 endlich zum Nationalpark erklärt. Greenpeace hat sich seit 8 Jahren für den Schutz dieser Waldregion eingesetzt, in der noch Braunbären, Wölfe, Luchse, Flughörnchen, Dreizehenspechte und Uhus leben.

74.400 Hektar wurden unter Schutz gestellt und so vor dem finnischen Papierkonzern Stora Enso geschützt, der hier rücksichtslos eingeschlagen hat und den größten Teil des Zellstoffs nach Deutschland verkaufte.

Greenpeace und WWF traten im Oktober 2004 gemeinsam mit den Baumärkten Obi und Bahr, den Sägewerken Rettenmeier und Häussermann sowie dem Importeur Cordes/Expert eine gemeinsam Reise nach Archangelsk/Rußland an, um sich einen der größten bisher unberührten Wald Europas anzuschauen. Greenpeace fordert, dass 500.000 Hektar unter Schutz gestellt werden und in deren äußeren Pufferzone die Waldwirtschaft nach den Regeln des FSC ermöglicht wird. Einige der Forstbetriebe im Archangelsker Gebiet befinden sich bereits derzeit im FSC-Zertifizierungsprozess.


Inhaftierung der kanadischen Umweltschützerin Betty Krawczyk

Am 16.12.2000 protestierte das Aachener "Team 50+" gegen die Inhaftierung der 72 jährigen Kanadierin, die sich für die kanadischen Urwälder einsetzte.


Erfolgreiche Greenpeace Kampagne Kellerwald

Greenpeace setzte sich in den letzten Jahren nachdrücklich für die Errichtung des Nationalparks Kellerwald in Hessen ein, der einen der größten relativ unberührten jahrhunderte alten Buchenwälder Mitteleuropas umfasst. Nationalpark heißt unter anderem, dass der Wald nicht forstwirtschaftlich genutzt werden darf.

Nun ist ein Erfolg der Kampagne abzusehen: Es soll ein Nationalpark zwischen Edersee und der Kurstadt Bad Wildungen entstehen. Mit der Unterstützung der hessischen Landesregierung wird gerechnet.

In den vergangen Jahren gab es auch Widerstand der Bürger vor Ort, weil ihnen von Lokalpolitikern viele Lügen aufgetischt wurden wie z.B. dass sie in ihrem Wald nicht mehr spazieren gehen dürften, wenn er zum Nationalpark erklärt würde. Greenpeace hat hier viel Aufklärungsarbeit geleistet. Der Meinungsumschwung kommt jetzt vor allem dadurch zu Stande, dass mit einem Nationalpark viel Geld über den Tourismus und staatliche Zuschüsse zu verdienen ist.


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Seit Mai 2007 inhaltlich nicht geändert