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OCP- Pipeline in Ecuador

Die Westdeutsche Landesbank (WestLB) in Düsseldorf beteiligt sich mit einem 1,1 Milliarden-Euro-Kredit am Bau einer Öl-Pipeline quer durch den Regenwald Ecuadors. Die Trasse der 500 Kilometer langen Pipeline führt vom Amazonasbecken durch unberührte Regenwälder und durch 11 geschützte Gebiete bis zur Pazifikküste im Westen. Im Bergnebelwald des Mindo-Nambillo-Schutzgebietes in Zentral-Ecuador, einem der fünf artenreichsten Waldgebiete der Welt, leben unzählige seltene Pflanzen- und Tierarten, sowie 450 verschiedenen Vogelarten. Die Pipeline soll täglich 450.000 Barrel Rohöl transportieren. Für dieses Geschäft mussten schon 4 Menschen sterben.


Mindo-Nambillo-Nebelwald

Ecuador Mindo Nambillo Nebelwald Wasserfall

© Rettet den Regenwald

 


 

Erdrutsch

 
 

© Ute Koczy, Grüne

 

Die Trasse

Die OCP Pipeline (Oleoducto de Crudos Pesados = Pipeline für schwere Rohöle) verläuft in der Nähe der bereits seit 30 Jahren existierenden SOTE- Pipeline. Über 12.000 Tonnen Rohre wurden bereits verlegt. Aus Lecks in der alten SOTE-Pipeline sind in den letzten 30 Jahren etwa 74 Millionen Liter Öl ausgetreten, die zu irreparablen Umwelt- und Gesundheitsschäden geführt haben.

Allein in den letzten drei Jahren gab es 14 schwere Unfälle, die auch durch Erdrutsche ausgelöst wurden. Im Juni 2001 wurden in Pallacta 36 Menschen und Teile der Pipeline verschüttet, wodurch Unmengen von Öl in den nahen Fluss strömten.

Es besteht ein enormes Risiko von Ölunfällen, weil die Route über 94 seismische Bruchlinien an 6 aktiven Vulkanen und nur 50 Meter an Trinkwasserreservoirs vorbei führt. Sie verläuft durch eine Gegend in der es jährlich viele Tote durch Erdbeben und gewaltige Erdrutsche gibt, bei denen teilweise die gesamte Vegetation mehr als 300 Meter weggerissen wurde. Die Strecke führt über 4000 Meter hohe Pässe und an nahezu senkrechten Berghängen herunter.

Während die WestLB die dreiste Lüge vertrat, die Route sei aus ökologischen Gesichtspunkten gewählt worden, bestätigte der Umweltminister von Ecuador César Narvaez, dass die kostengünstigste Route gewählt wurde.


Ecuador OCP Pipeline Trasse 

Was hier betrieben wird, ist Raubbau-Kapitalismus!

Man muss die Ölseen inmitten der ursprünglichen Wälder selbst gesehen haben, um zu verstehen, unter welch unerträglichen Lebensbedingungen die Menschen dort leben. Überall riecht die Luft nach Tankstelle, in manchen Regionen wässern die Bauern ihr Feld mit Wasser, das nach Benzin schmeckt. Die Menschen sind einer ständigen Vergiftung des Wassers, des Bodens und der Luft ausgesetzt. In vielen Gebieten ist das Grundwasser bereits vergiftet.

Nicht nur durch Lecks in der Pipeline ist die Umwelt gefährdet, sondern auch durch die anhaltende Kontamination durch die Ölraffinerien und die rund 800 Bohrlöcher, die Flüsse und Seen verseuchen. Die Ölförderung soll im Yasuni-Nationalpark und dem Cuayabeno Naturschutzgebiet stattfinden.

Alle bisher von Umweltschützern und betroffenen Bürgern eingereichten Klagen aufgrund der verheerenden Umweltzerstörungen durch 30 Jahre Erdölförderung wurden vom ecuadorianischen Umweltministerium ignoriert.

Eine große Zahl Tier- und Pflanzenarten kommt nur hier vor, weshalb dieses Gebiet vom WWF als unbedingt schützenswert eingestuft wurde. Hier leben Tukane, Papageien, Quetzals, Kolibris und der knallrote Andenfelsenhahn. Die Zerstörung der Urwälder und Verschmutzung der Flüsse triebe auch die vom Umwelttourismus lebende Bevölkerung in den Ruin. (jährlich ca 15.000 Touristen) Wer will schon neben Öllachen und Bohrlöchern Urlaub machen? 600 Millionen US-Dollar werden an Einnahmen in den nächsten 20 Jahren erwartet. 60.000 Arbeitsplätze hängen direkt vom Tourismus ab.

Die Gewinne aus dem Ölgeschäft gehen in die Kassen ausländischer Unternehmen und an eine kleine Minderheit in Ecuador.
Die Bevölkerung hat nichts davon. Die Behauptung, das Ölgeschäft nütze einem armen Land, ist ein Märchen.
Obwohl seit 30 Jahren Öl gefördert wird, leben heute fast 80% der Ecuadorianer unterhalb der Armutsgrenze.
Die geringen Einnahmen Ecuadors werden ohnehin zu 90% im Schuldendienst verschwinden. Transparency International zählt Ecuador zu den 20 korruptestesten Staaten der Welt (Platz 113 von 133 Staaten).

Der Pipeline-Bau bedroht auch zahlreiche indigene Völker in den Regenwäldern des Amazonas. Noch leben die Cofan, Siona, Secoya, Huaorani und viele andere Eingeborene auf traditionelle Weise und im Einklang mit der Natur. Jetzt droht ihnen die Ausrottung wie schon dem Volk der Tetete, für deren "Verschwinden" der Konzern Texaco verantwortlich ist, der Anfang der siebziger Jahre mit der Erdölförderung im Amazonasgebiet begann. Die Erschließung der vorher unberührten Regenwälder durch Texaco führte zur Zerstörung von etwa einer Million Hektar Regenwald.

Im Oktober 2003 begann einer der weltweit bedeutendsten Gerichtsprozesse gegen TEXACO, der von 30.000 Indigenen angestrengt wurde. Nach Berechnungen von Oilwatch International ist durch die Förderaktivitäten bis 1991 von Texaco ein Schaden von 709 Mrd $ entstanden. Texaco hat im Amazonas Öl im Wert von 19 Mrd. $ gefördert.


SOTE Pipeline: Lecks führen zu riesigen Ölseen

Ecuador SOTE Pipeline Oelsee

© Rettet den Regenwald


In der Luft liegt ein beißender Gestank, der einem Tränen in die Augen treibt und Übelkeit verursacht.


Baumstämme werden auf die Ölseen geschoben und mit Erde abgedeckt
Das Öl sickert dann ins Grundwasser und verseucht ganze Landstriche

Ecuador SOTE Pipeline Oelsee

© Rettet den Regenwald


Pipeline-Leck

Am 8.4.2003 ereignete sich der größte Bruch der alten SOTE-Pipeline. 1,5 Millionen Liter Rohöl sind über Flüsse bis in den Papallacta-See geflossen. Der See ist zu 40% mit Rohöl bedeckt. Auch die Thermalquellen von Papallacta wurden verseucht. Weiterhin ist das Rohöl in das Trinkwasserwerk bei Papallacta geflossen. Die Anlage, die etwa 40% der Einwohner der Großstadt Quito mit Trinkwasser versorgt, musste geschlossen werden. Die Bevölkerung von Quito wird nun mit Trinkwasser notversorgt.

Die Pipeline brach an einer Stelle, wo sie unterirdisch verläuft und schwere LKWs zum Bau der neuen Pipeline täglich über sie hinwegfahren. Die OCP streitet jede Schuld ab und rührt keinen Finger, um zu helfen, sondern baute fleißig weiter an ihrer neuen Pipeline.

Das letzte Mal war die SOTE Pipeline erst im Juni 2002 gebrochen. Das Öl lief in die Häuser der Menschen und in die Flüsse, die zur Bewässerung der Felder benutzt wurden.

Vulkanausbruch beschädigt die neue Pipeline

Am 4.11.2002 ist der Vulkan El Reventador ausgebrochen und hat die noch im Bau befindliche neue Pipeline in der Nähe von Quito beschädigt. Zum Glück wird noch kein Öl gepumpt ! Die Pipeline wurde auf einer Länge von 900 Meter völlig zerstört, obwohl dies nur ein harmloser Ausbruch war! Es wurden schon Stimmen laut, dass wohl minderwertiges Material verwendet wurde, denn die parallel verlaufende 30 Jahre alte Sote-Pipeline blieb fast unbeschädigt! El Reventador ist seit 1541 bereits 25 mal ausgebrochen.

Die Pipeline verläuft oberhalb einer 300 Meter entfernten Ortschaft. Die Bevölkerung dort hat aus Sorge um ihre Sicherheit die OCP aufgefordert, eine Korrektur der Route vorzunehmen. Als OCP dennoch die Pipeline wieder direkt oberhalb ihrer Ortschaft verlegte, protestierten die Einwohner und versuchten auf friedliche Weise, die Arbeiten zu behindern. Ihr Protest wurde mit einem massiven Polizeieinsatz und Tränengasbeschuss niedergeschlagen.

Am 7.5.2003 kam es nach starken Regenfällen zu einem Erdrutsch, der wiederholt die Pipeline beschädigte.

Umwelt-Camp geräumt

Für einige Monate wurde ein Umweltcamp "Accion por la Vida" - Aktion für das Leben - auf einem Berg im Nebelwald auf der geplanten Trasse eingerichtet. Dieses war Treffpunkt für hunderte ausländischer Umweltschützer, Touristen und Journalisten. Sieben Umweltschützer der Gruppe lebten permanent in Zelten auf Bäumen, um deren drohende Rodung zu verhindern.

Am 25.3.2002 wurde dieser friedliche Protest von der Nationalpolizei gewaltsam geräumt. Die ecuadorianischen Umweltschützer wurden in ein Gefängnis nach Quito überführt, den ausländischen Umweltschützern wurde Missbrauch ihres Visums vorgeworfen. Ein Teil der ausländischen Umweltschützer wurde abgeschoben. Die anderen, darunter 3 deutsche Touristinnen, (20, 21 und 24 Jahre alt) wurden nach einer Woche im Gefängnis -unter miserabelsten Haftbedingungen- freigelassen nachdem sich grüne Politiker, die nach Quito reisten, für sie einsetzten. Begründung des Gerichtes : durch die Festnahme seien "ihre Rechte verletzt worden".

Menschen, die friedlich gegen die Pipeline demonstrieren, werden festgenommen, zusammengeschlagen und manche sogar gefoltert. Die "Polizei" wird vom Ölkonsortium OCP bezahlt!

Ausnahmezustand bei Protesten vor Ort

Bericht vom 12.März 2002
Noch riecht es nach Tränengas. In den Straßen der ecuadorianischen Ölstadt Lago Agrio liegen verbrannte Autoreifen, zersplittertes Glas und aufgestemmter Straßenbelag. Elf Tage lang haben Bürger der Ölprovinzen Sucumbios und Orellana für bessere Lebensbedingungen gestreikt, Barrikaden errichtet und Anlagen von Ölgesellschaften besetzt. Die Zentralregierung reagierte mit einem massiven Polizei- und Militäreinsatz, bei dem 4 Menschen getötet wurden.

Mehre hundert Menschen hielten Zufahrtsstraßen zu den Ölfördertürmen und Raffinerien besetzt. Aufgrund des Streikes mussten 62 Bohrlöcher vorrübergehend stillgelegt werden. Der Schaden beläuft sich auf über drei Millionen US-Dollar.

Die Unzufriedenheit hatte sich an der Weigerung des Konsortiums OCP entzündet, die Stadt Lago Agrio zu entschädigen. Obwohl das "schwarze Gold" seit dreißig Jahren durch die 1972 Sote-Linie fließt, ist die Bevölkerung ärmer als zuvor. Seit 30 Jahren wird in Ecuador Öl gefördert, die Schulden Ecuadors, das eins der ärmsten Länder der Welt ist, haben sich seither um das 72fache erhöht!

Aus seinem schäbigen Rathaus blickt der Bürgermeister Maximo Abad auf nicht asphaltierte Straßen und Schlaglöcher. Die Versorgung mit Trinkwasser ist so unzulänglich wie die Ausrüstung des Krankenhauses. Jeden Tag fällt für mehrere Stunden der Strom aus, weil die Energieversorgung !aus Mangel an Diesel! zusammenbricht.

"Unsere Geduld ist am Ende", sagt er. "Wir haben genug von der arroganten Art, in der die OCP uns behandelt". Für den Bau der "Plataforma Amazonas" im künftigen Stadtgebiet von Lago Agrio verlangt der Bürgermeister Kompensationen. So soll die OCP eine Markthalle errichten, für 18 Stadtteile ein Abwassersystem installieren und 15 Kilometer Straße teeren.

Aber die OCP lehnt diese Forderungen ab. Diese Forderungen entsprechen einem Zehntel dessen, was das Konsortium an nur einem Tag für den Transport des Öls abkassieren wird.

Die Streikenden kritisierten das harte Eingreifen von Polizei und Militär. So seien nicht nur Tränengasbomben auf Menschen geworfen, sondern auch laufend Schüsse abgegeben worden. Das Innenministerium ist verantwortlich für diesen Bürgerkrieg. Dabei hat es vier Tote, darunter 2 Kinder, 20 Verletzte und 100 Festnahmen gegeben.

Erst nach 10 Tagen konnte durch die Vermittlung von vier Kongressabgeordenten erreicht werden, dass die Regierung den Notstand aufhob. Der Streik wurde beendet als die Regierung zusicherte, auf einige der Forderungen einzugehen.

Illegale Aktion am Muttertag 2002

Umweltschützer von Rettet den Regenwald haben mit 50.000 Euro aus Spenden ein 800 Hektar großes Grundstück angekauft, das genau auf der Trasse der Pipeline liegt und den Bau verhindern soll. Es fehlen noch 25.000 Euro, um das ganze Grundstück zu kaufen, Spenden sind erwünscht.

Bericht von Bernhard Vogt:

Gestern (11.5.2002) bin ich mit Umweltschützern und Presse in die Berge von Guarumos aufgestiegen. Trotz mitgebrachter Dokumente, die den Besitz des Geländes einwandfrei beweisen, gab es hitzige Diskussionen mit der Polizei und mit privaten Sicherheitskräften. 8 Personen blieben zurück, um dort zwei Nächte zu zelten. Gegen ca. 2 Uhr nachts holte die Polizei uns mit gezückten Waffen und unsanften Worten aus unseren Schlafsäcken. Ohne Grund wurden wir illegaler Weise von unserem eigenen Grund und Boden abtransportiert! Was man uns vorwarf und wohin man uns bringen wollte, wurde uns mit keinem Wort gesagt.

In einem Hospital mussten wir einen Drogen Check über uns ergehen lassen. Ohne je eine Anklage oder gar Verurteilung gehört zu haben wurden die 5 Ecuadorianer nun für ungewisse Zeit hinter Gitter gesetzt. Ich wurde zur Deutschen Botschaft geschafft, und eindringlich vorgewarnt, dass ich beim nächsten Versuch das (Privat-)Gelände von Guarumos zu betreten des Landes verwiesen werde. Auch dies ohne Nennung des Grundes oder der rechtlichen Hintergründe.

Auf diese Festnahmen hin wurde das Dorf Mindo militarisiert, um jede Reaktion der Bewohner auf die illegale Verhaftung von Dorfbewohnern und Umweltschützern im Bergregenwald von Guarumos zu unterbinden. Eine Militäreinheit von 50 Soldaten überwacht die Bewegungen der Dorfbewohner und soll im Fall von Mobilisierungen eingreifen.

Ende 2002 hat ein Gutachter bescheinigt, dass die 3 treuhänderischen Besitzer des Grundstücks die rechtmäßigen Eigentümer sind. Nun müssen die Anwälte durchsetzen, dass die OCP dieses Gelände nicht mehr betreten darf.

Inzwischen baut die OCP illegal auf diesem Gelände. Die Umweltschützer aus Mindo haben gegen die OCP deswegen eine Schadensersatzklage über 600 Millionen US Dollar eingereicht, die vom zuständigen Gericht inzwischen angenommen wurde und demnächst verhandelt wird.

Die Grünen Ute Koczy und Bernhard von Grünberg werden rechtswidrig daran gehindert, die geplante Trasse in Mindo zu besichtigen. Dieses Grundstück hat Rettet den Regenwald gekauft. (Später stellt sich heraus, dass die Delegation die schweren Erdrutsche nicht sehen sollte, die sich gerade erst auf dem Gelände ereignet hatten.)


Ecuador OCP Pipeline Policia 
 

© Rettet den Regenwald

 

Ketchua-Indianer

Die Regierung Ecuadors hat den Amazonas in zukünftige Ölförderblöcke eingeteilt. Das Gebiet der Kechua-Indianer in Sarayaku liegt zu großen Teilen im Block 23, dem Block in dem als nächstes nach Öl gebohrt werden soll. In den benachbarten Gebieten haben die seismografischen Untersuchungen bereits begonnen.

Die Indianer haben eine eigene Homepage, dort kann man sich auch an Protesten beteiligen.

Die Ketchua berufen sich auf ihre in der ecuadorianischen Verfassung verbrieften Rechte und lehnen auf ihrem Territorium jedwede Ölexploration ab. Sie haben hingegen bei der ecuadorianischen Regierung einen Antrag gestellt, ihr Land "für Tourismus und nachhaltige Entwicklung" unter Schutz zu stellen.

Nun soll das Vorhaben mit Hilfe von mehreren 100 Militärs durchgesetzt werden. Die Ketchua sind jedoch fest entschlossen, ihr Territorium zu verteidigen, und warnen deshalb vor einem "blutigen Ölkrieg" auf ihrem Land.


Öl-Ingenieur von Militärs beschützt

 
 

© Sarayacu

 

Die Ölfirmen haben u.a. durch Bestechungen der Führer die Indianer gegeneinander aufgehetzt. Es gab auch sexuelle Übergriffe der Ölarbeiter auf Indianerinnen. Seit 1996 haben die Indianer begonnen sich zu wehren. Sie haben den Zutritt auf ihr Gebiet verboten und Eindringlinge abgeschoben. Dafür werden immer wieder Indianer verhaftet und Militär soll massiv eingesetzt werden.


Sandra Pfotenhauer, Greenpeace Wald-Campaignerin (rechts)
besuchte im April 2003 die Ketchua Indianer

Ecuador OCP Pipeline Ketchua Indianer 
 

© Greenpeace Deutschland

 

Die schmutzigen Geschäfte der Westdeutschen Landesbank

Jürgen Sengera steuert einen knallharten Kurs bei der WestLB. Personalabbau, Standortschließungen, Beteiligungsverkauf. Er drückt die Kosten nur so kann er das Institut zu einer Großbank europäischen Formats formen. Davon will er sich auch nicht von Umweltschützern und grünen Politikern abbringen lassen.

Das Land Nordrhein Westfahlen ist mit einem Anteil von 43% größter Eigentümer der WestLB. Damit hat die NRW-Landesregierung politische Verantwortung für das Handeln der Bank.

Die WestLB und die Regierung von NRW fällten die Entscheidung, das OCP Projekt zu finanzieren, ohne die betroffene Regenwald-Region jemals besucht zu haben. Die dortige Bevölkerung wurde nie gefragt.

Die WestLB beruft sich dabei lediglich auf ein Umweltgutachten, das von ihr selbst in Auftrag gegeben wurde. Es handelt sich nicht um ein unabhängiges Gutachten. Auch das Finanzministerium in NRW hat die Objektivität der Studie in Frage gestellt.

Die Behauptung der WestLB, das Projekt erfülle die Umweltstandards der Weltbank, entpuppte sich als dreiste Lüge. Experten der Weltbank haben wiederholt erklärt, dass die Pipeline nicht internationalen Standards entspricht. Und das obwohl die Weltbank bei weitem kein Umweltengel ist! (siehe Kasten)

Aus OCP-Kreisen wurde berichtet, dass es gar keine vertragliche Verpflichtung gebe, Weltbankstandards einzuhalten. Die WestLB hatte hingegen schriftlich zugesichert, dass die Einhaltung der Weltbankstandards eine unabdingbare Finanzierungsvoraussetzung gewesen sei. Eine weitereLüge!

Dr. Goodland, der Autor der Umwelt- und Sozialstandards der Weltbank kommt in seinem bereits im Sept 2002 veröffentlichten Gutachten zu dem Schluss, dass die OCP 4 der zentralen Weltbankstandards verletzt. Ein vergleichbares Projekt würde in Deutschland selbst nie zugelassen werden. Dr. Goodland hat einen "8-Punkte-Plan" vorgestellt, den die WestLB erfüllen könnte um dieses Projekt noch zu verbessern. Er hat seine Verbesserungsvorschläge bereits vor Weihnachten 2002 an den Vorstandsvorsitzenden der WestLB geschickt. Dieser hielt es aber nicht für nötig, darauf zu reagieren.

Die schmutzigen Geschäfte der Weltbank

Um nicht den Eindruck entstehen zu lassen, die Weltbank habe eine weiße Weste, hier ein Bericht über Peter Eigen, Ex-Weltbank Manager:

Immer wieder musste Peter Eigen mit ansehen, wie viele Millionen Dollar Hilfsgelder (z.B. an Kenia) statt bei den Armen anzukommen bei raffgierigen Eliten des Landes verschwanden. Weil Projekte gegen Armut und Hunger ins Leere laufen, solange nichts gegen die Bestechung unternommen wird, ersann Peter Eigen Anti-Korruptions Programme. Zum Ärger seines Arbeitgebers! Denn die Weltbank wollte mit diesem Thema nichts zu tun haben und untersagte Peter Eigen diese Arbeit. Er kündigte.

Auch dem damaligen Wirtschaftsminister Rexrodt und seinen Leuten war Peter Eigen ein Dorn im Auge, weil sie befürchteten, er könne deutschen Unternehmen die Geschäfte vermasseln. Tatsächlich war für deutsche Firmen Bestechung ausländischer Auftraggeber gang und gäbe und sogar steuerlich absetzbar! Wer daran rüttelte, mutete der deutschen Industrie Wettbewerbs Nachteile zu. Eigen tat es dennoch. In vielen Jahren, die er in Südamerika und Afrika zubrachte, sah er mit eigenen Augen, welchen Schaden die Korruption anrichtete.

Aus dem Stehgreif kann Peter Eigen ein Dutzend Großprojekte (wie den Turkwell Staudamm in Kenia) aufzählen, die die Umwelt sowie die Lebensgrundlagen der Menschen zerstören. Gebaut wurden sie trotzdem, weil große Bestechungs Summen, wertvolle Geschenke und andere Gefälligkeiten (beispielsweise ein Oxford Stipendium für Ministerkinder) geboten wurden.

Sogar die Deutsche Bank, die auch für schmutzige Geschäfte bekannt ist, hatte die Finanzierung aufgrund der Umweltprobleme abgelehnt.

Die Grünen forderten einen sofortigen Baustopp während die SPD gerne noch den Gutachter Streit fortsetzen wollte.

"Jetzt ist klar, dass die WestLB die NRW-Landesregierung dreist angelogen hat", sagt Michaela Braun, Waldexpertin bei Greenpeace. "Ministerpräsident Wolfgang Clement kann und darf sich das nicht bieten lassen. Er muss den Kredit sofort einfrieren, wenn er nicht als Marionette der WestLB gelten will."

Am 23.6.2003 treten der WestLB Chef Jürgen Sengera und das Vorstandsmitglied Seibert, verantwortlich für die Pipeline, zurück. Die Aufsichtsbehörden kritisieren die Auslandsgeschäfte, die der Bank 1,7 Milliarden Euro Verlust einbrachten.

Die OCP-Pipeline wurde mittlerweile fertig gestellt, sie ist Sept. 2003 in die Testphase gegangen.
Die Presse berichtete, dass die Fördermenge nicht ausreicht, die OCP Pipeline zu füllen. Statt der angestrebten 450.000 Barrel werden nur 120.000 Barrel für die OCP zur Verfügung stehen. Zudem hat der Präsident von Ecuador, Lucio Gutierrez, Anfang Oktober 2003 verlauten lassen, dass Ecuador weiterhin die 30 Jahre alte staatliche Pipeline SOTE mit Öl beliefern will, anstatt die neue private OCP zu nutzen.


Greenpeace- Aktion vor dem NRW Finanzministerium

Ecuador OCP Pipeline WestLB Greenpeace Aktion 
 

© Greenpeace Deutschland

 

Greenpeace Aktionen

Greenpeace hat mit mehreren Aktionen in Deutschland gegen die Machenschaften der WestLB demonstriert :
So wurden z.B. einmal mehrere große Eisblöcke vor der Bank in Düsseldorf aufgestellt mit der Forderung : "WestLB Kredit sofort einfrieren!" oder ein anderes Mal haben Greenpeace Aktivisten mit Presslufthämmern vor dem Finanzministerium von NRW den Bürgersteig aufgerissen und symbolisch eine Pipeline verlegt. (s.Bild)

Am 4.4.2002 hat Greenpeace eine Aufsichtsbeschwerde beim Finanz- Wirtschafts- und Innenministerium in Nordrhein-Westfalen eingereicht. Seitdem führt Greenpeace fast monatlich Protest Aktionen gegen die WestLB durch. Den massiven Protesten von Umweltschützern hier und in Ecuador haben sich auch kirchliche Organisationen wie Misereor angeschlossen.

Die Grünen Ute Koczy und Viktor Haase reisten auf eigene Kosten nach Ecuador, wo sie mit mehreren Umweltgruppen gesprochen haben und zu dem Schluss kamen, dass die Umweltverträglichkeitsstudie der WestLB nicht das Papier wert ist, auf dem sie gedruckt ist.

Im Sept. 2002 hingen Greenpeace Kletterer mit einem großen Banner 2 Wochen lang am 16 stöckigen Gebäude der WestLB in Düsseldorf. Ebenfalls hat Greenpeace Bundeskanzler Schröder in einem offenen Brief darum gebeten, Clement zum Kreditstopp aufzufordern.

Greenpeace verklagt Landesregierung

Nachdem sich die WestLB und die NRW Landesregierung nach unzähligen Protesten nicht bewegt haben, die Aufsichtsbeschwerde vom April bisher nicht beantwortet wurde und weitere Umweltgutachten vorliegen, hat Greenpeace am 25.9.2002 die NRW-Landesregierung beim Verwaltungsgericht Düsseldorf wegen Untätigkeit verklagt.

Die Verantwortung der Sparkassen

Auch der Westfälische und der Rheinische Sparkassenverband tragen Mitverantwortung, denn sie besitzen zusammen etwa ein Drittel der Anteile der WestLB. Auf Greenpeace-Forderungen, dafür zu sorgen, dass der Kredit zurückgezogen wird, wird von den Sparkassen die Verantwortung immer wieder an die WestLB abgeschoben.

Deshalb hat Greenpeace landesweit Sparkassen besucht. (auch in Aachen) Unter dem Motto: "Zeigen Sie Ihrer Sparkasse die Gelbe Karte" wurden dort Gelbe Karten an Kunden verteilt. Auf diesen Karten wird gefordert, die Pipeline in Ecuador nicht zu finanzieren. Die Kunden haben diese Gelben Karten dann am Schalter abgegeben, zum Teil - auf ihre eigene Initiative hin - mit Name und Adresse oder Konto-Nummer versehen.

Da die Sparkassen bisher nicht die geringste positive Reaktion zeigen, werden die Aktivitäten weitergehen.

Was können Sie tun?

Kündigen Sie ihr Konto bei der Sparkasse mit schriftlicher Begründung an die Geschäftsleitung. Wenn sie Ihr Geld sauber anlegen wollen, können Sie das z.B. bei der GLS Gemeinsschaftsbank (Ökobank) tun.

Konsequenzen

Die WestLB hat aufgrund der erheblichen Verzögerungen die Bauarbeiten unverantwortlich beschleunigt, was zu gefährlichen Arbeitsbedingungen führt und bereits 17 Arbeiter das Leben gekostet hat.

Die Verzögerungen, die weltweiten Proteste von Umweltorganisationen, die riskante Routenführung und die politische Instabilität des Landes haben dazu geführt, dass eine US Agentur, die das Risiko für Investoren bewertet, das OCP Projekt kürzlich an der Grenze zur Risiko-Investition eingestuft hat.

Erfolg der Proteste von Greenpeace und anderen Umweltorganisationen

Düsseldorf/Essen (ddp-nrw April 2004).

Nach scharfem öffentlichen Protest vollzieht die Westdeutsche Landesbank (WestLB) offenbar eine überraschende Wende in ihrer Umweltpolitik. Die «Neue Ruhr/Rhein Zeitung» zitiert WestLB-Sprecher Thomas Wilde mit den Worten: «Die Bank hat aus der öffentlichen Diskussion um die von ihr mitfinanzierte Ölpipeline in Ecuador weitreichende Konsequenzen gezogen

Nach Wildes Angaben soll der Umweltschutz künftig «organisatorisch fest verankert» werden.
Wie die Zeitung weiter berichtet, hat die öffentlich-rechtliche Bank eine vom Management unabhängige Abteilung gegründet, die dem Vorstand angegliedert und deren Aufgabe die «Steuerung und Kontrolle sämtlicher umweltrelevanter Aktivitäten» ist. Die WestLB werde sich überdies den weit reichenden Standards der «Internationale Finance Corporation» unterwerfen.

Die WestLB hat sich bewegt! Der Wille zu einem Neuanfang ist da, und die ersten Gespräche mit den NGO's zeigen, dass die WestLB Konsequenzen aus den Fehlern der Vergangenheit gezogen hat.

Dieser Erfolg ist ein Erfolg von vielen Aktiven und Engagierten - auch bei Greenpeace.

Auch die Citibank hat 2004 schriftlich zugesagt, künftig keine Kredite mehr für die Abholzung von Regenwäldern zu geben.

Letze Meldung:

Juli 2006: Nach mehreren Jahren anhaltenden Widerstandes der Huaroni Indianer und von Umweltschutzgruppen verzichtet der brasilianische Ölkonzern Petrobas auf den Bau einer Straße durch den ecuadorianischen Yasuni Nationalpark. Petrobas hält 15% der Anteile an OCP.

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