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Ölpest in Russland

Russland verfügt über riesige Öl- und Gasreserven. In Sibirien, 27 mal so groß wie Deutschland, spielt sich seit Jahren eine gigantische Umweltkatastrophe ab:

In der Ölförderregion Komi treten pro Jahr bis zu 5.000 Brüche von Öl Pipelines auf. Jährlich werden bis zu 300 Havarien mit Ölaustritten von bis zu 100.000 Tonnen gemeldet. Aus unzähligen Lecks auslaufendes Öl verseucht Böden und Gewässer. Riesige Ölseen bedecken die Landschaft wie eine schwarze Pest.

Für eine Tankfüllung von 50 Liter Benzin, die man an einer deutschen Tankstelle tankt, laufen in Sibirien 10 Liter Erdöl aus überalterten und maroden Pipelines aus!

Gigantische Umweltzerstörung

Pro Jahr sickern 15.000.000 Tonnen Erdöl (500 Liter pro Sekunde) in Böden und Gewässer. Ganze Wälder versinken im Ölschlamm. Im Einzugsgebiet der Flüsse Ob und Pur gibt es praktisch keine ölfreien Flussläufe mehr. Von den Pipelines sind ein Drittel über 30 Jahre alt und reparaturbedürftig. Und die Verseuchung macht nicht in Sibirien halt. Über die Flüsse gelangt das Öl bis in die Karasee und das Nordpolarmeer.

 
Total Fina Elf Russland Ílsee

© Greenpeace Deutschland

 

Das auslaufende Rohöl im Wert von 3,3 Milliarden Euro pro Jahr könnte den jährlichen Ölbedarf von Österreich decken!
Es tritt pro Jahr mehr Energie in Form von Öl und Gas aus als alle 29 russischen Atomreaktoren zusammen erzeugen!
In Russland läuft jeden Tag so viel Öl aus wie 1989 bei der Havarie des Öltankers Exxon Valdez vor der Küste Alaskas

Durch defekte Gas Pipelines werden jedes Jahr bis 35 Millionen Tonnen Methan freigesetzt. Dramatisch für die Erderwärmung, denn Methan ist als Treibhausgas 35mal wirksamer als Kohlendioxid. Außerdem werden Jahr für Jahr rund 15 Milliarden Kubikmeter Gas abgefackelt. Abgesehen von der unglaublichen Energieverschwendung sind die bei der Verbrennung entstehenden Schadstoffe krebserregend und verschmutzen die umliegenden Gebiete.

Die russische Ölgesellschaft LUKoil plant bis 2010 Investitionen von fast 5 Milliarden US-Dollar, um die Ölförderung drastisch zu steigern. GREENPEACE warnt davor, dass das bisher weitgehend unberührt gebliebene Tundragebiet der Nenetregion in 5 Jahren ähnliche Probleme haben wird wie jetzt die Komi Region.

Einheimische Völker bedroht

Sibirien ist die Heimat zahlreicher eingeborener Völker. Im Gebiet um Surgut leben z.B. die Chanten, Nenzen und Mansen. Ihr Lebensraum ist akut bedroht. Mehrere Millionen Hektar Rentierweide sind bereits durch Öl vernichtet. Wasser und Nahrungsmittel (bes. Fisch, Milch) sind verseucht.

Die Luft ist durch das Gasabfackeln belastet. Dabei wird unter anderem das krebserregende Benzpyren freigesetzt, welches in der Stadtluft von Surgut und Nishnewartowsk die Grenzwerte um ein Vielfaches überschreitet. In der russischen Ölförderregion Komi liegt die Krankheitsrate höher als in jeder anderen Region Russlands. Im Zeitraum von 1995 bis 1997 waren 90% aller Einwohner in Komi krank. Die Menschen leiden unter (Leber)Krebs, Lungen- und Bluterkrankungen, sowie Schäden des Immun- und Nervensystems. Die Lebenserwartung ist hier in den letzten Jahren von 61 auf 45 Jahre gesunken.

Oft werden die Ölseen angezündet, um das Öl los zu werden,
wobei auch viele krebserregende Stoffe enstehen

Total Fina Elf Russland Ílsee und Feuer 
 

© Greenpeace Deutschland

 

Die deutschen Ölkonzerne schauen zu

Ein Drittel der deutschen Erdölimporte, 32 Millionen Tonnen jährlich, kommt aus Russland. Ein großer Teil des russischen Öls, das nach Deutschland importiert wird, kommt durch die Druschba (Freundschafts) - Pipeline aus der Komi Republik 2000 km nordöstlich von Moskau zu den deutschen Raffinerien in Schwedt und Leuna.
Die Raffinerie Schwedt (Brandenburg) gehört der Ruhröl, Agip, Dea, Total und der Elf. Die Raffinerie Leuna (Sachsen-Anhalt) gehört allein dem ELF-Konzern. Auf dem Raffineriegelände von Leuna werden auch Tanksattelzüge von Shell, Esso, BP und Aral beladen. Das Benzin verkauft Elf an 600 deutsche Tankstellen.

In den Umweltleitlinien heißt es: "Elf erwartet von ihren Lieferanten, dass sie die Normen und Richtlinien anwenden und umsetzen, die für Elf Deutschland selbst gelten". Doch das ist bloß eine leere Worthülse. Der Elf Konzern hat bisher in Gesprächen mit GREENPEACE seine Verantwortung geleugnet und schweigt das Problem lieber tot.

Schon 1999 machte Elf Schlagzeilen, weil der Konzern um Geld zu sparen schrottreife Öltanker wie die ERIKA einsetzte, die vor der Atlantikküste wegen Altersschwäche auseinanderbrach und Meer und Strände mit Öl verseuchte. Zuerst weigerte sich der Konzern, Gelder für die Reinigung der Strände zur Verfügung zu stellen. Dazu war erst noch massiver öffentlicher Druck auch von GREENPEACE erforderlich.

GREENPEACE fordert

von den Mineralöl Konzernen, konkrete Projekte zur Reparatur der Pipelines und zur Reinigung der verölten Landschaften mit zu finanzieren. Die deutschen Firmen tragen Mitverantwortung für die Ölpest in Russland. Sie verdienen skrupellos an dem Treibstoff, der in den Fördergebieten die Menschen krank macht.Die Minieralölfirmen haben jährlich mehrere Milliarden Dollar Gewinn, wovon sie einen Teil für Reparaturen investieren können, ohne dass das Benzin deshalb teurer werden muß.

Auf lange Sicht fordert GREENPEACE, dass Sonne, Wind und Wasser die fossilen Energieträger ersetzen.

GREENPEACE stellt Strafanzeige

Im Februar 2002 hat Greenpeace bei der Berliner Staatsanwaltschaft und bei der Schweizer Generalstaatsanwaltschaft in Genf Strafanzeige gegen TFE eingereicht. TFE und ihren russischen Mittätern wird die Beteiligung an besonders schweren Fällen von Umweltstraftaten (§ 330 StGB) vorgeworfen, aber auch Körperverletzung (§ 223 StGB) und Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB).

Die Berliner Behörde teilte mit, die dargestellten Umweltdelikte in Russland seien unstrittig, stellte das Verfahren aber ein mit der Begründung, ihr würde bei weiteren Ermittlungen in Russland keine Rechtshilfe gewährt.

Nach russischem Recht ist TFE mitschuldig, wenn TFE mit russischen Firmen Verträge über Íllieferungen abschlie▀t und diese Firmen Umweltstraftaten begehen. Die deutsche Rechtssprechung ermöglicht es, ein deutsches Unternehmen auch für im Ausland begangene Straftaten zur Rechenschaft zu ziehen.


Unterschriftenaktion gegen ELF Konzern an Tankstelle (22.7.2000)

Die GREENPEACE Gruppe Aachen protestierte heute an der Elf-Tankstelle an der Dürener Straße in Eschweiler gegen die fortgesetzte Umweltzerstörung in den Ölfördergebieten Russlands. Die Umweltschützer informierten die tankenden Autofahrer, die Pächter und die Passanten über die maroden russischen Pipelines, aus denen Elf sein Rohöl bezieht. Die Aktion fand bei Autofahrern und Passanten großen Anklang: Protestpostkarten und Informationsmaterial gingen weg "wie warme Semmeln".


Aktion "Eine Ölspur aus schwarzem Wasser" an FINA-Tankstelle (2.9.2000)

Mitglieder der Greenpeace Gruppe Aachen informieren heute über die Ölverschmutzung in den russischen Ölfördergebieten. Die Umweltaktivisten ziehen von der FINA-Tankstelle an der Vaalserstraße in die Innenstadt. Aus einem Ölfass mit dem Firmenschild von Elf tropft dabei schwarz gefärbtes Wasser und zieht eine lange "Ölspur". Die Umweltaktivisten verteilen Protestpostkarten, mit denen jeder Bürger den TotalFinaElf-Konzern selbst auffordern kann, ein konkretes Projekt zur Reparatur der maroden Pipelines in Sibirien zu starten.


Einsatz in Sibirien

Ende des Jahres 2000 gab es ein GREENPEACE Camp in Sibirien nahe der Stadt Nizhnevartovsk wo Aktivisten gegen Verschmutzungen durch die Ölindustrie kämpften.

 

 
Total Fina Elf Russland verölter Vogel 
 

© Greenpeace Deutschland

 

ELF zensiert GREENPEACE Internet Seite

Zu dieser Zeit wurde auch eine neue Webseite eingerichtet unter anderem über dieses Camp und mit kritischen Informationen über ELF (von GREENPEACE umbenannt in: "Es Leckt Furchtbar").

Der TotalFinaElf Konzern hat GREENPEACE am 16.1.2001 per einstweiliger Verfügung unter Androhung eines Ordnungsgeldes von einer halbem Million DM gezwungen, diese Domain abzuschalten. GREENPEACE lässt sich natürlich keinen Maulkorb verpassen und am 22.10. standen sich ELF und GREENPEACE vor Gericht gegenüber. Das Kammergericht Berlin entschied, dass die Meinungs- und Pressefreiheit Vorrang hat und dass GREENPEACE nach 10 Monaten Unterbrechung die Seite wieder aktivieren darf.

 

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Seit Mai 2007 inhaltlich nicht geändert

 
 
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