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Nordische Urwälder Tropische Urwälder Amazonas Indianer Amazonas Urwälder Zerstörung

Tropische Urwälder

Unter dem Motto "Die fantastischen Sieben" startete Greenpeace 2002 eine weltweite Kampagne für den Erhalt der letzten 7 zusammenhängenden Urwaldgebiete der Erde:
Amazonas, Afrika, Südostasien, Chile, Kanada & Alaska, Russland, Sibirien.

  • Im Urwald leben 70% aller Tier- und Pflanzenarten.
  • Er ist Lebensgrundlage von Indianern und Millionen Menschen, die vom Wald leben.
  • Jedes Jahr wird die 3-fache Fläche der Schweiz unwiederbringlich zerstört.
  • Von den ursprünglichen Urwäldern sind nur noch 20% übrig.
  • In 15 Jahren wird es keine intakten Urwälder mehr geben, wenn der Einschlag nicht sofort gestoppt wird.
  • Der zerstörte Urwald ist immer unwiederbringlich verloren, oft bleibt nur Wüste zurück.

 

Vor 8000 Jahren war auch Europa komplett von Urwald bedeckt

Urwald Karte

© Greenpeace Deutschland

 

Heute (2006) existiert noch ein Fünftel der Urwälder von vor 8000 Jahren.
Zerstört sind heute: in Europa: 99,7%, in Asien: 94%, in Afrika: 92%, in Nordamerika: 66%, in Südamerika: 54%.
1970 war nur 1% des brasilianischen Urwaldes zerstört., 1999 bereits 15%.
Heute fällt im Amazonas JEDEN TAG ein Gebiet wie 8000 Fußballfelder den Sägen und dem Feuer zum Opfer.
Weltweit vernichtet der Mensch jeden Tag 40.000 Fußballfelder Urwald.
Durch die Ausweitung von Soja-Anbau und Palmöl-Plantagen ist die Tendenz steigend.

 

Was sind die Greenpeace Kriterien für intakten Urwald?
  1. Naturbelassener Wald
  2. Keine Straßen, Siedlungen oder Pipelines
  3. Keine industrielle Abholzung
  4. Kein Abbau von Bodenschätzen.
  5. Eine zusammenhängende Fläche von mindestens 500 km2.

Afrika


Urwälder Afrika Waldelefant

© Greenpeace Deutschland

Waldelefanten leben in kleinen Familien versteckt im Wald. Sie brauchen für ihre Nahrungssuche große Gebiete. Sie sind für die Erneuerung des Waldes unverzichtbar: Ihr Appetit auf täglich über 100 kg Pflanzennahrung schafft Platz für junge Keimlinge. Das nötige Saatgut haben sie aufgrund ihrer schlechten Verdauung auch immer dabei.

Elefanten waren einst überall in Afrika zu finden. Die Heimat der afrikanischen Gorillas erstreckte sich vom Senegal bis Uganda.

Das ist vorbei. Die Zukunft der beiden Tierarten ist ungewiss.

In den letzten 30 Jahren hat Afrika soviel seines tropischen Waldes verloren, dass heute nur noch 8% unberührter Urwald vorhanden sind.

Das Kongo-Becken im zentralen Afrika ist der zweitgrößte zusammenhängende tropische Regenwald der Erde nach dem Amazonas.

70% der blühenden Pflanzen und mehr als ein Drittel der Vögel sind hier einzigartig.

Der tropische Regenwald schwindet durch industriellen Holzeinschlag, durch Brandrodung, Minenbau, Landwirtschaft, Entnahme von Brennholz, Bürgerkriege, Korruption, eingeschleppte Krankheiten und vieles mehr.

Für die Holzindustrie und den Minenbau wurden Straßen in einst unzugängliche Urwaldgebiete gebaut. Auf den Schneisen stoßen kommerziellen Wilderer nach, um Waldarbeiter mit Frischfleisch zu versorgen und die steigende Nachfrage nach Wildfleisch in den Städten zu decken. Sie schießen alles, was sich für den Kochtopf eignet.

Die weltberühmte Forscherin Jane Godall beobachtet seit 30 Jahren die Schimpansen im Gombe-Nationalpark in Tansania. Von ehemals 2 Millionen Menschenaffen existieren nur noch ca. 150.000. Das heißt, die Schimpansen stehen kurz vor der Ausrottung.

Die meisten Holzfirmen, die schon seit der Kolonialzeit in West- und Zentralafrika wirtschaften, stammen aus Europa. Vor allem riesige französische Firmenkonzerne mit vielen Tochterfirmen beherrschen die Einschlagslizenzen in Kamerun und Gabun. Auch italienische, spanische, belgische und deutsche Firmen sind dick im Geschäft. Deutsche Firmen haben im Kongo Einschlagsflächen (Konzessionen) von über 4 Mio. ha.

Afrikanisches Holz findet bei uns Verwendung in Fenstern, Treppenstufen, Türen, als Furnier, im Innenausbau, im Wasserbau und bei vielem anderen.

Die wertvollsten Bäume werden gezielt ausgebeutet (das nennt die Holzwirtschaft selektive Nutzung), so dass es sie bald nicht mehr geben wird und ihr Erbgut verloren geht. Viele Arten wachsen ohnehin nur sehr langsam oder nur unter ganz bestimmten Umständen nach.
Viele Stämme werden bei der Holzindustrie verschwendet. So wird viel Holz liegengelassen, das keinen hohen Preis erzielen kann. Oft erreichen die Stämme nicht einmal die Sägemühle, weil die falschen Bäume gefällt wurden oder weil sie während des Transports beschädigt worden sind. In den Sägemühlen von Kamerun z.B. wird im Durchschnitt 65 - 75 % des Holzes verschwendet. Dies zeigt, dass das Volumen der gefällten Bäume erheblich größer ist, als das von exportiertem Holz.

Die Westafrikanische Küste ist bereits "abgeräumt". Kamerun besitzt den größten Exporthafen. Riesige Baumstämme werden dort unverpackt auf Schiffe verladen und nach Europa verschifft. In Südost-Kamerun und Nord-Gabun arbeitet sich die Holzindustrie immer mehr nach Osten ins Innere des Kongo-Beckens vor, doch der Bürgerkrieg in Kongo hat bisher viele Firmen abgeschreckt.

Eine weitere Ursache der Urwaldzerstörung im Kongo ist der Abbau von Coltan. Dieses Erz wird von der Elektronikindustrie benötigt. Der größte Markt sind Handy- und Computerhersteller.

Die Pygmäen sind die größten Opfer, weil ihre traditionelle Lebensweise vom intakten Waldökosystem abhängt. Traditionell sind sie Jäger und Sammler und betreiben auf kleinen Flächen im Wald Wanderfeldbau. Forstgesetze ignorieren die Landrechte der Pygmäen. Sie dürfen den Wald nur in bereits ausgebeuteten Stücken nutzen. Diese Wälder sind aber zu klein für die Jagd. Viele Pygmäen haben das Leben als Wald-Nomaden inzwischen aufgegeben und haben sich an den Holzstraßen niedergelassen. Kriminalität, Prostitution und Alkoholismus gehören heute zu ihrem Leben. Sie arbeiten oft auf Farmen wie Sklaven oder schließen sich der kommerziellen Jagd an. Zu 85% ist die ursprüngliche Lebensform der Pygmäen bereits zerstört.

 

Bayaka Pygmäen - Zentralafrika

Urwälder Afrika Pygmäen

© Greenpeace Deutschland

 

Amazonas

Die größte noch zusammenhängende Urwaldfläche ist der Amazonas. Er erstreckt sich über Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien, Venezuela...

Hier lebt über die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten. Auch der Jaguar steht inzwischen auf der Liste der bedrohten Tierarten.
Der Amazonas Regenwald ist die Heimat für 20 Millionen Menschen, die hier als Jäger, Fischer und Bauern mit - und nicht gegen - den Wald leben. Noch sind ca. 2/3 des Amazonas Regenwaldes erhalten, doch ein großer Teil wird vor allem durch den kommerziellen Holzeinschlag massiv bedroht.

Siehe auch: Fotosammlung Urwald, Amazonas Indianer

Ein Großteil des in Brasilien eingeschlagenen Holzes wird in Brasilien selbst verkauft, doch die Holzkonzerne wollen ihr Export-Geschäft ausweiten. Zur Zeit werden 29% in die USA exportiert, 22% in die Karibik, 21% nach Japan und 21% nach Europa.

Brasilianischer Regenwald wird vom Zellstoff Produzenten Aracruz geroded und durch Eukalyptus Monokultur ersetzt. Von dem Umweltfrevel profitiert der Konzern Procter&Gamble, der Hersteller der Tempo Taschentücher und das Unternehmen Kimberly Clarke, das Artikel wie Kleenex und Hakle vermarktet.

 

  


Wenn Sie diese Produkte kaufen, unterstützen Sie nicht nur Urwald Abholzung, sondern auch Vertreibung der Indianer aus ihren Dörfern, die Absenkung des Grundwasserspiegels für ein Zellstoffwerk, so dass Flüsse und Felder austrocknen und die Verschmutzung der Umwelt durch giftige Chemie-Abwässer!

Kaufen Sie Hygiene-Artikel NUR aus Recyclingpapier!

Im Oktober 2005 besetzten 300 Indianer das größte Eukalyptus-Zellstoffwerk der Welt in Brasilien. Sie protestieren dagegen, dass der Betreiber Aracruz sie von ihrem Land vertrieben hat. Sie fordern die Rückgabe von insgesamt 11.000 Hektar Land.

Besonders bedrohlich für den Amazonas-Urwald ist der illegale Holzeinschlag. Nach Angaben der brasilianischen Umweltbehörde IBAMA werden ca. 80% der Abholzungen ohne Genehmigung durchgeführt. Große Holzkonzerne schlagen skrupellos auch in geschützten Gebieten ein und exportieren das Holz illegal. Die Regierung kann bei den riesigen Gebieten kaum gegen international agierende Holzkonzerne vorgehen.

Die Korruption ist hier gewaltig. Obwohl die Holz-Händler Strafen und Schmiergelder zahlen müssen, verdienen sie trotzdem noch daran.

Die Eröffnung des Greenpeace-Büros in Manaus 1999 sorgte für einiges Aufsehen und für ein größeres Problembewusstsein vor Ort.
Greenpeace fordert die FSC-Zertifizerung, die ein ökologisch sinnvolles und auch sozial-verträgliches Wirtschaften bescheinigt. Die Firma Precious Woods, die Sperrholz aus dem Amazonas auch nach Deutschland liefert, geht hier mit gutem Beispiel voran: Sie hat als erste Firma das FSC Zertifikat erhalten.

 

Ein Sprichwort sagt: "Eine Motorsäge ist eine Gelddruckmaschine"

Urwälder Fällung eines Baumriesen mit Motorsäge

© Greenpeace Deutschland

 


Im brasilianischen Amazonas-Gebiet ist einer Studie ("Science" 2005) zufolge doppelt soviel Wald abgeholzt worden wie bislang geschätzt. Neue Satellitenaufnehmen vom Amazonasgebiet zeigten, dass die bewaldeten Flächen in den Jahren von 1999 bis 2002 jährlich um gut 12.000 bis knapp 21.000 Quadratkilometer reduziert wurden.

Indonesien, Borneo, Papua-Neuguinea

 

Urwälder Indonesien Orang-Utan

© Greenpeace Deutschland

Hier findet man 1000ende Schmetterlinge und Käfer, 500 Säugetierarten, 1600 Vogelarten und 2000 Orichideen.

Hier ist die Heimat der Nasenaffen, Sumatra-Nashörner und Sonnenvögel und hier lebt der Orang-Utan. Sein Name bedeutet "Roter Waldmensch". Er ist ein sanfter Menschenaffe, lebt nur in den Bäumen und frißt Nüsse und Früchte. Er kommt nur noch in wenigen Regenwaldflecken Borneos und Sumatras vor. Er ist durch Waldzerstörung und den Handel mit Orang Utan Babies stark bedroht. Im vergangenen Jahrzehnt schrumpfte der Bestand auf die Hälfte, wahrscheinlich weniger als 30.000.

Der Rest des Urwaldes wird auch hier in rasantem Tempo vernichtet. Die noch verbleibenden 900.000 Quadratkilometer schrumpfen jedes Jahr um weitere 17.000 Quadratkilometer. Der Regenwald wird in Sumatra in 5, auf Borneo in 10 Jahren nur noch Erinnerung sein.

In das illegale Holzgeschäft sind oft hochrangige Offiziere und Politiker verwickelt. Das Holz geht an die japanische Bauindustrie oder endet in deutschen Fensterrahmen.

Die Schulden von 145 Milliarden Dollar drängten die Regierung Indonesiens, riesige Gebiete in Plantagen zu verwandeln um mit Palmöl Devisen zu erwirtschaften. Aber die Plantagen sind nicht durch dichte Baumkronen geschützt, sondern der Sonne ausgesetzt. 1998 wurde ein Gebiet der Größe Portugals durch Brände vernichtet. Wüste entsteht, wo vor Kurzem noch Regenwälder dampften.

10.000 Arbeitslose versuchen sich als Goldsucher und pumpen auf der Suche nach ein paar Gramm Gold den letzten Boden fort und vergiften die Flüsse mit Quecksilber. 12 der 13 Fluss-Systeme in Kalimantan sind bereits vergiftet und zerstört.

Für die wachsende Bevölkerung wurden zig Tausende Quadratkilometer Urwald gebrandrodet und in Ackerland umgewandelt.

 

Wo heute Reisfelder sind, stand noch vor Kurzem Urwald

Urwälder Toter Baumriese im Reisfeld

© Greenpeace Deutschland

 

 

Auch auf Sumatra verschwindet der Regenwald in rasantem Tempo. Die internationale Holzmafia (die eng mit der Armee zusammen arbeitet) scheut nicht einmal davor zurück, in geschützten Nationalparks einzuschlagen. Nach der verheerenden Tsunami Katastrophe hat der illegale Einschlag sogar zugenommen. Für die Holzmafia das Geschäft des Jahrhunderts: Die vom Tsunami zerstörten Wohnhäuser müssen wieder aufgebaut werden. Illegales Holz wird zu Wucherpreisen an Hilfsorganisationen verkauft. Auch Deutsche Spendengelder werden direkt an die Holzmafia gezahlt!

Indonesischer Journalist von Holzmafia verstümmelt!
Urwälder Indonesien Abi Nachran Kusno verstümmelt

© Rettet den Regenwald e.V.

Der Indonesier Abi Nachran Kusno wurde Opfer der Holzmafia, weil er Beweise über illegale Einschläge in den Regenwäldern seiner Heimat an den Forstminister übergeben hat. Seiner unerschrockenen Recherche ist es zu verdanken, dass im November 2001 erstmals ein Schiff mit illegal geschlagenen Tropenhölzern im Hafen von Jakarta festgesetzt wurde. "Ich habe es verhaftet", nennt Abi Nachran seinen Erfolg.

Er war gerade zwei weiteren illegalen Tropenholz-Deals auf der Spur, als ihm 20 Männer auflauerten und mit Macheten auf ihn einhackten. "Keiner traute sich, mir zu helfen", sagt das Opfer ohne Bitterkeit, "alle wussten, die sind von der Holzmafia geschickt." Die Angreifer trugen nicht einmal Masken, so sicher können sie sich sein, von der verängstigten Bevölkerung nicht verraten zu werden.

In dem blutenden Mann am Boden schien kein Funke Leben mehr zu sein. "Sie brachten mich ins Leichenschauhaus", berichtet Abi Nachran mit bestürzender Gelassenheit. "Erst als ich den Zeh bewegte, merkten die Sanitäter, dass ich noch lebte."

Das "verhaftete" Schiff ist seit einigen Wochen spurlos aus dem Hafen verschwunden, doch Abi Nachrans Elan ist ungebrochen: "Die Götter werden sich schon etwas dabei gedacht haben, dass sie mich beschützt haben. Der Kampf geht weiter", sagt er und reckt mit Galgenhumor den ihm verbliebenen linken Daumen in die Höhe.

Der 61-jährige Abi, der lange Zeit Abgeordneter in Indonesien war und jetzt als Journalist arbeitet, musste sein Grundstück verkaufen, um die Reise in ein Hamburger Krankenhaus bezahlen zu können.

Die Ärzte versuchten, seinen Arm zu retten, doch sein innigster Wunsch gilt nicht seinem Arm: "Ich wünsche mir nur, dass die Welt uns hilft, die letzten Wälder zu retten." Beim Besuch eines Hamburger Heimwerkermarktes sagt Abi: "Ich sehe mir unsere Wälder in der Großstadt an." Sperrholz, Parkett und Gartenmöbel (Meranti-, Teak-, Hartholz...) kommen aus illegalem Einschlag in Indonesien.

Das Holz wird von Indonesien nicht direkt an die Zielländer geschickt, sondern wird erst in Transitländer wie Malaysien, Singapur, Vietnam oder oft auch China verschoben. Dort wird es entweder verarbeitet oder es erhält neue, gefälschte Frachtpapiere. ("Holzwäsche" analog zur Geldwäsche) China ist der weltweit größte Einkäufer von illegal gschlagenem Holz.

Es kann z.B. gar nicht sein, dass Holz aus Singapur oder Sumatra stammt, denn dort gibt es gar keine Bäume mehr. Oder aus China, wo es durch ein Abholzverbot fast unmöglich ist, noch einen Baum zu fällen. In Burma, Indonesien, Laos und Kambodscha werden ökologisch wertvolle Urwälder gerodet, um Chinas Hunger nach Holz für den Wirtschaftsaufschwung zu befriedigen. Die Abholzung wird von chinesischen Firmen organisiert, die mit den Militärgruppen in Burma zusammenarbeiteten. (Quelle: Studie von Global Witness, London)

Anfang 2004 ist das Greenpeace Schiff "Rainbow Warrior" mehrere Wochen vor der Küste Kalimantans, wo es Kontakt mit Umweltschützern aufnimmt.

Faith von der Umweltorganisation EIA erzählt:

Als Faith und ein Kollege vor einem Sägewerk der Tanjung Lingga-Firmengruppe Holz inspizieren, werden sie entdeckt, bis ins Hotel verfolgt, überfallen und entführt.

Sie wurden 6 Stunden lang verhört, geschlagen und gefoltert. Der Geschäftsführer von Tanjung Lingga war auch dabei. Er versucht, Faith die Kamera zu entreißen, verdreht ihr die Hand, bis ein Finger bricht. Sie wird ins Krankenhaus gebracht. Der Arzt scheint ihre Hand röntgen zu wollen und bricht ihr dabei drei weitere Finger.

Als die Entführer schließlich die Polizei rufen, wird ihnen klar, dass auch diese mit der Lingga-Mafia unter einer Decke stecken: 3 Tage werden die beiden Aktivisten auf der Polizeistation gefangen gehalten. "Wir wussten beide nicht, ob wir jemals wieder lebend aus dieser Sache rauskommen würden. Vor unserem Fenster standen Männer mit Pistolen und schrien uns an."

Am zweiten Tag in Polizeigefangenschaft stellt sich heraus, was die Entführer wollen. Faith und ihr Kollege sollen öffentlich alles zurücknehmen, was sie jemals über die Firma Tanjung Lingga veröffentlicht haben. Draußen vor der Tür wartet bereits ein Kamerateam, um die beiden zu interviewen. Sie nehmen die Anschuldigungen gegen Tanjung Lingga aber nicht zurück.

Währenddessen mobilisiert die Umweltschutz Organiation EIA alle Kräfte, um die beiden zu befreien. Als der erste demokratisch gewählte Präsident Indonesiens England besucht, wird er aufgefordert, für die Befreiung der beiden Umweltschützer zu sorgen: Das Thema illegaler Holzeinschlag im Tanjung Puting-Nationalpark wird zur Staatsangelegenheit.

Am vierten Tag gelingt es den beiden zu fliehen - mit Unterstützung einer indigenen Bevölkerungsgruppe Indonesiens.

Faith kämpft noch immer für die Rettung der letzten Urwälder und für die Rechte der Menschen, die mit der Angst vor der Lingga-Mafia leben. Für sie ist die Greenpeace-Tour mit dem Schiff "Rainbow Warrior" etwas Besonderes:

"Dieses Schiff verkörpert etwas, was sie nicht kontrollieren können. Die Tatsache, dass die 'Rainbow Warrior' nach Zentralkalimantan gekommen ist, um das Verbrechen aufzudecken - legal, friedlich, mit internationaler Mannschaft und indonesischen Aktivisten - ist für Indonesien außerordentlich.

Todestrafe für Umwelt Terroristen!

Harsche Töne kommen derzeit (Juli 2004) aus Indonesien. Die Regierung überlegt, den Tätern mit der Todesstrafe zu drohen. "Sie sind Umweltterroristen. Sie stehlen dem Staat Millionen und zerstören die Natur". Eine "schnelle Eingreiftruppe" soll künftig die Polizei bei der Ergreifung der Täter unterstützen.

Kaufen Sie kein Teak ohne FSC Label!

Kein Teak ohne FSC Label!

Teak Holz ohne FSC Siegel stammt entweder aus direkter Urwaldzerstörung oder aus Plantagen, für die der Urwald vorher abrasiert wurde. Teak kommt überwiegend aus Indonesien und dem früheren Burma, wo mit der Urwaldzerstörung der Krieg gegen die eigene Bevölkerung finanziert wird.

Wenn Sie Teak ohne FSC Label kaufen, finanzieren Sie Urwaldzerstörung und Militär-Massaker!

Auch anderes billiges Tropenholz für Gartenmöbel, wie Yellow Ballau, Nyatoh und Keruing sowie "tropisches Hartholz" stammt fast immer aus den Urwäldern Indonesiens und Vietnams.

Auch die Bezeichnung "Plantagenholz" ist irreführend, denn die Zertifikate sind meist gefälscht.

Alternative:
Wenn Sie meinen, auf Teak nicht verzichten zu können, dann kaufen Sie nur Teak mit dem kontrollierten FSC Siegel.
Besser ist aber, Sie kaufen heimische Hölzer, die das FSC Siegel tragen!

Urwaldvernichtung für Biodiesel

Die steigenden Erdölpreise machen Biodiesel zu einem lukrativen Geschäft. Obwohl Biodiesel im Gegensatz zu Erdöl C2 neutral verbrennt, ist er aus ökologischen Gründen dennoch nicht zu befürworten:

Wollte man z.B. alle in England zugelassenen Busse, PKWs und LKWs mit Biodiesel betreiben, wären 26 Millionen Hektar Anbaufläche für Raps erforderlich. Im ganzen Königreich gibt es aber nur 6 Mio Hektar. (1 Hektar bringt ca 3,2 Tonnen Raps. 1 Tonne Raps liefert 415 kg Biodiesel.)

Ölpalmen können 4 mal mehr Biodiesel pro Hektar produzieren als Raps. Um Palmöl Plantagen anzulegen wird in Indonesien Urwald zerstört und Kleinbauern werden durch paramilitärische Gruppen von ihrem Land vertrieben um riesige Palmöl Monokulturen anzulegen, die extrem viel Wasser verbrauchen.

Chile

Urwälder Chile Huemul

© Greenpeace Deutschland

Am südlichen Ende von Chile befinden sich noch die letzten temperierten Urwälder der Anden. Aufgrund ihrer entfernten Lage war die Einwanderung von Arten fast unmöglich, daher gibt es hier 300 endemische Arten (=Arten, die nur hier existieren) -- eine bio-geografische Insel.
So findet man hier den Huemul, den Südandenhirsch, der außerhalb Chiles und Argentiniens unbekannt ist. Er ist das Wappentier Chiles und unmittelbar vom Aussterben bedroht.

Die Wälder werden zur Papier Herstellung abgeholzt und die Regierung unterstützt die Zerstörung sogar noch finanziell. In 15 Jahren wird es auch hier keinen Urwald mehr geben. Die Mapuche Indianer kämpfen um den Erhalt ihres Lebensraumes, die Holzindustrie ignoriert die Rechte der Indianer.

Australien

 

Greenpeace campiert auf 95 Meter hohem Eukalyptus Baum in Australien

© Greenpeace Deutschland

 

April 2004: Fünf Monate lang haben Greenpeacer auf einem 84 Meter hohen Eukalyptusbaum im tasmanischen Styx Valley campiert. Hier wachsen die größten Hartholzbäume der Welt: bis zu 95 Meter hoch - höher als ein 25-stöckiges Hochhaus - mit bis zu 5 Meter Stamm-Durchmesser und oft über 400 Jahre alt.

Sie werden abgeholzt, um als Holzschnipsel in japanischen Papierfabriken zu landen. Die alten Wälder werden völlig kahlgeschlagen und mit Napalm-Brandsätzen aus der Luft bombardiert. Verantwortlich für die rücksichtslose Zerstörung ist der Holzkonzern Gunns Ltd.

Die Umweltschützer haben es in den fünf Monaten geschafft, den Skandal zum öffentlichen Thema zu machen. Noch gehören Tasmaniens Urwälder zu den schönsten Reisezielen in Australien. Greenpeace verhandelt derzeit mit japanischen Papierherstellern, (Nippon Paper Industries, Mitsubishi Paper Mills and Oji Paper) kein Holz aus Tasmanien mehr zu beziehen und knüpft Kontakte zu Reiseanbietern.

Ein erster Erfolg: (Mai 2004)
Der japanische Misubishi Konzern hat gegenüber Greenpeace zugesagt, in Zukunft kein Holz mehr von Gunns Ltd einzukaufen sondern stattdessen FSC zertifiziertes Holz.

Jetzt gilt es abzuwarten, ob dieses Versprechen auch eingehalten wird.

Die nordischen Urwälder

Sibirien

In den sibirischen Schneewäldern (boreale (= kaltgemäßigte) Wälder) wachsen überwiegend Nadelbäume. Hier ist der Winter extrem kalt und lang und der Sommer sehr kurz und warm. Dadurch ist hier das Wachstum des Waldes sehr langsam.

Diese Wälder werden zerstört durch Ölförderung, illegalen Holzeinschlag und multinationale Konzerne, die langfristige Abholzungsrechte gekauft haben.

Sibirischer Tiger vom Aussterben bedroht

Der sibirische Tiger wird von Wilderern für den den lukrativen Markt der chinesischen Medizin gejagt. Rund 2000 Dollar bringt das Skelett eines Tigers auf dem Schwarzmarkt. Penis, Innereien und Fell sind ebenfalls sehr wertvoll. Schätzungsweise 400 Großkatzen leben noch im fernen Osten, von denen ein Tier ein Revier von 50 mal 50 km beansprucht.

Russische Urwälder

Hier leben die letzten Braunbären. Es gibt nur noch wenige Populationen mit einigen 1000 Tieren. Sie fressen hauptsächlich Waldfrüchte, Nüsse und Knollen.

Die Urwälder Schwedens, Finnlands, Kanadas, Alaskas und Russlands fallen dem Papierhunger der Industrienationen zum Opfer. (Während die Nachfrage nach Recyclingpapier sinkt!)
Siehe unsere Seite Die nordischen Urwälder.

WTO blockiert Urwaldschutz

Notwendige Urwaldschutzmaßnahmen wie Einfuhrverbote von Holz aus Urwaldzerstörung oder die Kennzeichnung von Öko-Holz widersprechen laut Welthandelsorganisation (WTO) dem Freihandel. Ein Staat, der aus ökologischen Gründen die Einfuhr von Urwaldholz verbieten oder bei öffentlichen Bauten nur Holz mit dem Öko-Siegel FSC verwenden möchte, riskiert Strafzölle in Millionenhöhe.

Der Amazonas und die weltweite Greenpeace Kampagne

2002 hat Greenpeace mit der Kampagne "die fantastischen Sieben" den alarmierenden Schwund der letzten Urwälder ins Bewusstsein der Menschen (und Politiker) gebracht.

Die Mahagoni Mafia

Mahagoni - grünes Gold

Mahagoni - grünes Gold

Mahagoni ist das wertvollste Urwaldholz. Auf dem Weltmarkt werden bis zu 1.600 US-Dollar für den Kubikmeter gezahlt. In Europa und den USA werden aus dem Holz Luxus-Esstische, Parkettfußböden oder Zimmervertäfelungen hergestellt.

Die seit Jahren illegal operierende Mahagoni-Mafia ist die treibende Kraft für die Zerstörung des Amazonas. Tausende Kilometer Straßen wurden für den Abtransport der Holzstämme in den Urwald geschlagen. Der Straßenbau zieht immer weitere Regenwald-Vernichtung nach sich: einströmende Siedler, Viehzüchter, Wilderer, Brandrodung...

Bis 2001 war es so, dass Mahagoni in bestimmten Regionen geschlagen werden durfte, in der Realität wurde aber auch dort eingeschlagen, wo es verboten war.

Im Okt 2001 hat Greenpeace ein riesiges illegales Mahagoni-Sägewerk im Urwald aufgespürt, auf dessen Gelände Baumstämme im Wert von 70 Millionen US Dollar lagerten. Über 3 Jahre hatte Greenpeace die illegalen Aktivitäten der Mafia dokumentiert und gefilmt, Verantwortliche sogar mit Namen genannt. Daraufhin hat die brasilianische Umweltbehörde IBAMA einen generellen Einschlagstop für Mahagoni und andere bedrohte Baumarten angeordnet. Dies ist ein historischer Erfolg für den Schutz der Amazonas-Regenwälder!

Um dieses Verbot durchzusetzen fehlt aber noch Einiges.

Im November 2002 erreichte Greenpeace ein Hilferuf der Indianer am Juraucu Fluß. Die Mahagoni Mafia zerstört ihren Lebensraum. Greenpeace half ihnen, sich zu wehren. 40 Boote vertäuten sich an einem Drahtseil, das quer über den 100 Meter breiten Fluß gespannt war. Allein an einem Tag wurden 2 illegale Mahagoni Transporte gestoppt. Die brasilianische Umweltbehörde beschlagnahmte 200 illegal gefällte Baumstämme.

Paulo Adario

Urwälder Paulo Adario

© Greenpeace Deutschland

Kopfgeld auf Greenpeace Umweltschützer

Im Okt 2001 hat Paulo Adario, Koordinator der Greenpeace Kampagne für den Schutz der Urwälder Brasiliens, eine Morddrohung von der Mahagoni Mafia erhalten.

Heute kann sich Paulo Adario nur noch mit kugelsicherer Panzerweste und Bodyguards auf die Straße wagen. Sein Auto ist gepanzert und sein Büro ist bis unter die Decke mit Sicherheitstechnik vollgestopft. Die Mahagoni-Mafia hat jetzt sogar ein Kopfgeld ausgesetzt. Trotzdem wird er nicht aufgeben.

In Brasilien sind schon zahlreiche Umweltschützer umgebracht worden. z.B. Ademir Alfeu Federicci:
Am 25. August 2001 wurde er in seinem Haus vor den Augen seiner Frau und Kinder erschossen. Federicci hatte sich aktiv gegen die von der brasilianischen Regierung geplanten Staudämme des Energiekonzerns Eletronorte am Xingu-Fluss eingesetzt. Und er hatte die Korruption veröffentlicht, die sich unter den Behörden am Xingu breit macht. Viele Beamte hätten Zahlungen von dem Energiekonzern erhalten.

Pará - Brasiliens wilder Westen

Anfang 2005 wird die 73 jährige "Urwald-Nonne" Dorothy Stang erschossen. Sie hat im Urwalddickicht unzählige Kilometer zurückgelegt, um den Frauen zu zeigen, wie man im und vom Regenwald leben kann, ohne ihn zu zerstören. Sie symbolisierte für die armen Menschen im Amazonas-Gebiet den Widerstand und den Kampf für ein würdiges Leben.

Der Bundestaat Pará ist ein gesetzloses Land und Meister der Urwaldzerstörung, der illegalen Holzgewinnung, der illegalen Landaneignung und der Sklaverei sowie Schauplatz von skandalösen Verletzungen der Menschenrechte. Bauern, die in sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen gehalten wurden, erzählen wahre Horrorgeschichten: aufmüpfige Zwangsarbeiter würden lebend verbrannt, Schweinen zum Fraß vorgeworfen, an galoppierende Pferde oder an Bäumen gefesselt und dann als Zielscheibe benutzt. Die gnadenlose Hetzjagd der "Pistoleiros", der bezahlten Killer der Land- und Holzmafia, kennt keine Hemmschwellen. Polizei und Justiz sind in vielen Gemeinden des Bundesstaates nicht präsent oder gehört selbst zur Mafia. In Pará wurden in den vergangenen 33 Jahren mindestens 772 Menschen aus agrarpolitischen Gründen ermordet. Nur in 3 Fällen kam es zu einem Prozess.

 

Paulo Adario vor illegal geschlagenen Mahagonistämmen

Urwälder Illegal geschlagenes Mahagoni Holz

© Greenpeace Deutschland

 

 

Aufgestachelte Holzfäller machen Stunk

Als im Nov. 2003 das Greenpeace Schiff Arctic Sunrise im Amazonas Gebiet bei Porto de Moz war, versammelten sich 300 Holzfäller und bedrohten die Greenpeacer mit Morddrohungen und 17 Boote versuchten, das Greenpeace Schiff zu rammen.

Zuvor hatte der Bürgermeister (verantwortlich für die illegalen Aktionen in der Gegend) in seinem privaten Radiosender gegen Greenpeace aufgehetzt und versprochen, allen, die helfen Greenpeace zu "vertreiben", Alkohol und kostenlosen Treibstoff zu spendieren.

Brandrodung für Soja Plantagen - Amazonien brennt für unser Essen

Durch den boomenden Sojaanbau wälzt sich eine "Sojafront" wie eine Dampfwalze in den Regenwald von Brasilien und Argentinien. Nachdem die arme Landbevölkerung durch Drohungen, Abbrennen der Häuser bis hin zum Mord von ihrem Land vertrieben wird, wird der Urwald auf riesigen Flächen abgebrannt und durch riesige Soja-Monokulturen ersetzt. Die vertriebenen Kleinbauern landen in den Slums der Großstädte.

Das Soja landet überwiegend im Tierfutter der Massentierhaltung in den reichen Industrieländern. Bei uns werden Fleisch- und Milchprodukte auf Kosten des Urwaldes produziert. Der Sojaboom hängt direkt mit dem Rinderwahn zusammen. In der Folge von BSE wurde in Europa verboten, tierisches Eiweiss zu verfüttern. Dadurch stieg die Nachfrage nach Soja massiv an.

Absurd ist, dass sogar die Sozialsysteme in Brasilien vom Sojaanbau abhängen: Mit Zöllen auf exportiertes Soja finanziert die Regierung Arbeitslosengelder oder Lebensmittelhilfe für die Ärmsten, die sich kaum noch selbst versorgen können, weil auf allen Äckern nur noch Soja für den Export steht. Während bei uns das Vieh mit Soja aus Amazonien gemästet wird, um in Steaks und Burgern zu landen, hungern immer mehr Menschen in Amazonien.

Für die Produktion von einem Kilo Hühnerfleisch werden zehn Kilo pflanzliches Eiweiss benötigt.

Beispiel Schweiz: Pro Kopf beansprucht ein Bürger 230 Quadratmeter Soja im Jahr, um seinen riesigen Fleisch-, Eier- und Milchkonsum zu decken. Das entspricht insgesamt einer Anbaufläche von 161.000 Hektar - weit mehr als die Hälfte des gesamten Schweizer Ackerlandes.

Bei Biofleisch ist der Einsatz von importierem Soja als Futter verboten.

Fazit: Kaufen Sie Fleisch nur im Bioladen - sonst beteiligen Sie sich an Urwaldzerstörung und der Verletzung von Menschenrechten! (abgesehen davon, dass Biofleisch deutlich besser schmeckt und ohne Tierquälerei produziert wird)

Greenpeace unterstützt die Bauern und Indianer, kämpft gegen den US-Konzern Cargill, der einen illegalen Soja Verladehafen gebaut hat, informiert im brasilianischen Fernsehn, und vieles mehr. Bei einer friedlichen Demonstration gegen Cargill wurde das Greenpeace Schiff mehrfach gerammt und die Aktivisten mit Steinen beworfen und verletzt. Immer wieder landen Greenpeace Aktivisten im Gefängnis und immer wieder werden im Amazonas Umweltschützer ermordet.

Erfolg der Ausdauer:
April 2007: Die Soja-Verladestation von Cargill bei Santarem ist bis auf weiteres geschlossen worden. Nach 3 Monaten Verhandlungen hat Greenpeace im Juli 2006 einen Teilsieg errungen: Die weltweit führenden Agrarfirmen und Sojahändler Cargill, Bunge, ADM und Maggi stimmten einem Moratorium für brasilianische Urwald-Soja zu. Vorerst zwei Jahre lang werden die Unternehmen keine Soja kaufen, das auf Flächen wächst, wo vorher Urwald für den Anbau zerstört wurde. Soja wird in den USA und Europa u.a. zur Mast von Hühnern eingesetzt.

 

Greenpeace-Aktivisten in Hühner-Kostümen
besuchen McDonald's in Großbritannien

Greenpeace Aktion bei Mc Donalds

© Greenpeace Deutschland

 

 

Monokulturen zerstören die Lebensgrundlage des Menschen

Seit in Brasilien immer mehr riesige Soja- und Palmöl- Monokulturen entstehen und der Urwald zerstört wird, sterben die Insekten aus. Aber 87 der 115 wichtigsten Obst-, Gemüse-, und Ölpflanzen brauchen Insekten zum Bestäuben. In Brasilien ist es inzwischen so weit gekommen, dass Tagelöhner und Familienmitglieder wichtige Nahrungspflanzen mit der Hand bestäuben müssen, weil die Insekten fehlen.

Urwaldzerstörer nach Greenpeace Aktion verhaftet

Nachdem Greenpeace im März 2006 ein vom Soja-Farmer José Donizetti abgeholztes Gebiet besetzt und in einem friedlichen Protest ein 2500 Quadratmeter großes Transparent "100% Verbrechen am Urwald" ausgerollt hatte, reagierte Donizetti mit Gewalt: Er griff die Aktivisten mit Messern an, zerstörte das Transparent und Autos.

Erfolg der Aktion: 2 Wochen später wird er verhaftet. Die brasilianische Umweltbehörde Ibama beschuldigt ihn, die Fläche in der Größe von 2303 Fußballfeldern illegal abgeholzt zu haben.

Schutzgebiete im Amazonas "Verde para Sempre"

Der brasilianische Präsident Lula hat im Nov. 2004 im Amazonas 2 Schutzgebiete eingerichtet, die zusammen 2 Millionen Hektar groß sind. Dies stellt einen riesigen Erfolg für Greenpeace dar, denn genau dafür hat Greenpeace 2003 gekämpft.

Durch die Aktivitäten von Greenpeace vor Ort konnte die brasilianische Umweltbehörde IBAMA tausende Kubikmeter illegal geschlagenen Holzes beschlagnahmen. Die Holzfäller, denen das nicht gefiel, protestierten gegen Greenpeace und hielten sogar Mitarbeiter der IBAMA in einem Hotel fest.

Para ist der Bundesstaat, in dem bisher nicht das Gesetz, sondern die Gewalt regierte. Menschen, die seit Jahrzehnten dort ihr Land bestellen und den Wald nutzen, werden illegal von mächtigen Holzfirmen vertrieben.

Etwa 15.000 Menschen, die in der Region leben, dürfen weiterhin in den Grenzen des Nutzreservats auf traditionelle Weise ihren Lebensunterhalt sichern. Erlaubt sind Gummizapfen, Speiseölgewinnung, Fischen und Holzeinschlag im kleineren Umfang. Industrieller Holzeinschlag, großflächige Rodungen und anschließender Sojaanbau sind zukünftig verboten.

5 Millionen Quadratkilometer Schutzgebiet

Im Feb. 2005 hat die brasilianische Regierung 5 Millionen Hektar Amazonasregenwald -mehr als die gesamte Fläche der Niederlande- unter Schutz gestellt. Ein großer Erfolg, der aber einen hohen Preis hatte. Denn Präsident Lula reagierte damit auf den Mord an der amerikanischen Menschenrechtlerin und Urwaldschützerin, der Nonne Schwester Dorothy Stang durch Auftragskiller der Holzmafia.

Zusätzlich muss Lula jetzt noch die Umweltbehörde Ibama stärken, damit sie die unter Schutz gestellten Gebiete auch kontrollieren kann. Derzeit hat die Umweltbehörde nicht einmal genug Benzin, um diese riesigen Gebiete mit Helikoptern nach illegalem Einschlag abzusuchen.

Im Juni 2005 hat Brasilien zum größten Schlag seiner Geschichte gegen den illegalen Holzeinschlag ausgeholt. Die Bundespolizei nahm 89 Beamte und Holzfäller fest. Die Festgenommenen werden beschuldigt, für 1,9 Millionen Kubikmeter illegal geschlagenen Holzes verantwortlich zu sein. Im Laufe der Untersuchungen wurde 431 Briefkastenfirmen enttarnt. 283 Forstpläne wurden vorläufig ausgesetzt.

Deni-Indianer

Mehrere Wochen lang halfen 12 Greenpeace-Aktivisten den Deni Indianern dabei, die grüne Grenze ihrer 1,5 Millionen Hektar großen Heimat zu markieren. Das Land der Deni wird von internationalen Holzkonzernen bedroht, die auf dem indianischen Stammesgebiet wegen fehlender Landesgrenzen Waldfläche erwerben konnten und dort nun Kahlschlag betreiben wollten. Auf Indianergebiet ist die kommerzielle Holznutzung eigentlich vollständig verboten. Solange die Grenze des Deni-Territoriums aber nicht eindeutig kenntlich gemacht ist, wird der Besitzanspruch gesetzlich nicht anerkannt.

"Die brasilianische Regierung hatte uns 1985 versichert, dass sie unser Land markieren würde", sagt Häuptling Biruvi Deni. "Seitdem haben wir vergeblich auf die Einhaltung dieses Versprechens gewartet." Das 667 Häupter zählende Volk der Deni hat daraufhin Greenpeace um Hilfe gebeten.

Mit Macheten wurde eine Schneise um ihr Stammesgebiet herum in den Dschungel geschlagen und Schilder aufgestellt. Greenpeace half dabei auch mit logistischen Mitteln wie Karte, Kompass und Vermessungs-Instrumenten. (bei 35 Grad, mit 25 Kilogramm Gepäck auf dem Rücken und von Moskitos umschwärmt)
Siehe auch Fotosammlung Indianer

Sivam: Urwald-Überwachung aus der Luft

Im Juli 2002 hat Präsident Cardoso ein umstrittenes flächendeckendes System zur elektronischen Überwachung des Amazonas-Regenwaldes in Brasilien eingeweiht. Sivam besteht aus 30 Flugzeugen und Radarsystemen, deren Sensoren mit 87 Empfangsstationen verbunden sind. Das System überwacht auf 5,5 Millionen Quadratkilometern die Landnutzung und die Aktivitäten illegaler Holzfirmen und der Drogenmafia.

Privatisierung des Urwaldes

März 2006: Präsident Lula da Silva unterzeichnet ein Gesetz , das der illegalen Landaneignung und Holzgewinnung Einhalt gebieten soll. In den nächsten 10 Jahren sollen 3% des Urwaldes privatisiert werden. Die Lizenzen sollen 5- bis 40-jährige Laufzeiten haben und die Holzfirmen zur umweltfreundlichen Verwaltung ihres jeweiligen Gebietes verpflichten. Greenpeace begrüßt dieses Gesetz. Es bestehen aber Zweifel, ob die Regierung die Mittel hat, die Kontrollen durchzuführen. Zudem muß die Korruption stärker bekämpft werden.

Argentinen stellt Reservat unter Schutz

Nachdem Greenpeace mehrere Monate zusammen mit den Wichi Indianern für das Naturschutzgebiet General Pizarro in Argentienen gekämpft hat und die Bulldozer gestoppt hatte, wird dies im Okt 2005 wahr: 21.300 Hektar werden vor der Abholzung für Soja Plantagen bewahrt, die Indianer dürfen dort bleiben. Aber es bleibt noch viel zu tun, denn außerhalb des neuen Nationalparks gehen die Abholzungen weiter.

Greenpace blockiert Holzfäller

August 2005: Eine illegale Sraße führt durch die unter Naturschutz stehenden Wälder von Altamira in Brasilien. Sie wird von Holzfällern zum Abtransport illegal geschlagener Bäume benutzt. Auf dieser 135 Kilometer langen Straße gibt es jetzt kein Durchkommen mehr: Greenpeace-Aktivisten haben ein Tor aufgebaut, dessen Schlüssel sie der brasilianischen Umweltschutzbehörde IBAMA übergeben haben.

Urwaldschutz in Europa / Deutschland

Deutschland unterstützt Brasilien beim Urwaldschutz

Im Mai 2003 hat die deutsche KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) dem brasilianischen Umweltministerium 66 Millionen Dollar übergeben! Es wird eingesetzt für ökologische Waldwirtschaft, Schutz von Indianer-Reservaten und Feuer Bekämpfung.

Ende April 2005 berät der Bundestag über einen Gesetzesentwurf von Jürgen Trittin, der die Vermarktung von Holz und Holzprodukten verbietet, wenn das Holz in Urwäldern illegal eingeschlagen wurde. Den Vermarktern drohen Beschlagnahme der Ware sowie Bußgelder. Vermarkter müssen belegen, dass das Holz nicht illegal in Urwäldern geschlagen wurde. Die Bescheinigung einer vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) anerkannten Zertifizierungsstelle soll als Nachweis gelten.

Während sich vor der Wahl noch CDU und SPD für diesen Gesetzesentwurf der Grünen aussprachen (die FDP war schon immer dagegen) wird es von der großen Koalition im Okt 2006 endgültig abgelehnt. Und das obwohl die einheimische Forstbranche profitieren würde, wenn das illegale Holz mit seinen Dumpingpreisen keinen Preisdruck mehr ausüben könnte.

Schiffsaktionen in Europa

Die Käufer des illegal geschlagenen Urwaldholzes sind Firmen in Europa, USA, Japan...

Deshalb hat Greenpeace in den letzten Monaten etliche Schiffe, die mit Baumstämmen, Schnittholz oder Zellstoff aus Urwaldzerstörung beladen waren, bei der Einfahrt in den Hafen gehindert. Die Schiffe wurden beim Anlegen und Entladen behindert, Greenpeace Aktivisten kletterten auf die Entladekräne und besetzten sie, ketteten sich an Entladerampen und Anker und hängten Banner auf.

Ein paar Beispiele:
Im Juli 2000 protestierte Greenpeace gegen den Holzfrachter "MV Aegis", der 500 Baumstämme aus Kamerun geladen hatte, im größten Tropenholzhafen Deutschlands, Nordenham. In Kamerun werden 40% des Holzes illegal eingeschlagen.

Im März 2002 wurde der Mahagonifrachter "Enif" an der Einfahrt in den Hamburger Hafen gehindert. Er hatte 300 Kubikmeter illegal geschlagenes Mahagoni-Holz aus dem Amazonasgebiet geladen. An den Entladekränen wurden Transparente mit der Aufschrift «Stoppt Urwaldzerstörung» befestigt.

Im selben Monat wurde im Lübecker Hafen der Frachter "Finnhawk" 20 Stunden lang besetzt, der Zellstoff aus finnischer Urwaldzerstörung an Bord hatte. Greenpeace Kletterer hingen unter der Herrenbrücke über dem Fluss Trave, so dass die Zug-Brücke nicht geöffnet werden konnte und das Schiff nicht in den Hafen einlaufen konnte. In Finnland existieren nur noch weniger als 5% der ursprünglichen Urwälder.

Ähnliche Aktionen fanden statt in Italien, Spanien, Niederlande, Frankreich, Groß Britannien...

Deutsche Firmen und Waffenhändler

Die deutschen Firmen Danzer (Reutlingen), Fritz Offermann (Getmold bei Osnabrück), Feldmeyer (Hemsbünde bei Bremen) und HBT Holzhandel (Steyerberg bei Hannover) kaufen Holz von liberianischen Holzfirmen, die rücksichtslos die letzten Urwälder Westafrikas plündern und mit dem Gewinn Waffenhandel betreiben.

Tropenholz Sägewerk Offermann besetzt

Die Firma Offermann in Preußisch-Oldendorf gleicht einem Urwald Friedhof. Im Hof der Firma liegen 1000 Jahre alte Baumriesen aus Afrika. Jeder sechste nach Deutschland importierte Stamm aus tropischen Urwäldern wird hier zersägt. Viele der Hölzer werden zu Musik-Instrumenten verarbeitet, aber auch Türen, Fenster, Parkettfußböden.

70 Greenpeace Aktivisten haben die Firma 10 Tage lang besetzt, die Baumstämme bemalt mit "Stoppt die Urwaldzerstörung" und "Africa Crime" und von Offermann gefordert:

  • Schluss mit dem Handel von Holz aus Urwaldzerstörung
  • Kündigung der Verträge mit Waffenhändlern
  • Nur noch Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft zu kaufen (z.B. Holz mit FSC-Zertifikat).

Sogar die Polizei unterstützte die Aktion und hat den Aktivisten jeden Morgen Brötchen vorbeigebracht!

 

Urwaldfriedhof Offermann

Greenpeace Aktion bei Tropenholz Sägewerk Offermann, Preußisch Oldendorf

© Greenpeace Deutschland

 
EU Aktionsplan

Allein in die EU werden jährlich Holzprodukte aus illegalen Quellen im Wert von 1,2 Milliarden Euro importiert. Geschäfte mit illegalem Holz sind in der EU nicht verboten. Den betroffenen Staaten gehen etliche Milliarden Dollar an Steuereinnahmen verloren.
Die EU hat am 21. Mai 2003 einen Aktionsplan vorgeschlagen, mit dem sie dem illegalen Holzeinschlag und dem Handel mit Holz aus Konfliktregionen begegnen will. Aber: Der Plan ist völlig unverbindlich und damit wirkungslos.

Greenpeace fordert Bundeskanzler Schröder dringend auf, sich dafür einzusetzen, den Aktionsplan zu verschärfen, damit Umwelt-Verbrechern wie Offermann das Handwerk gelegt wird.

Es ist allerdings ein großer Erfolg, dass im Mai 2003 der UN-Sicherheitsrat immmerhin ein Holzexport-Embargo für Liberia festsetzte. Seit 2000 hat Greenpeace wiederholt die Zusammenhänge der Holz-Mafia mit dem Waffenhandel aufgezeigt.

Okt. 2005: Die Europäische Union will mit neuen Einfuhrzertifikaten gegen den illegalen Holzeinschlag vorgehen. Diese sollen nicht nur die ökologischen Schäden sondern auch die Korruption in den Erzeugerländern eindämmen. Durch illegalen Einschlag gehen den Regierungen dieser Länder jährlich10 Milliarden Euro Einnahmen verloren.

Greenpeace Aachen kennzeichnet Urwaldholz im Bahr Baumarkt

Während man heute kaum noch Produkte oder Hölzer aus tropischen Regenwäldern in deutschen Baumärkten findet, wird immer noch viel Holz aus den nordischen Urwäldern verkauft.

Im Bahr-Baumarkt fanden wir Bretter, die nachweislich im russischen Hafen "Archangelsk" verladen wurden, wo zu 100% Holz aus Raubbau an Russlands letzten Urwäldern umgeschlagen wird. Diese wurden von uns mit Aufklebern "Finger weg! Urwaldzerstörung" beklebt. Der Leiter der Aachener Filiale sicherte uns zu, in Zukunft auf die Herkunft seiner Produkte zu achten. Zeitgleich fand diese Aktion in 20 weiteren Bahr-Märkten auch in anderen Städten in Deutschland statt.

Betrug im Baumarkt

Februar 2004: Greenpeace deckt bundesweit in Baumärkten Bauhaus, BayWa, Hagebau, Marktkauf, Obi, Praktiker, Marktkauf und Toom einen Betrug auf: Fichtenholz aus russischer Urwaldzerstörung ist mit dem Logo "Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft - Gewachsen in Deutschlands Wäldern" gekennzeichnet.

Greenpeace verdächtigt die bayrische Firma Rettenmeier das Fichtenholz unter falschem Label verkauft zu haben. Dr. Josef Rettenmeier sitzt im Ministerium für Verbraucherschutz.

Das Holz stammt aus dem russischen Archangelsk, wo jährlich Holz des Volumens von 10.000 LKWs aus den letzten Urwäldern Russlands verschifft wird. Greenpeace reichte bei der Staatsanwaltschaft Anzeigen wegen Betrug ein.

März:
Alle Märkte bis auf Toom haben das falsch gekennzeichnete Fichtenholz inzwischen aus dem Sortiment genommen.

Umweltfreundliches Parkett im Obi Baumarkt

Im Sept. 2002 hat das Pure-Fertigparkett von Sanforst das Siegel "Empfohlen von Greenpeace" erhalten. Es ist ab sofort in allen Obi Baumärkten zu haben. Es stammt aus FSC-zertifizierten heimischen Wäldern. Die Harthölzer Buche, Eiche, Roteiche oder Esche werden mit ungiftigem Leim in 3 Schichten verklebt. Die Oberflächen sind nicht lackiert, sondern geölt, damit das Holz atmen kann. Die 118 cm langen Dielen sind leicht zu verlegen.

Recycling Papier in Schulen

Bundesweit gab und gibt es Greenpeace Aktionen an Schulen, um Lehrer und Schüler für den Einsatz von Recycling Papier zu gewinnen. Die erste "Schule für den Urwald" wurde die Grundschule in Riesa. In Aachen-Brand hat sich die Karl-Kuck-Schule als erste dazu verpflichtet, beim Kauf von Möbeln und Papier keine Materialien aus Urwaldzerstörung zu verwenden. Sie war damit auch die erste in NRW. In letzter Zeit kamen weitere Schulen hinzu.

Das Projekt "Schule für den Urwald" läuft weiter. Interessierte Lehrer können sich bei uns melden.

Weitere Infos siehe unser Team 50+ Seite.

 

Greenpeace Aktion erste Schule für den Urwald in Riesa

© Greenpeace Deutschland

 
Tropenholzfenster im deutschen Bundestag

August 2005: Für den Bundestag wurden 500 Fenster aus Merantiholz beschafft. Die Bundestagsverwaltung hatte dabei auf eine Bescheinigung des Herstellers verwiesen, wonach das verwendete Holz angeblich aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammen sollte. Greenpeace machte darauf aufmerksam, dass Merantiholz aus Indonesien praktisch ausschließlich aus illegalem Holzeinschlag kommt, für den die Papiere nachträglich gefälscht werden. Im November kam dann das ARD-Magazin Monitor mit einer Reportage, die dies bestätigt. Später fordert die SPD dann ein EU weites Importverbot für tropisches Bauholz.

Berliner Urwaldtage

Ende März 2002 hat Greenpeace in Berlin 150 Abgeordnete besucht, um sie über die globale Urwaldkrise zu informieren. Den Politikern wurden im persönlichen Gespräch die Kernforderungen zum Schutz der letzten Urwälder vorgestellt und sie wurden gebeten, sich während des Urwaldgipfels in Den Haag für ein umfassendes Programm zum Schutz der Urwälder einzusetzen.

Deutsche Bahn stellt um auf FSC

Aufgrund der mehrjährigen Greenpeace Lobbyarbeit beschließt die Deutsch Bahn AG, in Zukunft nur noch Hölzer und Papier aus FSC-zertifizierter Forstwirtschaft einzukaufen (z.B: Bahnschwellen und Tickets).

UN-Urwaldgipfel in Den Haag

April 2002:
In Den Haag überreichten 200 "Kids for forests" (Greenpeace Kindergruppen) 90.000 Unterschriften, die sie gesammelt hatten.

Während der 12 tägigen Konferenz haben die Umweltminister aus 180 Staaten zwar erstmals ihren politischen Willen erklärt, das weltweite Artensterben bis zum Jahr 2010 zu stoppen - sie beschlossen ein Wald-Arbeitsprogramm mit 130 Maßnahmen zum Waldschutz - doch ließen sie offen, bis wann diese Maßnahmen umgesetzt sein sollen und vor allem wie sie finanziert werden können.

Ausgerechnet Brasilien, Kanada und Malaysia blockierten massiv ein aktions-orientiertes Programm zum Schutz der Urwälder.

Dagegen haben Deutschland und Frankreich eine gemeinsame Initiative zum Schutz des Regenwalds in Kongo vorgestellt.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) und sein französischer Kollege Yves Cochet schlugen die Einführung von Umweltzertifikaten für legal gefälltes Holz aus der Kongo-Region vor. Greenpeace begrüßt die deutsch-französische Initiative, warnt jedoch davor, die Verantwortung nicht an die Privatwirtschaft abzugeben.

 

Greenpeace Aktion Den Haag

Urwälder Greenpeace Aktion mit aufblasbaren Tieren

© Greenpeace Deutschland

 

 

Für jeden der 7 Urwälder der "fantastischen Sieben" steht symbolisch
jeweils ein vom Aussterben bedrohtes Tier: (von links nach rechts)

Jaguar

Amazonas

Orang-Utan

Asien

Braunbär

Russland

Huemul (Andenhirsch)

Chile

Waldelefant

Afrika

Tiger

Sibirien

Wolf

Kanada

 

UN-Konferenz über Biologische Vielfalt gescheitert

Brasilien, März 2006: Die UN-Konferenz (CBD) ist wie ein großer Dampfer ohne Kapitän inmitten eines Unwetters. Die 188 Mitgliedsstaaten wollen kein Geld zur Verfügung stellen um das Artensterben in Urwäldern und Meeren zu verringern. Es gibt keine Maßnahmen gegen illegalen Holzeinschlag oder den Handel mit illegal gefälltem Holz. Auch die Biopiraterie (Patentierung von Lebewesen) wird nicht gestoppt.

Weltweite Wald Erfolge

  • Die Deni Indianer (s.o.) haben nun ihr 1,5 Millionen Hektar großes Stammesgebiet markiert. Es ist jetzt offiziell vor Holzfällern und Goldsuchern sicher.
  • British Columbia hat den Einschlagstopp für den Great-Bear Urwald in Kanada bis Ende 2004 verlängert und somit vorläufig eine Million Hektar vor der Motorsäge bewahrt.
  • Als erster Verlag weltweit druckte Raincoast Books in Kanada den 5. Band von Harry Potter ausschließlich auf Altpapier. 30.000 Bäume wären sonst für den Bestseller verbraucht worden. Immer mehr Verlage folgen diesem Vorbild. (Siehe unsere Recyclingpapier Seite)
  • Die Regierung im russischen Verwaltungsgebiet Archangelsk (s.o.) will den Wald auf der Onega-Halbinsel unter Schutz stellen - ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zum Nationalpark.
  • Brasiliens Präsident da Silva verkündet strenge Maßnahmen zum Schutz des Mahagonis. Der wertvolle Baum darf nur in nachhaltig bewirtschafteten Waldgebieten geschlagen werden. Erlöse aus dem Verkauf von beschlagnahmtem illegalem Holz sollen Gemeinden und Indianern in Amazonien zugute kommen.
  • Das brasilianische Militär soll die Beamten der Umweltbehörde Ibama u.a. bei der Suche und Bekämpfung illegaler Landbesetzungen im Amazonasgebiet unterstützen. Die Regierung in Brasilia stellt dafür 120 Mio. Euro für 2004 zur Verfügung nachdem eine Auswertung von Satellitendaten einen Anstieg der Urwaldzerstörung zeigte.
  • Die rot-grüne Bundesregierung unter Schröder arbeitete an einem Urwaldschutz-Gesetz, das den Besitz, Kauf und Verkauf von illegalen Hölzern verbietet. Sowohl das Rohmaterial als auch die daraus hergestellten Produkte sollen beschlagnahmt werden können. (Anmerk. Das Gesetz wurde von der nachfolgenden Merkel Regierung abgeschmettert. Die deutsche Holzwirtschaft feierte die Ablehnung als Folge einer gut gelungenen Lobbyarbeit in Berlin.)
  • Januar 2006: 59 Staaten unterzeichnen ein Abkommen, nach dem künftig Verbraucher an einem Label erkennen können, ob Holz aus Urwaldzerstörung stammt.
  • Januar 2006: Die EU sichert 38 Millionen Euro für afrikanische Tropenwälder zu (Ecofac-Programm)
  • März 2006: Die Regierungen Indonesiens, Malaysias und Bruneis starteten auf der UN-Konferenz über Biologische Vielfalt (CBD) eine Initiative für den Erhalt des "Heart of Borneo": 220.000 Quadratkilometer sollen unter Schutz gestelt werden.
  • Mai 2006: Nicaraguas Präsident ruft den wirtschaftlichen Notstand aus: Er untersagt in 4 Provinzen des Landes von sofort an die Rodung, den Transport und die Verarbeitung von Holz. Um gegen illegalen Holzeinschlag vorzugehen, werde auch die Armee eingesetzt.
  • Juli 2006: Aufgrund einer groß angelegten Greenpeace Campagne stimmten die weltweit führenden Soja-Händler Cargill, Bunge, Adm und Maggi zu, in den nächsten 2 Jahren kein Soja mehr einzukaufen, das von neu angelegten Feldern stammt, für die Regenwald vernichtet wurde. Zuvor hatten McDonald's, Marks&Spencer, El Corte Ingles, Ritter-Sport und Tegut eine Greenpeace-Initiative unterstützt. Sie haben von den Soja-Händlern Maßnahmen gefordert, die Urwaldzerstörung für den Anbau von Soja zu stoppen und damit gedroht, sich ansonsten andere Lieferanten zu suchen.
  • Dez 2006: in der russischen Republik Karelien (an der Grenze zu Finnland) wird der Nationalparkes Kelavalski (Größe von 74.400 ha) eingerichtet. Greenpeace hatte jahrelang dafür gekämpft.
  • Dez 2006: Brasilien stellt weitere 16 Millionen Hektar Amazonas-Regenwald im Bundesstaat Pará unter Schutz. Das Gebiet ist so groß wie Portugal und Irland zusammen!

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