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Newsletter 02/11

8.11.2002

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Inhalt:
  1. Dieselruß macht Krebs / 13. November in Aachen
  2. Atommüll-Endlager am Holzgraben
  3. Esso: Große Aktion in Luxemburg
  4. Recyclingpapier
  5. Ökostrom: In Aachen uninteressant?
  6. Termine
  7. Externes: Buy Nothing Day

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Liebe Leserinnen und Leser,

weil es diesmal wieder eine Menge Einzelpunkte zu berichten gibt, versuche ich mich in der Tugend der Kürze. Dennoch wird der Newsletter diesmal etwas länger.

Mit umweltfreundlichen Grüßen

Karl Wehrens

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  1. Dieselruß macht Krebs – unnötigerweise

Rußfilter und Umweltschwein in Aachen

Gegen die Weigerung der Autoindustrie, mit einfachen Filtern gefährlichen Dieselruß in den Abgasen zu vermeiden, demonstriert Greenpeace am Mittwoch, den 13. November an verschiedenen Orten in Aachen. Die Aktivisten präsentieren einen mit einem Dieselrußfilter nachgerüsteten Mercedes C 220 CDI und einen zum "Diesel-Schwein" umgestalteten Mercedes-Serienwagen. Der Rußvergleichstest beider Fahrzeuge zeigt eindeutig, dass die Krebs erzeugenden Partikel mit einfacher Technik zurückgehalten und entsorgt werden können.

Die Fahrzeuge werden

Von 10.00 bis 11.30 Uhr am Elisenbrunnen und

von 15.00 bis 17.00 Uhr auf dem Markt (wenn der Weihnachtsmarkt keinen Platz lässt, auf dem Münsterplatz) vorgeführt.

Dieselruß verursacht jährlich Tausende Todesfälle durch Lungenkrebs und ein mehrfaches davon an anderen Gesundheitsschäden, vorwiegend Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Er könnte aber schon lange aus den Abgasen deutscher Diesel-PKW gefiltert werden. Nutzfahrzeuge werden seit Jahren mit der entsprechenden Technik ausgerüstet. Die Firma PSA baut zudem seit zwei Jahren serienmäßig Filter in einige Modelle von Citron und Peugeot ein. Die deutsche Autoindustrie begründet ihre Weigerung, die Technik zu übernehmen, mit dem Hinweis auf angeblich bessere, aber erst zukünftig verfügbare Reinigungssysteme.

Zum Schutz der Menschen fordert Greenpeace, nicht auf eine Technik von morgen zu verweisen, sondern schon heute alle Diesel-Neuwagen mit Filtern auszustatten und ältere Fahrzeuge nachzurüsten. Außerdem sollte die Bundesregierung die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen durch Steuervergünstigungen unterstützen.

Weiteres zu Dieselruß finden Sie auf unserer Homepage unter www.greenpeace-aachen.de.

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2. Greenpeace baut Endlager für Atommüll am Holzgraben

Am Samstag, den 9. November protestiert die Greenpeace-Gruppe Aachen am Holzgraben gegen die Pläne, den Salzstock Gorleben als Atommüll-Endlager auszuweisen und gegen die für den 11.11. angekündigten Castortransporte nach Gorleben. Neben dem Infostand baut Greenpeace aus Brettern ein improvisiertes Atommüllendlager um Atomfässer auf. Damit soll die angebliche "Sicherheit" des vorgesehenen Endlagers symbolisiert werden.

Der Salzstock in Gorleben hat kein durchgehendes Deckgebirge, Verbindungen zwischen Lagerstätte und Grundwasser führenden Schichten können nicht ausgeschlossen werden. Dadurch ist es möglich, dass künftig radioaktive Substanzen freigesetzt werden. Spätestens seit Mitte der achtziger Jahre ist klar, dass Gorleben unsicher ist und als Endlager nicht in Frage kommt.

Greenpeace fordert auch eine Beendigung der Castortransporte nach Gorleben. Wenn im Zwischenlager Gorleben erst Hunderte Castorbehälter stehen, werden Sachzwänge geschaffen, die Behälter dann später doch im Gorlebener Salz zu versenken. Das ist nach Umweltgesichtspunkten unverantwortlich.

Es wird gerne verschwiegen, dass der Salzstock Gorleben im Jahre 1977 vom damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht aus rein politischen Gründen zum Endlagerstandort erklärt wurde. Mit den Worten "Da wird sich die Ostzone schön ärgern!" hatte Albrecht das Elbdorf an der Grenze zur DDR entgegen den Empfehlungen der wissenschaftlichen Findungskommission als Endlagerstandort ausgesucht. Spätestens seit Mitte der achtziger Jahre ist klar, dass der Salzstock hochradioaktive Abfälle nicht ausreichend vor der Umwelt abschirmen kann. Trotzdem hält auch die rot-grüne Bundesregierung am Standort Gorleben fest.

Ein großer Teil des deutschen Atommülls landet über den Umweg "Wiederaufarbeitung" im Zwischenlager Gorleben in Niedersachsen. Am 11. November sollen weitere 12 Behälter aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague nach Gorleben transportiert werden.

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3. Esso: Große Aktion in Luxemburg

Am 25. Oktober gab es in Luxemburg den ganzen Tag lang einen Tank-Stop an allen Esso-Tankstellen: Etwa 650 Greenpeace – Aktivisten aus 31 Ländern hatten alle 26 Esso-Tankstellen besetzt. Mit dabei waren auch 5 Greenpeacer aus der Aachener Gruppe. Hintergrund ist die verantwortungslose Konzernpolitik von Exxon/Esso, die unter anderem aktiv Klimaschutzmaßnahmen bekämpft und den US-Präsidenten Bush in seiner anti-ökologischen Einstellung bestärkt. Wir haben in den vergangenen Rundbriefen über Hintergründe berichtet. Mehr gibt es auch auf unserer Homepage unter www.greenpeace-aachen.de.

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4. Recycling-Papier

Da wir wieder zum Thema Recyclingpapier (RC-Papier) aktiv sind, hier noch einmal etwas

Grundsätzliches:

Der immer weiter wachsende Papierhunger der Industrienationen – auf jeden Deutschen entfällt pro Jahr ein Papierberg von über 200 Kg! – kostet nicht nur viel Energie und schädigt die Gewässer. Vor allem fallen ihm riesige Flächen primärer Urwälder unwiderruflich zum Opfer. Dagegen gibt es zwei selbstverständliche Rezepte:

  • Papier Sparen
  • Verwendung von Recyclingpapier.

Die Vorteile von RC-Papier liegen auf der Hand:

  • Es wird kein Urwald zerstört. Statt dessen kann man auf einen als Abfall massenhaft vorhandenen Rohstoff bei nur geringen Transportwegen zurückgreifen.
  • Die Verbrauchswerte von Energie und Frischwasser sind bis zu einem Vielfachen geringer als bei der Produktion von Frischfaserpapier. Die Abwasserbelastung ist auch nur gering: eine biologische Klärung reicht aus.

Die angeblichen Qualitäts-Nachteile von RC-Papier sind längst ausgeräumt. Die Qualität in Bezug auf Alterungsbeständigkeit, Beschreibbarkeit und Alltagstauglichkeit ist nachgewiesen. Das haben zum Beispiel das Bundesamt für Materialforschung (BAM) und die "Stiftung Warentest" festgestellt

Leider ist derzeit RC-Papier im Einzelhandel wieder teurer, als Frischpapier. Das hat mit der stark gesunkenen Nachfrage zu tun. Steigt sie wieder, werden auch die Preise wieder sinken. Denn, in großen Mengen produziert, ist RC-Papier nachgewiesenermaßen auch preislich günstiger.

Ein Grund für die sinkende Nachfrage von RC-Papier ist auch die große Vielfalt von "Öko-Siegeln", die den Verbraucher auf eine falsche Fährte führen. Tatsächlich gibt es nur sehr wenige Siegel, die Recyclingpapier und umweltverträgliche Produktion garantieren. Das gängigste davon ist der bekannte Umweltengel. Weitere – echte und unechte Ökosiegel finden sich auf unserer Homepage (s.u..) und auf einem Merkblatt, dass Sie bei uns erhalten können.

Aktuelles:

Unser TeamfünfzigPlus möchte – in Zusammenarbeit mit unserer Jugend-AG - eine Aufstellung über Geschäfte erarbeiten, in denen in Aachen Produkte aus RC-Papier zu erhalten sind. Diese Aufstellung soll dann veröffentlicht werden. Hier gibt es noch Möglichkeiten zur Mitarbeit!

  • Wer möchte im TeamfünfzigPlus mitarbeiten?
  • Wer hat Informationen über Händler in und um Aachen, die Produkte aus RC-Papier anbieten?

In beiden Fällen wende man sich an

Sabine Rosenbrock.

Weiteres zu Recyclingpapier und eine vorläufige Aufstellung über Händler, die entsprechende Produkte anbieten, finden sie auf der Wald-/Papier-Seite unserer Homepage unter

www.greenpeace-aachen.de.

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5. Ist Ökostrom für Aachener uninteressant?

Am 30. Oktober meldete der WDR, dass im Bereich Aachen-Düren-Heinsberg insgesamt nur 140 Kunden Ökostrom bezögen. Der Löwenanteil davon entfalle auf die STAWAG mit 125 Kunden.

Das kann nicht stimmen, denn im Bereich in und um Aachen beziehen allein 125 Kunden Ökostrom von Greenpeace Energy. Da es noch weitere Ökostrom-Anbieter gibt, dürften die Zahlen um ein Mehrfaches höher sein. Nach Rücksprachen mit dem zuständigen Redakteur stammen die Angaben von einer Energie-Agentur. Man wird neu recherchieren, wir werden über die Ergebnisse berichten.

Insgesamt sind die Zahlen – bei insgesamt 500.000 Stromkunden – natürlich so oder so noch nicht zufriedenstellend. Auffallend ist, dass fast alle genannten Ökostrom-Kunden in Aachen leben. In den übrigen Städten und den Kreisen der Region beziehen leider nur eine Handvoll Kunden ökologisch erzeugten Strom.

Übrigens: der Umstieg zu einem ökologischen Energieversorger ist kinderleicht. Allerdings muss man unterscheiden:

  • Pseudo-Ökostrom: man bleibt beim alten Stromversorger, bezahlt einen Aufschlag zum normalen Strompreis, und nur dieser Aufschlag fließt, manchmal auch nur teilweise, in die Finanzierung regenerativ erzeugten Stromes. Man bezahlt ansonsten, wie vorher, für Kohle- und Atomstrom. Nach diesem Modell funktioniert der Grüne Strom der STAWAG
  • Echter Ökostrom: man wechselt zu einem entsprechenden Anbieter, der nur Strom aus umweltfreundlichen, vor allem erneuerbaren Quellen bereit stellt. Hier wird der gesamte Gewinn in umweltfreundlich erzeugte Energie gesteckt. Man bezahlt keinen Cent für Kohle- oder Atomstrom. Nach diesem Modell funktioniert Greenpeace energy.

Sind Sie schon Ökostrom-Kunde? Infobroschüren von Greenpeace Energy mit Anmeldungs-Antrag können wir Ihnen zusenden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter www.greenpeace-aachen.de

oder bei Greenpeace energy: www.greenpeace-energy.de

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5. Termine:

Montag, 18.11.2002 20.15 Uhr

Klimakollaps und Wetterextreme - Wir sind mittendrin / Vortrag

VHS Peterstraße 21-25 (Bushof), Raum 211

 

Montag, 9.12.2002 20.15 Uhr

Piratenfisch auf unserem Tisch

Weltweit plündern Fangschiffe ohne Namen, Flaggen oder sonstige Erkennungszeichen die Meere. Sie fangen illegal wertvolle Fischarten und verkaufen den gewilderten Fisch in Japan, den USA und bei uns in Europa. Die Überfischung der Weltmeere durch Piratenfischer trägt maßgeblich zum Zusammenbruch der Fischbestände und ganzer Ökosysteme in den Ozeanen bei. Indem wir den gewilderten Fisch kaufen, sind wir mit verantwortlich. Doch was können wir tun? Welchen Fisch können wir noch kaufen?

Greenpeace zeigt in diesem Dia-Vortrag die Probleme, Greenpeace-Aktionen und Lösungsmöglichkeiten.

Referentin: Martine Hardy

VHS Peterstraße 21-25 (Bushof), Raum 211

Kostenfrei

 

Dienstag, 10.12. 19-20 Uhr

Mitmachen bei Greenpeace: Infostunde für Interessierte

im Greenpeace-Büro, An der Schanz 1

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Externes:

6. Buy Nothing Day am 29. November

Wie bereits seit 11 Jahren, findet am letzten November-Freitag, am Freitag nach dem US-amerikanischen Thanksgiving, der Buy Nothing Day statt. Weltweit beteiligen sich hunderttausende an Veranstaltungen, wie Konzerten, Dichterlesungen, Straßentheater und anderem. Zentrales Anliegen dieses Tages ist aber, das eigene Konsum-Verhalten zu hinterfragen und nichts einzukaufen.

Der Buy Nothing Day stellt die ausufernde Herrschaft des Konsums in Frage und soll eine einfachere, nachhaltigere Lebensweise fördern. Da viele unserer Umweltprobleme mit dem hemmungslosen Konsumieren oft unnützer Produkte zusammenhängen, ist diese weltweite Initiative aus unserer Sicht sinnvoll und unterstützenswert.

Näheres zum Buy Nothing Day finden Sie – in Englisch – auf der Homepage der Adbusters:

www.adbusters.org/campaigns/bnd.

Die Adbusters sind konsumkritische Werbefachleute v.a. in den USA, die mit ihren eigenen Mitteln speziell die Werbung mit vielen kreativen Ideen aufs Korn nehmen, oft durch Übertreiben und Lächerlich machen.

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Übrigens:

Wir würden uns freuen, wenn sich rasch noch mehr Interessierte an unserem Newsletter finden würden! Wer also noch jemand kennt, der sich für Greenpeace in Aachen interessiert: Email an Greenpeace Aachen.

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Wer den Newsletter nicht mehr erhalten möchte, schicke einfach eine Mail an mich zurück.

Und: Ich vermeide im Newsletter allzu umfangreiche Wiederholungen. Das kann natürlich dazu führen, dass "Neulingen" Informationen aus älteren Rundbriefen zum Verständnis fehlen. Auf Wunsch kann ich ältere Informationen nachliefern.

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Dr. Karl Wehrens

Greenpeace Gruppe Aachen

Welthaus, An der Schanz 1

www.greenpeace-aachen.de


 

Letzte Änderung: 2. Oktober 2010