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Presseerklärung vom 10. September 2011

Greenpeace: Der dreckigste Golf muss vom Markt
Greenpeace fordert von VW-Händlern mehr Einsatz für Klimaschutz

Aachen, 10. 9. 2011 – „VW – Das Problem“ steht auf den schwarzen Planen, mit denen Aktivisten von Greenpeace Aachen heute vor drei VW-Niederlassungen in Aachen einen Golf verhüllen. Damit machen die Umweltschützer darauf aufmerksam, dass das am meisten verkaufte Auto von VW, der Golf 1.4 Benziner, der mit Abstand  klimaschädlichste Golftyp ist. Außerdem fordern sie die Händler auf, sich beim VW-Konzern in Wolfsburg für mehr Klimaschutz und für Klimaschutztechnik ohne Aufpreis stark zu machen. Ähnliche Aktionen finden heute zeitgleich in 41 deutschen und 26 europäischen Städten statt, unter anderem in Frankfurt, Hamburg, Berlin, London und Paris.
„Für VW ist Klimaschutz reine Sonderausstattung und das darf nicht sein“,  sagt Simon Siemering von Greenpeace Aachen. „Damit verschläft der Konzern die Zeichen der Zeit und wird seiner Verantwortung als Europas größter – und vermutlich bald schon weltgrößter - Autohersteller nicht gerecht.“ VW hat mit „Blue Motion“ bzw. „Blue Motion- Technology“ zwar relativ wirksame Spritspartechniken entwickelt. Aber der Konzern verlangt dafür einen Aufpreis, der um ein Mehrfaches über den Herstellungskosten liegt. So fahren zurzeit nur sechs Prozent aller verkauften VW mit kompletter Spritspartechnik.

Der dreckigste Golf verbraucht  2,6 Liter mehr als seine klimafreundliche Variante

Beispiel Golf: Der meistverkaufte und billigste Golf verbraucht 6,4 Liter Benzin und kommt auf einen Kohlendioxidausstoß von 149 Gramm je Kilometer. Der Golf mit Spritspartechnik hingegen verbraucht 3,8 Liter Diesel und kommt so auf einen Kohlendioxidausstoß von nur 99 Gramm. Allerdings kostet er ca. 3000 Euro mehr. Daher steckt auch in der Golf-Reihe nur in wenigen Prozent der verkauften Autos die Spartechnik. Gerade weil VW einer der größten Autohersteller der Welt ist, führt diese Behinderung beim Einsatz der Spritspartechnik zu einer unnötigen und immens großen Klimabelastung durch Kohlendioxid. Greenpeace fordert von VW, den umweltschädlichen Golf 1.4 Benziner schnellstmöglich vom Markt zu nehmen.

„VW gibt sich immer als besonders umweltfreundlich. Aber viel davon ist reiner Schein, denn der Weltkonzern könnte wesentlich mehr umsetzten“, so Siemering. Beim Polo verlangt VW für die komplette Klimaschutztechnik zum Beispiel 1500 Euro extra, obwohl die Ausstattung in der Produktion nur wenige hundert Euro kostet. „Der VW-Konzern muss Klimaschutz endlich so ernst nehmen, wie er in seiner Werbung immer tut. Die entwickelte Spritspartechnik muss ohne Aufpreis in alle Fahrzeuge eingebaut werden“, fordert Siemering. „Klimaschutz ist darf keine Sonderausstattung bleiben. Außerdem sind wir uns sicher, dass auch die Verbraucher bei den heutigen Benzinpreisen lieber sparsame Autos kaufen würden. Die Aachener Händler sollen das nach Wolfsburg melden.“

 

Rückfragen bitte an Simon Siemering.

 

Letzte Änderung: 12. September 2011