Presseerklärung
vom 12.7.2010 der RWTH und Greenpeace Aachen
Klimaschutz durch Umstieg auf Recyclingpapier
RWTH folgt als Großverbraucher der Initiative zum Klima- und Urwaldschutz
Die RWTH Aachen hat ab 2010 die zentrale Papierbeschaffung vollständig auf Recyclingpapier umgestellt. Ab Januar wird von der Zentralen Hochschulverwaltung ausschließlich Recyclingpapier mit dem Blauen Engel ausgeschrieben. Mit diesem Schritt schloss sich die RWTH der Stadt Aachen in ihrer Initiative zum Klima- und Urwaldschutz an und folgte einem Vorschlag von Greenpeace Aachen. Diesen Umstieg besiegelten jetzt Vertreter von Greenpeace Aachen und der Hochschule.
Die RWTH verbraucht pro Jahr 30 bis 40 Millionen Blatt DIN A4-Papier; das sind etwa 150 bis 200 Tonnen Papier. Bei 30 Millionen Blatt bedeutet dies eine Einsparung von fast 5 Millionen Liter Wasser und 26 Tonnen CO2 pro Jahr. Darüber hinaus müssen bei 30 Millionen Blatt – je nach Berechnungsmethode - etwa 1.040 bis 1.400 Bäume nicht gefällt werden. Da zur Herstellung von Frischfaserpapier sehr oft Zellstoff verwendet wird, der aus der Vernichtung von Urwäldern stammt, schützt die RWTH Aachen mit ihrem Schritt auch die letzten Urwälder.
Greenpeace Aachen arbeitet seit vielen Jahren zum Thema „Papier“ und hat im Jahr 2004 die Stadtverwaltung Aachen zum Umstieg auf Recyclingpapier bewegen können. Dem sind seither unter anderem die AOK Rheinland und Hamburg, die Sparkasse Aachen und der Caritasverband in Aachen gefolgt. Julius Vogt-Keller von Greenpeace Aachen freut sich über den Umstieg der RWTH: „Dies ist ein großer Erfolg für die Umwelt. Wir hoffen, dass dem nun noch andere Aachener Großverbraucher wie die Aachen Münchener Versicherung folgen werden – und dass sich das gute Beispiel der Großverbraucher auch auf das Einkaufsverhalten der einzelnen Menschen auswirkt.“
Bei der Herstellung von Recyclingpapierpapier werden einerseits wesentlich weniger Energie, Wasser und Chemikalien verbraucht als bei der Produktion von Frischfaserpapier. Auf der anderen Seite werden zur Gewinnung des Zellstoffs für Frischfaserpapier riesige Wälder vernichtet. Das hat katastrophale Auswirkungen auf die Artenvielfalt, den regionalen Wasserhaushalt und trägt mit fatalen Folgen für die Menschen maßgeblich zum Klimawandel bei.
Das moderne Recyclingpapier ist in seiner Qualität, was zum Beispiel Beschreibbarkeit, Druckqualität und Alterungsbeständigkeit betrifft, entgegen hartnäckigen Vorurteilen dem konventionellen Frischfaserpapier längst gleichwertig. Das ist von mehreren unabhängigen Stellen getestet worden. Um den Nutzern den Umstieg besonders leicht zu machen, wurden von der RWTH zwei Papiere mit einem hohen bzw. sehr hohen Weißheitsgrad beschafft, die sich auch optisch nicht von den konventionellen Frischfaserpapieren unterscheiden.
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