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Presseerklärung vom 12.11.2011

Leuchtender Protest für den Ausstieg aus Gorleben
Greenpeace-Aktivisten informieren über Anti-Castor-Demo im Wendland

Aachen, 12.11. 2011 – Greenpeace-Aktivisten protestieren heute von 17 bis 20 Uhr am Elisenbrunnen gegen den für das erste Adventswochenende geplanten Castortransport aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague in das niedersächsische Gorleben. Die Aktivisten informieren über die am 26. November geplante Großdemonstration im Wendland und geben  Auskunft zu Anlaufstellen für Übernachtung und Verpflegung. Bei Einbruch der Dämmerung (ab ca, 17.00 Uhr) starten die Aktivisten einen „vor-adventlich leuchtenden Protest“ mit einem Atommüllfass, Laternen und einem Neonröhren-X. Mit diesem Symbol der Castor-Gegner fordern die Aktivisten den Ausstieg aus dem geplanten Atommüll-Endlager in Gorleben.

Der Castor darf nicht rollen: Strahlung am Zwischenlager Gorleben zu hoch

„Dieser Castortransport darf  nicht nach Gorleben rollen“, sagt Arno Seeling, Energie-Ansprechpartner bei Greenpeace Aachen. „Der Strahlengrenzwert am Zwischenlager Gorleben wird in diesem Jahr überschritten. Die niedersächsische Landesregierung setzt sich hier über Recht und Gesetz hinweg“. Greenpeace hat vergangene Woche nachgewiesen, dass das zuständige niedersächsische Umweltministerium erhebliche Fehler bei der Berechnung der Strahlengrenzwerte gemacht hat. Eine Analyse der unabhängigen Umweltschutzorganisation ergab für das Jahr 2011 eine Strahlung oberhalb des Grenzwertes von 0,3 Millisievert pro Jahr. Dies hätte zu einem Einlagerungsstopp für weiteren hochradioaktiven Atommüll führen müssen. Das Ministerium ignorierte allerdings diese Berechnungen und gab bekannt, dass der nächste Castortranport rollen dürfe. Bislang werden bereits 97 Castoren aus der Wiederaufarbeitung im Gorlebener Zwischenlager verwahrt, da in Deutschland kein Endlager für hochradioaktiven Müll existiert.

Wenige Meter vom Zwischenlager entfernt baut die Bundesregierung an einem ihrer Meinung nach möglichen Endlager im Salzstock Gorleben. „Mit jedem Castortransport wird der Salzstock Gorleben als Endlagerstandort zementiert. Das dürfen wir nicht zulassen.“, so Seeling.  Gorleben ist aus geologischen Gründen als Endlager ungeeignet. Für den Salzstock gab es nie ein wissenschaftliches Auswahlverfahren. Unter dem Salzstock liegt das größte Erdgasvorkommen Deutschlands, darin gibt es bereits Laugenvorkommen. Ein sicherer Einschluss radioaktiver Stoffe kann nicht gewährleistet werden. Trotzdem halten Atomindustrie und Politik seit über 30 Jahren an diesem Standort fest.

Am 24. November soll nun der Transport von elf Castorbehältern aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins niedersächsische Wendland starten. Die elf Castoren beinhalten ein Vielfaches an Radioaktivität wie bei dem Super-GAU in Fukushima in die Umwelt gelangt ist. Ab 2014 sollen  außerdem weitere Transporte aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield (England) folgen.

 

Rückfragen bitte an Arno Seeling.

 

 

Letzte Änderung: 11. November 2011