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Presseerklärung vom 05. Juli 2013

93 weiße Grabkreuze gegen RWE Kohlepläne
Greenpeace: Regionalrat Köln muss Kohlekraftwerksprojekt in Niederaußem ablehnen

Aachen/Köln, 5. 7. 2013 - Aus Protest gegen den Bau eines weiteren Kohlekraftwerks stellten Greenpeace-Aktivisten heute Morgen vor dem Haupteingang der Bezirksregierung Köln 93 weiße Grabkreuze auf. Die Kreuze symbolisieren die zusätzlichen Toten, die das Kraftwerksprojekt BoAplus von RWE nach seiner Inbetriebnahme statistisch jährlich verursachen würde. Die Umweltschützer fordern damit den Regionalrat auf, das Kraftwerksprojekt abzulehnen. Als Voraussetzung für einen Bau will der Regionalrat in seiner heutigen Sitzung über die von RWE beantragte Regionalplan-Änderung in Niederaußem entscheiden. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, übergeben die Aktivisten dem Regionalrat 3200 Unterschriften gegen das RWE Kraftwerksprojekt BoAplus, die in den letzten Monaten in der Region Köln gesammelt wurden. „Wir fordern die Regionalratsmitglieder auf, sich für die Gesundheit der Menschen in Nordrhein-Westfalen einzusetzen und neuen Kohlekraftwerken eine Absage zu erteilen“, so Fabian Lippmann, Energieexperte von Greenpeace Aachen.

Die Umweltschützer halten ein gelbes Banner mit der Aufschrift „Kohlestrom gefährdet unsere Gesundheit“. Damit verweisen sie auf die Ergebnisse der erst kürzlich veröffentlichten Studie „Tod aus dem Schlot“ (PDF: http://gpurl.de/Kohle-Gesundheitsreport) des Instituts für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung (IER) der Universität Stuttgart. Die Gesundheitsgefahren der Kraftwerke entstehen durch giftige Emissionen von Feinstaub, Stickoxiden, Schwefeldioxiden und Schwermetallen. Neben den verfrühten Todesfällen wäre BoAplus der Studie zur Folge verantwortlich für jährlich 21.100 verlorene Arbeitstage durch feinstaubbedingte Atemwegserkrankungen, Herzinfarkte, Lungenkrebs und Asthmaanfälle.

BoAplus ist mit Klimaschutzgesetz des Landes Nordrhein-Westfalen nicht vereinbar

Entgegen der Versprechen von RWE haben sich die C02-Emissionen im Rheinischen Revier nicht vermindert, sondern in den vergangenen 15 Jahren um über neun Prozent erhöht. „Um die Ziele des NRW-Klimaschutzgesetzes einhalten zu können, müssen Kohlekraftwerke abgeschaltet statt weitere gebaut werden", so Fabian Lippmann. Das NRW-Klimaschutzgesetz schreibt eine Reduzierung der Treibhausgase von 25 Prozent bis 2020 vor.

„Durch BoAplus würden die Menschen in Nordrhein-Westfalen weitere 40 Jahre den gesundheitsschädlichen Emissionen ausgesetzt und die Klimaschutzbemühungen in NRW zunichte gemacht“, so Fabian Lippmann. Greenpeace fordert deshalb den Ausstieg aus der besonders dreckigen Braunkohleverstromung bis spätestens 2030. „Eine Investition von 1,5 Milliarden Euro in Erneuerbare Energien statt in Braunkohle wäre das Signal, das vom Rheinischen Revier ausgehen sollte.“

Der Regionalrat hat dann aber leider doch entschieden, dass die Kraftwerksfläche in Niederaußem erweitert werden soll.

Rückfragen bitte an Fabian Lippmann.

 

Letzte Änderung: 10. Juli 2013