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Presseerklärung vom 11. Juli 2015

Aktivisten protestieren für den Schutz der Arktis
Greenpeace Aachen sammelt Stoffreste für weltgrößten Putzlappen

Aachen, 11. 7. 2015 – Greenpeace-Aktivisten sammeln von 11:00 – 14:00 Uhr am Holzgraben Lappen für den größten Putzlappen der Welt. Der aus tausenden Lappen zusammen genähte Putzlappen soll symbolisieren, wie absurd es ist, zu glauben, die Arktis im Falle eines Ölunfalls, säubern zu können. Die Aktion, die Greenpeace auch offiziell beim Guinness-Buch der Rekorde angemeldet hat, hat einen ernsten Hintergrund: Shell will in diesem Jahr erneut vor der Küste Alaskas nach Öl suchen. Sollte Shell Öl finden und mit der Förderung beginnen, schätzt eine US-Regierungsbehörde (Bureau of Ocean Energy Management) die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen schweren Unfall auf 75 Prozent. „Trotz dieses enormen Risikos setzt Shell skrupellos die sensible Region aufs Spiel,“ sagt Johanna Siekmann, Pressesprecherin bei Greenpeace Aachen und fordert Shell auf, die Ölpläne in der Arktis aufzugeben.

Die Aktivität der Greenpeace Aachen ist Teil eines bundesweiten Aktionstages in ganz Deutschland. In über 50 Städten sammelten vergangenes Wochenende Aktivisten Putzlappen für Shell. Die Putzlappen – unterschrieben und mit einer Nachricht an Shell beschriftet – können auch per Post an Greenpeace geschickt werden. Weitere Infos

Shell gefährdet bereits mit den Probebohrungen tausende Wale und Robben. Die enorme Lärmbelastung unter Wasser durch seismische Tests, Bohrungen und Eisbrecher kann zur tödlichen Gefahr werden für viele, zum Teil bereits gefährdete Arten. Laut einer US-Behörde (National Marine Fisheries Service) darf der Ölkonzern in diesem Sommer 1662 Belugawale, 1038 Grönlandwale und 834 Grauwale stören sowie mehr als 25.000 Ringel- und 1722 Bartrobben, außerdem geringere Zahlen weiterer Arten. Unterwasserlärm stört die Kommunikation und Orientierung der Meeressäuger und könnte die Tiere aus ihren bevorzugten Futtergebieten vertreiben. Im Extremfall kann es sogar zu Todesfällen oder Massenstrandungen kommen.

Shell arbeitet mit störanfälliger Technik in der Arktis

Shell hat bereits 2012 in der Arktis nach Öl gesucht. Dabei kam es zu mehreren schweren Pannen und Unfällen vor der Küste Alaskas. Deshalb musste der Konzern in den vergangenen beiden Jahren seine Probebohrungen aussetzen. Bei der aktuellen Ölsuche ist auch das Bohrschiff “Noble Discoverer“ wieder mit dabei. Und erneut fällt das Schiff durch technische Unzulänglichkeiten und Probleme auf. Nach einer Inspektion Mitte April dieses Jahres durch die US-Küstenwache mussten Techniker ein defektes Gerät austauschen; bei einer zweiten Inspektion wurden weitere Auflagenverstöße festgestellt. „Das zeigt, wie verantwortungslos Shell sich in der Arktis verhält“, sagt Siekmann.

Rückfragen bitte an Johanna Siekmann.

 

Letzte Änderung: 18. Juli 2015