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Presseerklärung vom 29. August 2015

Werbung gegen Shells Öl-Bohrung in der Arktis
Greenpeace-Aktivisten konterkariert Werbeplakate des Konzerns

Aachen, 29. 8. 2015 – „Die Arktis ist zu kostbar, um Ölunfälle zu riskieren“ – das steht auf den Greenpeace-Aufklebern, die seit heute Morgen in Aachen auf Werbeplakaten des Öl-Konzerns Shell zu sehen sind. Die Aufkleber kontern den aktuellen Werbeslogan des Unternehmens, nach dem das Leben zu kurz sei, um Benzinpreise zu vergleichen. Die Klebe-Aktion wendet sich gegen Shells Ölbohrungen in der arktischen Tschuktschensee. Denn die harschen klimatischen Bedingungen bringen hohe Risiken mit sich: Die US-amerikanische Behörde „Bureau of Ocean Energy Management“ schätzt die Wahrscheinlichkeit für mindestens einen schweren Ölunfall auf 75 Prozent. Dennoch hat der Konzern bereits mit den Probebohrungen begonnen. „Shell versucht, mit einer Image-Kampagne von seinem riskanten Vorhaben und unverantwortlichen Profitstreben abzulenken“, sagt Björn Niehenke, Aktivist der Greenpeace-Gruppe Aachen. „Der Konzern spielt mit dem Leben zahlreicher Tiere und der Lebensgrundlage der Menschen, die in der Arktis leben.“

Die Arktis ist einer der letzten nahezu unberührten Naturräume der Welt und Heimat von Walen und Robben, Eisbären, Polarfüchsen sowie weiterer einzigartiger Tierarten. Die Region kühlt die Erdatmosphäre, weil die Eisflächen einen Großteil der Sonnenenergie reflektieren. Entwicklungen finden in der Kälte nur sehr langsam statt – dies gilt auch für den Abbau von Schadstoffen im Meer. Nach wie vor ist nicht klar, wie sich Öl im Falle eines Bohrunfalls aus den Eisschollen der Arktis entfernen ließe.

Widerstand gegen Ölbohrungen wächst

Schon in den vergangenen Monaten protestierten Greenpeace-Aktivisten gegen die Bohrpläne von Shell. Zuletzt hatten sich Kletterer an einer Brücke am Hafen von Portland/Oregon, USA, abgeseilt. Sie verzögerten das Auslaufen der „Fennica“, einem Eisbrecher der Shell-Flotte. Der „Fennica“ war auf dem Weg in die Arktis der Rumpf aufgerissen und sie musste umkehren, um das Leck reparieren zu lassen. Damit setzte Shell seine Pannenserie der vergangenen Jahre fort: 2012 war die Bohrplattform „Kulluk“ auf hoher See abgetrieben und gestrandet. Im gleichen Jahr wäre auch das Bohrschiff „Noble Discoverer“ fast havariert. „Shell ist den Gegebenheiten in der Arktis nicht gewachsen und sollte daher von Ölbohrungen Abstand nehmen“, sagt Niehenke.

Zunehmend gibt es auch andere kritische Stimmen: Prominente wie Pierce Brosnan, Judy Dench, Herbert Grönemeyer oder Udo Lindenberg sprechen sich unter dem Motto „Save the Arctic“ für den Schutz der Arktis aus. US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton verkündete, dass sie Arktis-Bohrungen skeptisch gegenüber stehe. Damit positioniert sich Barack Obamas mögliche Nachfolgerin gegen den aktuellen Regierungskurs ihrer Partei, die Shells Bohrungen genehmigt hatte.

Rückfragen bitte an Björn Niehenke.

 

Letzte Änderung: 7. September 2015