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Presseerklärung vom 3. März 2017

Greenpeace-Aktivisten demonstrieren in Aachen für bessere Stadtluft
Umweltschützer fragen Passanten nach Vorschlägen für andere Verkehrspolitik

Aachen, 3. 3. 2017 – Gegen die anhaltende Gesundheitsgefahr durch Dieselabgase demonstrieren Greenpeace-Aktivisten am morgigen Samstag bundesweit in 54 Städten, darunter Stuttgart, Köln und München. In Aachen informiert Greenpeace am Willy-Brandt-Platz unter dem Motto „Städte wollen atmen“ über die gesundheitlichen Folgen der Dieselabgase und spricht mit Passanten über Vorschläge für eine Verkehrswende in Aachen. „Dieselabgase gefährden die Gesundheit von Hunderttausenden von Stadtbewohnern“, sagt Greenpeace-Sprecherin Gesche Jürgens. „Die Städte müssen jetzt weg von Diesel- und Verbrennungsmotoren, hin zu ökologischeren Verkehrsmitteln wie E-Bussen, Fahrrädern und geteilten E-Autos.“

Mehr als die Hälfte der offiziellen Verkehrsmessstationen zeigten auch im vergangenen Jahr zu hohe Stickoxidwerte. Zwei Drittel der Stickoxide aus dem Verkehr stammen von Diesel-Pkw. Das Atemgift erhöht das Risiko für Asthma, Herzinfarkte sowie andere Herz-Kreislauferkrankungen und verursacht laut Europäischer Umweltagentur jährlich gut 10.000 vorzeitige Todesfälle in Deutschland. In Aachen lag, laut dem Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen, die Stickoxidbelastung im Dezember 2016 an der Wilhelmstraße bei 55 µg/m³. Ab einem Jahresmittel von 50 bis 75 µg/m³ geht das Landesamt von effekten auf die Atmung von Kindern aus.

Weil viele deutsche Städte seit Jahren den geltenden Grenzwert für Stickoxid verfehlen, hat die Europäische Union inzwischen ein Verfahren gegen Deutschland eingeleitet. Auch Anwohner klagen in mehreren Städten. Der wachsende Druck auf die Städte hat inzwischen einen politischen Streit entfacht: Die Landesregierung Baden-Württembergs, der Berliner Senat sowie die Umweltminister der Länder fordern, bundesweit eine blaue Plakette einzuführen. Mit dieser könnten Städte ältere Diesel-Pkw bei besonders hoher Luftbelastung fern halten. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sowie mehrere Ministerpräsidenten lehnen sie ab. Noch vor dem Sommer soll der Bundesrat über die Plakette abstimmen. “Mit der blauen Plakette lässt sich die Luft in Städten rasch verbessern. Wenn Ministerpräsidenten und der Verkehrsminister ihre Einführung blockieren, lassen sie die Städte mit ihren Luftproblemen alleine. Das wäre verantwortungslos“, sagt Jürgens.

Blaue Plakette mit Abstand wirksamstes Instrument für bessere Luft

Nach einem Gutachten des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg für die Stadt Stuttgart verringert die blaue Plakette als Erweiterung der Umweltzone Stickoxide am wirksamsten – um 95 Prozent. Der Vorschlag von Verkehrsminister Dobrindt, Busse, Taxen und Paketdienste auf Elektroantrieb umzustellen, würde die Stickoxidbelastung hingegen um lediglich 14 Prozent senken. Das Gutachten online

Immer mehr europäische Städte gehen gegen die Gesundheitsgefahr durch Stickoxide aus Dieselmotoren vor. Oslo hatte im Januar wegen schlechter Luft ein mehrtägiges Fahrverbot für Dieselautos verhängt. Madrid, Paris und Athen haben beschlossen, ab dem Jahr 2025 Dieselwagen in der Innenstadt ganz zu verbieten.

Rückfragen bitte an Andreas Schulze.

Letzte Änderung: 6. März 2017