Wälder
Fotosammlung
Ökologische Waldnutzung
Nutzung von Urwäldern
Zur Rettung der letzten Urwälder weltweit – einschließlich der tropischen Regenwälder – ist eine
Einbeziehung der Bevölkerung im Bereich dieser Wälder notwendig: wenn Sie keinen Nutzen
von den Urwäldern haben, haben sie auch keine Motivation zur Ihrer Schonung. Daher
ist es notwendig, vielerorts Methoden für eine Bewirtschaftung der Urwälder zu entwickeln,
durch die diese Urwälder nicht zerstört und gravierend verändert werden, sondern in ihrer
Grundstruktur erhalten bleiben. Dazu gehört auch, dass ausgewiesene Regionen von der
Bewirtschaftung gänzlich ausgeschlossen werden.
In Europa: Monotone Wirtschaftswälder
In Mitteleuropa, so auch in Deutschland, gibt es keine natürlich gewachsenen Wälder mehr. Die Urwälder wurden
in den letzten Jahrtausenden teils gerodet und in Siedlungs-, Verkehrs- oder Waldwirtschaftsflächen umgewandelt,
teils in Wirtschaftswälder. So ist Deutschland zu mehr als einem Viertel bewaldet; dabei handelt es
sich zum weitaus überwiegenden Teil um Forst bzw. Wirtschaftswälder. Ein kleiner Teil ist als Nationalpark vor
einer weiteren Nutzung geschützt.
Nicht nur durch Kahlschlag und Rodung sind Wälder gefährdet, sondern auch
durch ihre Umwandlung in Baumplantagen.
Ein Wald, nur zu dem Zweck der Holzernte angepflanzt, kann nicht mit einer komplexen natürlichen
Waldgemeinschaft verglichen werden.
Zwar werden in Deutschland die Wälder seit 200 Jahren nach dem "Nachhaltigkeitsprinzip" bewirtschaftet
d.h. es werden immer nur so viele Bäume geerntet, wie nachwachsen können, doch ökologische Aspekte wurden
lange Zeit völlig außer Acht gelassen. So zeigt es sich leider, dass viele Pflanzen und Tiere, die vom Wald
abhängig sind, auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen. In den letzten Jahrzehnten ist die Waldwirtschaft
– regional in unterschiedlichem Ausmaße allmählich ökologischer geworden.
Doch immer noch gibt es viele großflächige Monokulturen vor allem von schnell wachsenden Fichten, die ökologisch
fast wertlos sind. Auch sind diese Forste anfällig gegenüber Sturm, Insektenbefall u.a.
Ökologische Waldnutzung
Es gilt also für alle Wälder – Urwälder wie Wirtschaftswälder - Kriterien für eine umweltverträgliche,
nachhaltige Bewirtschaftung zu entwickeln.
FSC Siegel
Um einerseits eine umwelt- und sozialverträgliche Nutzung von Wäldern – auch von Urwäldern
– voranzutreiben, und um den Verbrauchern eine eindeutige Wahlmöglichkeit anzubieten, wurde
1993 der „Weltforstrat“ (Forest Stewardship Council = FSC) gegründet. Das ist eine weltweit arbeitende
gemeinnützige Organisation, die umwelt- und sozialverträgliche Waldwirtschaft und die
entsprechenden Produkte zertifiziert. FSC wird von Greenpeace und den anderen großen Umweltverbänden
(WWF, BUND, Nabu, Robin Wood) unterstützt.
Zu den Kriterien zur Vergabe des FSC-Siegels gehören:
Umweltschonende Nutzung
- Kahlschläge sind grundsätzlich zu unterlassen
- Biozide werden nicht eingesetzt
- Totholz verbleibt im Wald
Sozialverträgliche Arbeitsbedingungen
- Personal wird möglichst ganzjährig beschäftigt
- Regelmäßige Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen
- Sorgfaltspflicht bei der Auswahl von Dienstleistern
- Waldnutzungsrechte werden anerkannt
Effiziente Bewirtschaftung
- Erzeugung hoher Holzqualitäten
- Regelmäßige Durchführung einer Forstinventur
- Produktion marktgerechter, möglichst starker Hölzer
- Dauerhafte Marktversorgung.
FSC-Holzprodukte können im Übrigen auch aus Plantagen stammen. Diese Plantagen unterliegen
aber ihrerseits ökologischen Kriterien und dürfen nicht auf Arealen angelegt werden, auf denen
seit 1994 Naturwälder gerodet wurden. Es ist also nicht möglich, für FSC-Plantagen Urwälder
zu zerstören.
Es sind zunehmend FSC-Produkte im Handel zu finden. So haben zum Beispiel die Baumarktketten
ihr Gartenmöbel-Sortiment inzwischen auf FSC umgestellt.
Naturland-Zertifikat
GREENPEACE hat zusammen mit dem Naturlandverband sowie dem BUND und Robin Wood
1995 ein noch anspruchsvolleres Konzept zur ökologischen Waldnutzung erarbeitet. Das zentrale
Motto dieser Bewirtschaftungsform lautet: "So viel wie nötig, so wenig wie möglich in den natürlichen
Ablauf des Waldes eingreifen".
- So sind Kahlschläge und das Ausbringen von Pestiziden grundsätzlich verboten.
- Geerntet werden nur Einzelstämme oder kleinere Baumgruppen.
- Schwere Maschinen dürfen ebenfalls nicht eingesetzt werden.
- Stattdessen soll möglichst auf Rückepferde zurückgegriffen werden.
- Viele Bäume sollen ihr natürliches Alter erreichen und auch tote Bäume - wichtige
Lebensräume vieler Tier- und Pflanzenarten - sollen stehen bleiben.
- Anpflanzungen werden durch "natürliche Verjüngung" ersetzt, so dass sich im
Laufe der Zeit eine dem Standort angepasste Lebensgemeinschaft bilden wird.
- Zur Kontrolle, ob sich der bewirtschaftete Wald trotz Eingriffen noch natürlich entwickelt,
sollen 10% der Waldfläche aus der Bewirtschaftung herausgenommen werden
(Referenzfläche).
Alle Naturlandwälder und –produkte haben auch das FSC-Siegel.
Bitte nicht: PEFC
Als sich der Erfolg des FSC-Siegels abzeichnete, haben die europäischen Forstwirte den Ökosiegeln,
die von den Umweltverbänden getragen werden, ein eigenes Zertifikat entgegengestellt:
das PEFC-Siegel (Pan European Forestry Certification). Dieses Siegel wurde ohne Mitsprache
von Umweltverbänden erstellt.
Das PEFC-Siegel ist ökologisch wesentlich weniger streng als das FSC-Siegel und kann für
sehr große Areale pauschal vergeben werden, in denen die Einhaltung der Regeln nur stichprobenhaft
erfolgt. Der Verbraucher weiß bei diesem Siegel nicht wirklich, ob das Holz aus ökologisch
nachhaltiger Forstwirtschaft stammt.
Beim FSC-Zertifikat wird hingegen die Erfüllung konkreter Anforderungen auf der Ebene des
Einzelbetriebes streng kontrolliert.
Weitere Informationen unter:
Heimisches Holz:
Der Verzicht auf Tropenholz reicht nicht: Viele „nordische Hölzer“, vor allem Fichte und Kiefer,
auch Lärchenholz stammen sehr häufig aus Urwaldzerstörung zum Beispiel in Russland. In
Deutschland können keine Urwälder zerstört werden, da es keine mehr gibt. Außerdem ist die
Waldwirtschaft in Deutschland im Durchschnitt durchaus nachhaltiger geworden. Wenn es darum
geht, Holzprodukte von Baumarten zu kaufen, die in unseren Breiten beheimatet sind, zum
Beispiel Fichte oder Kiefer, Buche oder Eiche, kann eine ökologische Alternative „Holz aus
Deutschland“ sein. Dadurch werden Urwaldzerstörung und außerdem lange Transportwege vermieden.
Am besten wäre FSC-Holz aus Deutschland!
Fotogalerie
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Ökologische Waldwirtschaft: Rückepferde ziehen gefällte Stämme
aus dem Wald
Sie zerstören den Boden nicht - im Gegensatz zu Schleppern
(nicht in jedem ökologisch bewirtschafteten Wald möglich) |
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Greenpeace Deutschland |
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Bergmischwald Walchensee
Der Mischwald bietet Lebensraum für verschiedenste Tierarten
und ist weniger anfällig für Schädlinge
und
Krankheiten. |
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Greenpeace Deutschland |
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Rückfragen
bitte an Karl
Wehrens

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