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Papier

Das Problem

Papier: ein altes, schönes, leicht zu bearbeitendes Material. Kaum aus unserem Leben wegzudenken. Und dann auch noch aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen!
Und gleichzeitig ein riesiges Problem für die Wälder, die Artenvielfalt und das Weltklima – durch den unvorstellbar großen Papierverbrauch vor allem der Industriestaaten. Der jährliche Papierverbrauch hat sich von 1950 bis 2010 auf 367 Millionen Tonnen (52 Kg/Kopf) versiebenfacht. Bis 2015 ist ein weiterer Anstieg des weltweiten Papierverbrauchs auf 440 Millionen Tonnen zu erwarten.
Der größte Teil des Papiers wird leider immer noch aus Frischfasern gewonnen. Zur Gewinnung der Frischfasern werden In jeder Stunde weltweit Waldflächen in der Größe von 500 Fußballfeldern vernichtet. Viele dieser Waldflächen sind Primär-Urwälder.
Ein Deutscher verbraucht im Durchschnitt etwa 250 Kg Papier pro Jahr, also etwa fünfmal so viel, wie ein durch-schnittlicher Erdenbewohner.

Alle Deutschen zusammen verbrauchen 20 Mio Tonnen Papier pro Jahr.
Das ist so viel, wie Afrika und Südamerika zusammen.
Das ist ein 600 km langer Güterzug mit 40000 Waggons
oder ein Turm aufeinander gestapelter DIN A4 Blätter von 16000 km Höhe
(Die internationale Raumstation ISS kreist in einer Höhe von 400 km)


Mehr Infos zum Papierverbrauch: www.papierwende-berlin.de


Große Teile des Papiers stammen aus Raubbau an den letzten Urwäldern der Erde.
Die Urwälder auf der ganzen Welt verschwinden schneller als man gucken kann!

 

Ein erheblicher Teil des Zellstoffs für das bei uns verwendete Papier kommt aus den Wäldern des Nordens: aus Russland, Skandinavien und Kanada. Teilweise stammt der Rohstoff aus Nutzwäldern. Aber es werden auch riesige Urwaldflächen zur Papierherstellung regelrecht abrasiert. Das gleiche geschieht in Sibirien, dort für den ostasiatischen Markt. Oder in Chile für Abnehmer vor allem in Südamerika.

 

Zunehmend werden aber auch tropische Regenwälder zur Papierherstellung zerstört. Meist wird dazu der Urwald abgeholzt bzw. brandgerodet und werden dann stattdessen einförmige Monokulturen schnell wachsender Bäume angelegt. Vor allem in Südostasien haben große Konzerne zu einem regelrechten Kahlschlagsrennen angesetzt – zur Anlage von Plantagen zur Papierherstellung und für Ölpalmen-Monokulturen. Die meisten Rodungen und Plantagen sind illegal.

 

Vor allem dadurch, dass der Papierrohstoff oft aus Kahlschlägen stammt, die kaum Investitionen der Konzerne erfordern, werden die Preise für Zellstoff gedrückt. Das führt dazu, dass Zellstoff aus nachhaltiger Waldwirtschaft im Preis schwer mithalten kann und kaum eine Chance hat: Die Papierfabriken beziehen ihre Rohstoffe überwiegend aus dem Ausland und aus Urwaldzerstörung, die deutschen Waldbesitzer bleiben oft auf ihren Holzprodukten oft sitzen.

 

 

 

Great Bear Regenwald in Kanada

 
  Regenwald  
 

© Thomas Henningsen / Greenpeace Deutschland

 

 

Kahlschlag/Abholzung im Great Bear Regenwald in Kanada.
Kleine Baumgruppen werden stehengelassen.

 
  Regenwald  
 

© Thomas Henningsen / Greenpeace Deutschland

 

 

Rauchende Schornsteine einer Papiermühle in Kanada

 
  Regenwald  
 

© Greenpeace Deutschland

 

 

Tropischer Regenwald

 
  Regenwald  
 

© Greenpeace Deutschland

 

Urwälder werden abgeholzt für:

Zeitschriften

Bücher

Werbebroschüren

Brief- und Kopierpapier

Briefumschläge

Verpackungen

und für:


  

Es ist ein Verbrechen, dass 700 Jahre alte Bäume für Hygienepapiere gefällt werden, die nach Gebrauch sofort im Müll landen.
Bemerkung: im August 2009 hat die Firma Kimberly-Clark – Hersteller von Kleenex – nach einer jahrelangen Greenpeace-Kampagne bekannt gegeben, zukünftig bei seinen Produkten in Nordamerika auf Zellstoff aus Urwaldzerstörung zu verzichten und verstärkt auf Recyclingfasern und Zellstoff setzen, der nach dem Forest Stewardship Council (FSC) zertifiziert ist und aus ökologisch nachhaltiger Waldwirtschaft stammt. Ab Ende 2011 will der Hersteller aus den Kanadischen Wäldern nur noch FSC-zertifizierten Zellstoff verwenden. Mit dieser Regelung bleiben jährlich mehrere zehntausend Tonnen Urwaldholz im Wald. Ein Greenpeace-Erfolg für die Umwelt!

Papierverbrauch in Deutschland

Der papierverbrauch in Deutschland steigt kontinuierlich an, nur 2008/2009 kurzzeitig unter anderem durch die globalen Wirtschaftsprobleme gebremst (sowie in der Vergangenheit durch die Weltkriege).

Papierverbrauch weltweit

Deutschland gehört zu den größten Papierverbrauchern weltweit.

Wussten Sie?
  • dass ein Kind in Deutschland schon in seinem ersten Lebensjahr – statistisch gesehen - so viel Papier verbraucht wie ein Inder in 50 Jahren,
  • dass jährlich 15 Millionen Hektar Wald verschwinden? Das ist die dreifache Fläche der Schweiz - oder alle zwei Sekunden ein Fußballfeld,
  • dass jeder fünfte Baum, der gefällt wird, zu Papier verarbeitet wird?

Was ist zu tun?

Es gibt zwei einfache Wege die katastrophale Entwicklung durch den gigantischen Papierverbrauch zu stoppen:

  • Papier Sparen
    Papier Sparen ist für die Umwelt natürlich die beste Wahl. Die Umwelt wird überhaupt nicht belastet.

  • Recyclingpapier nutzen
    Wenn Papier erforderlich, ist Recyclingpapier die beste Wahl. Es werden zwar auch Energie, Wasser und Chemikalien verbraucht und die Umwelt belastet, aber in erheblich geringerem Ausmaß, als durch Frischfaserpapier.

Bemerkung: es gibt eine weitere, halbwegs umweltfreundliche Möglichkeit: FSC-Frischfaserpapier. Es stammt aus nachhaltiger, umweltfreundlicher und sozialverträglicher Waldwirtschaft und Produktion. Für seine Produktion werden keine Urwälder vernichtet.
Aber: Die Produktion von FSC-FF-Papier erfordert, wie die Produktion jeden anderen Frischfaserpapiers, erheblich mehr Energie, Wasser und Chemikalien, als die Herstellung von Recyclingpapier. FSC-Papier kann daher eine gute Zwischenlösung dort sein, wo es noch keine Recyclingpapiere gibt. Da dies bei uns nicht der Fall ist, gehen wir hier nicht weiter auf FSC-Papier ein.

Recyclingpapier mit dem blauen Engel und vor allem Papiersparen sind die bessere Wahl!

Um die Verwirrung weiter zu treiben: inzwischen gibt es auch FSC-Recyclingpapier, sogar mit dem blauen Engel. Dagegen ist natürlich nichts einzuwenden.

Die folgende Tabelle gibt den Ressourcenverbrauch eines kleinen Pakets mit 500 Blatt Standard-Büropapier (80g/qm) wieder.

 

Frischfaserpapier

Recylingpapier

Ausgangsstoff

7,5 KG Holz

2,8 KG Altpapier

Wasserverbrauch

130,2 l

51,1 l

Energieverbrauch

26,8 kWh

10,5 kWh

CO2-Emmission

2,6 Kg

2,2 Kg

Man sieht, wie hoch die Einsparung von Ressourcen durch Recyclingpapier ist, und wie viel zu seiner Produktion immer noch verbraucht wird.

Der beste Weg ist also: gar kein Papier verbrauchen! Das schont natürliche Ressourcen und den Geldbeutel.

Papier wird in vielen Sektoren verbraucht. Dazu gehören:

  • Zeitung/Zeitschriften
  • Bücher
  • Büro
  • Schule
  • Sanitärpapier
  • Verpackung
  • Werbung

Auf allen diesen Sektoren kann eine nachhaltigere Verfahrensweise erreicht werden.

Bücher und Zeitschriften/Zeitungen können auf umweltfreundlichem Papier gedruckt werden. Zeitungen bestehen schon oft ganz oder erheblich aus Recyclingpapier. Einige Verlage drucken – nach einer Greenpeace-Kampagne – ihre Bücher immerhin auf FSC-Papier.

Werbung ist ein ganz besonderes Ärgernis – nicht nur aus ökologischen Gründen

Verpackungen sind oft überflüssig oder überdimensioniert

Sanitärpapier (=Hygienepapiere: Papiertaschentücher, Toilettenpapier, Küchenrollen…): Man kann Produkte aus Recyclingpapier kaufen oder z.B. Taschentücher oder Küchentücher aus Textil benutzen.

Büropapier und Papiere für die Schule: Man kann auf Recyclingpapier zurückgreifen, aber auch sehr leicht Papier sparen.

 

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   Recyclingpapier   Papier Sparen und Unerwünsche Werbung   Recyclingpapier in Aachen

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Rückfragen bitte an Sabine Rosenbrock.

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Letzte Änderung: 20. März 2012